RKI-Vize Lars Schaade auf der Pressekonferenz vom 3. November 2020.Foto: Andreas Gora - Pool/Getty Images

Testkapazitäten ausgereizt: 98.000 Corona-Tests noch unbearbeitet – RKI ändert Strategie

Epoch Times4. November 2020 Aktualisiert: 5. November 2020 10:33
Die Testkapazität sei bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit. Inzwischen sei „die rote Ampel überfahren“ worden.

Bei einer weiteren Überflutung mit Proben oder einem möglichen Geräte- oder Personalausfall droht nach Mitteilung der Labore ein Zusammenbruch der Versorgung. Nötig sei, die Kapazitäten von nunmehr 1,4 Millionen Tests pro Woche auf dringliche Fälle zu konzentrieren. Immer noch würden zu viele PCR-Tests ohne Symptome gemacht.

„Das hinterlässt Frust und Symptome der Überlastung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch bei den eingesetzten Geräten steigt durch die Dauerbeanspruchung die Anfälligkeit für Ausfälle und Reparaturen“, sagt Dr. Michael Müller.

Der eben im Amt bestätigte erste Vorsitzende des Verbandes macht deutlich: „Das sind gefährliche und so nicht mehr akzeptable Zustände. Wie für die Kliniken bedarf es auch für fachärztlichen Labore, die als kritische Infrastruktur für die Patientenversorgung wichtig sind, Mechanismen gegen solche Überlastungsszenarien, denn in den Laboren werden auch alle anderen Untersuchungen für die allgemeine Versorgung der Bevölkerung durchgeführt. Bei weiterer Überlastung wird es schwer, leistungsfähig zu bleiben.“

Den Ernst der Lage würden auch die aktuellen Zahlen widerspiegeln: Die jetzt 162 an der wöchentlichen und freiwilligen Datenerhebung teilnehmenden Labore aus dem ambulanten und stationären Bereich in ganz Deutschland übermittelten eine weiter deutlich steigende Positivrate von nun 7,3 Prozent; in der Vorwoche lag diese noch bei  5,7 Prozent. Das entsprach in der 44. Kalenderwoche insgesamt 104.663 positiven SARS-CoV-2-PCR-Tests.

Mit insgesamt 1.441.156 PCR-Tests, einem Zuwachs von 17 Prozent, sei das Testaufkommen erneut extrem hoch und die Testkapazität bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, heißt es vom ALM-Vorstand. Es sei auch keine Überraschung, dass am Montagmorgen der Rückstau an Proben aus der Vorwoche, die noch ohne Befund waren, auf 98.310 geschnellt ist. 44 Prozent mehr als in der Vorwoche. Die Reserven seien erschöpft.

RKI ändert Strategie

Das Robert Koch-Institut erläuterte, je höher die Anzahl der positiv Getesteten seien, desto schwieriger werde es, alle Menschen mit Erkältungssymptomen zu testen. Gebraucht würden dann mehr als drei Millionen Tests pro Woche – dies sei weder nötig noch erforderlich, sagte RKI-Vizechef Lars Schaade.

Deshalb habe das RKI die Empfehlungen an Ärzte zu den Testkriterien angepasst – Faktoren seien etwa Symptome, die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe und die Wahrscheinlichkeit, dem Coronavirus ausgesetzt gewesen zu sein.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte, dass wegen Staus in Laboren Altenheimbewohner bis zu fünf Tage auf Testergebnisse warten müssten. Das sei nicht hinnehmbar, sagte Vorstand Eugen Brysch. Es sei sicherzustellen, dass Pflegebedürftige nicht länger als 24 Stunden warten. Auch müssten jetzt Test-Privilegien im Profisport fallen. Es könne nicht sein, „dass überforderte Labore mehrfach in der Woche Ergebnisse liefern müssen, damit die Bundesliga läuft“.

Situation auf Intensivstationen

Ein Kernproblem sei der seit Jahren bekannte Mangel an Fachpflegepersonal auf den Intensivstationen, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens. „Die Corona-Pandemie verstärkt dieses Problem wie ein Brennglas.“ Dabei nehme die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten langsam zu. Es gebe auch deutlich mehr als COVID-19-Fälle eingestufte Patienten auf normalen Stationen.

Die aktuelle Situation auf den Intensivstationen stellt sich laut DIVI-Intensivregister wie folgt dar:

Aktuell (4. November) sind rund 21.600 Intensivbetten belegt – überwiegend mit Nicht-Corona-Patienten. 7.162 Intensivbetten sind deutschlandweit verfügbar. Personal, um die Betten umfänglich betreiben zu können, sei selbstverständlich auch aus Normalstationen hinzuzuziehen, hieß es von der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Die Zahl der freien Betten im Register heiße allerdings nicht, dass dort Personal stehe und darauf warte, dass Patienten kämen. Denn es gebe auch andere Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf. Es gehe daher um standortbezogene kontinuierliche Personal-Umschichtung.

Aus dem DIVI-Register ist ersichtlich, dass im Notfall innerhalb von einer Woche weitere 12.737 Intensivbetten bundesweit bereitgestellt werden könnten. (dpa/sua)

 

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