Sigmar Gabriel: „Wir schaffen das!“ – Vizekanzler war Vater der Unglücks-Parole!

Epoch Times1. September 2016 Aktualisiert: 1. September 2016 22:55
Vor einem Jahr verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Bundespressekonferenz zur Migrationskrise: "Deutschland ist ein starkes Land. Wir haben so vieles geschafft - wir schaffen das." Dieser eine Satz am 31. August 2015 und seine Folgen veränderten das ganze Land auf dramatische Weise. Doch der folgenschwere Satz stammte gar nicht von der Kanzlerin ...

Bereits rund eine Woche vor dem Ausspruch der Kanzlerin, wurde der Satz „Wir schaffen das!“ geboren.

Am 22. August 2015 hieß es in einem Podcast: „Ich bin sicher: Wir schaffen das.“ Doch diese Worte stammten nicht von der CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel, sonder von Sigmar Gabriel, ihrem Vizekanzler von der SPD.

Auf diesen Satz folgte bald schon die damit untrennbar verknüpfte folgenschwere Nacht der Entscheidung am 4./5. September 2015 mit weitreichenden Folgen. Deutschland öffnet seine Grenzen erstmals zum massenhaften unkontrollierten Grenzübertritt.

In einem Protokoll der schicksalhaften Freitagnacht wird berichtet: Merkel konnte CSU-Chef Seehofer am Abend des 4. September nicht sofort in seinem Ferienhaus per Handy erreichen. Ein Versuch, die Polizei vor Ort persönlich hinzuschicken, wurde allerdings auch nicht unternommen.

Ob die CDU-Chefin erleichtert war, den als bayerischen Ministerpräsidenten direkt betroffenen dritten Koalitionspartner nicht zu erreichen, bleibt wohl für immer ihr großes Geheimnis.

„Ich habe dann morgens gegen 8 Uhr mit ihr telefoniert und gesagt, dass ich die Entscheidung für einen Fehler halte. Und sie hat geantwortet: Da bin ich jetzt aber betrübt, dass du das so siehst“, so Seehofer über den großen Vertrauensbruch.

„Vorwärts Marsch!“ ins Unvermeidbare?

Seine Loyalität und zukünftige Unterstützung versicherte Gabriel u. a. im „Spiegel“-Interview vom 2. Oktober 2015: „Ich könnte es mir leicht machen und als SPD-Vorsitzender die CDU-Kanzlerin kritisieren.“

Aber das alles hätte wenig mit Frau Merkel zu tun, weil die Menschen wegen der dramatisch verschlechterten Lage aus Syrien und den Lagern im Nahen Osten flüchten würden, schreibt die „Bild“.

Am Rande eines Treffens mit dem VW-Weltkonzernbetriebsrat am 8. Oktober 2015 äußerte sich Gabriel mit einer weiter unterstützenden Unvermeidbarkeitsaussage: „Ich glaube, dass die Linie der Kanzlerin, den Menschen nichts vormachen zu dürfen, richtig ist.“

Hierin bekräftigt Gabriel wieder den Kurs, auf den er die Kanzlerin gebracht hatte und der Vizekanzler bestätigte das scheinbar Unvermeidbare: „Wir haben in Europa keine Zugbrücke, die wir hochziehen können.“

Kampf den Kritikern

Fortan bekräftigte Gabriel die Kanzlerin auf diesem Kurs und watschte Kritiker regelmäßig ab. So sei auch die Kritik der CSU am Kurs der Kanzlerin in der Flüchtlingspolitik „grundlegend falsch“, sagte der SPD-Minister. „Damit tut die CSU so, als hätten wir die Flüchtlingsbewegung durch innerpolitische Entscheidungen ausgelöst.“

Wie „Bild“ wörtlich berichtet, hätte sich der SPD-Chef mehrmals „zunächst wortreich von Forderungen der CSU in der Flüchtlingspolitik distanziert – sie als rechtspopulistisch, verantwortungslos, staatsgefährdend bezeichnet.“

Mit „Köln“ kam Gabriels Wende

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In der Silvesternacht 2015/16 zeigten zahlreiche junge männliche Flüchtlinge durch die massenhaften pogromartigen sexuellen Übergriffe auf Frauen nach dem Taharrush-Gamea-Prinzip ihr wahres Gesicht.

Am 8. Januar forderte Gabriel eine harte Linie: „Ich sage: Null Toleranz gegenüber Kriminalität und sexuellen Übergriffen. Unser Staat muss stark und handlungsfähig bleiben – das sind wir den Deutschen und der überwiegenden Mehrheit der anständigen Flüchtlinge schuldig.“ Kriminelle Asylbewerber sollten doch ihre Haftzeit in ihren Heimatländern absitzen. „Warum sollen deutsche Steuerzahler ausländischen Kriminellen die Haftzeit bezahlen?“, so der SPD-Chef im „Bild“-Interview von Kuba aus.

Drei Tage zuvor, am 5. Januar, sprach der SPD-Minister noch kritisch über die Forderungen der CSU nach einer schnelleren Abschiebung straffälliger Asylbewerber: „Diese ständige Panikmache der CSU und ihr Überbietungswettbewerb bei unsinnigen und unwirksamen Vorschlägen zur Flüchtlingspolitik ist Wasser auf die Mühlen der AfD“, so Gabriel in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Finale zum Wahlkampf

Gabriel erwähnte in seinem „Wir schaffen das!“-Podcast vom 22. August 2015 auch: „Was wir nicht brauchen, sind politische Schuldzuweisungen oder Fingerzeigen von dem einen auf den anderen. Wir müssen das gemeinschaftlich machen und Mut machen, dass wir das hinkriegen.“ Doch jetzt, vielleicht pünktlich zum Wahlkampf, legte sich der Schleier des Vergessens über die Worte vom August im letzten Jahr:

https://www.youtube.com/watch?v=Yvd3cUsUmFU

Seit geraumer Zeit nutzte SPD-Chef Sigmar Gabriel nun „Wir schaffen das!“ als Waffe gegen die Kanzlerin, um sie zu kritisieren und anzugreifen. „Einfach mal sagen ‚Wir schaffen das‘, und dann die Sache einfach laufen lassen, ist ein großer Fehler gewesen“, so Gabriel vor wenigen Wochen im Interview mit der Funke-Mediengruppe.

Auch im ARD-Sommerinterview am 7. August 2016 wiederholte der Vizekanzler seinen Vorwurf: „Es ist viel Zeit vergeudet worden, die wir hätten besser nutzen können. Denn einfach nur sagen ‚Wir schaffen das‘, reicht ja nicht. Man muss es auch machen“, so Gabriel diesmal. Auch die oft verschmähte Obergrenze für Integration

Am vergangenen Wochenende ließ der Vizekanzler die Katze aus dem Sack: „Die Union hat die Herausforderungen unterschätzt, und wir haben immer gesagt, es ist undenkbar, dass wir in Deutschland jedes Jahr eine Million Menschen aufnehmen“, so der Politiker im ZDF-Sommerinterview. (sm)

Siehe auch:

Merkels Schicksalsnacht – Protokoll der Grenzöffnung vom 4./5. September 2015