„Selbstlose Zudringlichkeit“: „Welt“-Herausgeber Aust rät zum Aussitzen des Klima-Wahns

Von 3. Juni 2019 Aktualisiert: 4. Juni 2019 14:17
In einem Kommentar für die „Welt“ rät deren Herausgeber Stefan Aust dazu, einfach zu warten, bis der „Klimahype“ wieder abklinge. In diesem zeige sich wie auch im „Refugees Welcome“ des Jahres 2015 der Drang der Deutschen, der Welt als selbst ernanntes Vorbild zu dienen – selbst wenn diese gar nicht danach gefragt hätte.

„In Deutschland hat Greta Thunberg den Status einer Heiligen“, schreibt Herausgeber Stefan Aust in der „Welt“ – und zeigt sich ob dieses Umstandes nicht einmal überrascht, da

die Deutschen ja ohnehin anfällig für humanitäre Schaunummern sind“.

Insgesamt rät der bekannte Journalist zu maximaler Gelassenheit und dazu, doch zu warten, „bis der Klimahype wieder abgeklungen ist“. Anders als beim Rassen- und Klassenhype, die Deutschland zu früheren Zeitpunkten erfasst und folgenschwere Wirkungen entfaltet hatten, scheint Aust bezüglich der nunmehrigen großen deutschen Gemeinschaftsidee davon auszugehen, dass diese von allein vorübergehen würden – ohne dauerhafte Schäden zu hinterlassen.

Ganz ohne Seitenhiebe wollte der „Welt“-Herausgeber die Anhänger der These vom „anthropogenen Klimawandel“ und der drohenden Zwei-Grad-Apokalypse, die durch unwiderlegbare Computermodelle bewiesen sei, jedoch nicht davonkommen lassen.

Nur Kriege sind ein noch sinnloseres Investitionsprogramm

Er wies auf vergangene Wärmeperioden ohne Kohlekraftwerke und Diesel hin, wie etwa um das Jahr null herum oder 1000 Jahre später, als sie Wikinger Grönland besiedelten, dessen Name sich immerhin davon ableitet, dass die Insel schon einmal weitgehend eisfrei war. Auch dass Bohrkern-Untersuchungen im Alteis der Arktis und Antarktis eher darauf hindeuten, dass erst Erwärmungen und dann erst – mit ein paar hundert Jahren Abstand – Erhöhungen des CO2-Gehalts in der Atmosphäre eintreten, als dass die Kausalität umgekehrt wäre, lässt Aust nicht unerwähnt.

Dennoch wolle er „den Potsdamer Klima-Gurus und allen ihren Followern ihre Apokalypse nicht schlechtreden“. Wenn die Klimapanik dazu führe, dass weniger fossile Brennstoffe verbrannt würden, wäre das ja gut – „die sind schließlich endlich; bei jetziger Verbrauchsmenge reichen sie nur noch ein paar Hundert Jahre“. Den Prophezeiungen des „Club of Rome“ aus den 1970er Jahren zufolge sollten sie hingegen heute längst erschöpft sein.

Bis es so weit wäre, so Aust, könne man „in den nächsten Jahrzehnten wirkliche Alternativen wie Fusionsenergie oder inhärent sichere Kernreaktoren“ entwickeln. Irgendwann, vielleicht schon bald, werde man hingegen „über den Windkraftwahn der Deutschen lachen – wenn auch nicht in Deutschland“. Der massive Ausbau der Windkraft im Zuge der so genannten Energiewende dürfte jedoch „– von Kriegen abgesehen – das teuerste und nutzloseste Investitionsprogramm aller Zeiten sein“.

Grüne verloren in Schweden, weil die Bürger die Hintergrundstory kannten

Dass die Grünen bei den EU-Wahlen ausgerechnet in Schweden, der Heimat von „Fridays for Future“-Initiatorin Greta Thunberg, Verluste einfahren mussten, erklärt sich Stefan Aust damit, dass diese vor allem ein willkommenes Werbe-Testimonial zur Aufbringung von Gründungskapital für ein Start-up findiger Öko-Geschäftsleute darstellte. In Schweden habe man dies offenbar auch gewusst.

Die Deutschen wussten es hingegen nicht oder wollten es gar nicht wissen. Aust sieht vielmehr eine direkte Linie, die vom „Refugees Welcome“ des Septembers 2015 bis zum „Greta-Hype“ des Frühjahres 2019 erstrecke. Die Verbindung liegt demnach im Bestreben der Deutschen, der ganzen Welt zu zeigen, wie moralisch gut sie geworden wären, und dabei gleich noch als selbst ernanntes Vorbild zu dienen.

In diesem Zusammenhang zitiert Aust den österreichischen Schriftsteller Franz Werfel, der im amerikanischen Exil einen 1946 erschienenen Science-Fiction Roman „Stern der Ungeborenen“ geschrieben hatte, in dem er die künftige Entwicklung der Deutschen zu den Erfindern der „undankbaren Ethik der selbstlosen Zudringlichkeit“ vorausahnte. Ihre ständige Pflichtbeschwörung würde sie zu „echten Schafen im Schafspelz“ machen:

Da sie aber selbst dies krampfhaft waren, glaubte es ihnen niemand, und man hielt sie für Wölfe.“

Sobald der Klimahype abgeklungen sei, rechnet Aust allerdings damit, dass sich schon bald das nächste Thema finden werde, mit dem man die Welt retten könne – „oder wenigstens so tun als ob“.


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion