Steinmeiers Appell: „Deutschland ist und bleibt ein gutes Land“

Der Bundespräsident sieht das Land vor Herausforderungen. Er wünscht den Menschen, dass sie über die Feiertage Kraft tanken. Die Erwartung der Bürger, dass Demokraten zusammenarbeiten, sei berechtigt.
Titelbild
„Unsere Verfassung ist etwas, worauf wir stolz sein dürfen“, sagt Bundespräsident Frank-Walter SteinmeierFoto: Michele Tantussi/Getty Images
Epoch Times24. Dezember 2023

„Wir alle haben Sehnsucht nach einer friedlicheren Welt“, konstatiert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache. „Ich habe sie auch.“

Es habe in diesem Jahr viele Bilder von Leid und Zerstörung gegeben, vom Ukraine-Krieg und vom Krieg im Nahen Osten. Viele Fragen seien offen geblieben, „manch einer schaut skeptisch auf Staat und Politik. Und mancher hat Sorge vor der Zukunft.“

Doch die Sehnsucht nach einer friedlicheren Welt sollte nie aufgegeben werden. „Von dieser Sehnsucht erzählt auch die Weihnachtsgeschichte. Gut, dass jetzt diese stillen Tage da sind. Weihnachten, das bedeutet doch auch, dass wir die anstrengende Welt ein wenig von uns fernhalten können.“ Wir sollten auf die Lichter schauen, nicht ins Dunkle.

Nicht von der Demokratie abwenden

Er warnt die Deutschen davor, sich von der Demokratie abzuwenden. „Ja, wir sehnen uns nach Klarheit. Ja, es ist berechtigt, von den politisch Verantwortlichen zu erwarten, dass sie um den richtigen Weg ringen, aber auch, dass sie Antworten geben, die uns als Land weiterhelfen“, sagte Steinmeier.

Die Bürgerinnen und Bürger dürften erwarten, dass Demokraten zusammenarbeiten, wo es um das gemeinsame Ganze geht. „Viele haben das vermisst. Manche wenden sich ab, andere schimpfen auf alles und jeden“, sagte er laut dem vom Bundespräsidialamt vorab verbreiteten Redetext.

Skepsis und Sorgen

Aber wenn es anstrengend werde in der Demokratie, dann gebe es „bessere Ratgeber als Wut und Verachtung“, warnte Steinmeier. „Auch bessere als diejenigen, die so tun, als gäbe es immer die eine einfache Antwort auf die Fragen der Zukunft. Zu den guten Ratgebern gehören Mut und Miteinander.“

Dazu gehöre auch, alle im Blick zu behalten. Steinmeier: „Weiter kommen wir immer nur gemeinsam, und nicht, wenn jeder sich in seine Lebenswelt zurückzieht.“

Er wünsche den Menschen, dass sie nun über die Feiertage die Tür hinter sich zumachen und die Zeit mit ihren Liebsten genießen könnten. Sein Dank gelte zugleich denen, die unterwegs seien, damit „wir alle in Ruhe und behütet feiern können“.

Er nannte Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr. „Oder Sie, in den Kliniken, in den Heimen oder in den Einrichtungen, die sich auch heute um andere Menschen kümmern, um Menschen in seelischer Not, um Menschen ohne Dach überm Kopf! Danke, dass Sie da sind.“

Millionen Menschen setzen sich für andere ein

Es gebe Millionen Menschen, die sich entschieden und beherzt für andere einsetzten, die sich für ein friedliches Zusammenleben in einer Gesellschaft der Vielen engagierten. „Und diese Menschen sind es, die mir Mut machen. Sie bringen Wärme in unser Land“, sagte Steinmeier.

Im nächsten Jahr feiere Deutschland den 75. Geburtstag der eigenen Demokratie. „Unsere Verfassung ist etwas, worauf wir stolz sein dürfen“, sagte er.

Und: „Dieses Fundament hat unser Land bisher gut getragen, auch dann, wenn es mal schwieriger wurde. Und ich bin überzeugt: Es wird uns auch in Zukunft tragen. Und deshalb will ich uns alle ermutigen, auf dieses Fundament zu vertrauen. Machen wir uns doch öfter bewusst: Deutschland ist und bleibt ein gutes Land.“ (dpa/red)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion