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20.000 Soldaten fehlen

Umfrage: Ältere für Wiedereinführung der Wehrpflicht - Jüngere gegen Pflichtdienst

Persönlich Betroffene sind eher gegen die Wehrpflicht, bei den jüngeren Frauen sind es sogar 68 Prozent. Menschen, die über 60 Jahre alt sind, eher dafür. Insgesamt ist derzeit eine knappe Mehrheit der Deutschen für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht.

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Bundeswehr-Kaserne: Die organisatorischen Voraussetzungen für die Wehrpflicht fehlen derzeit.

Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Lesedauer: 2 Min.

Eine knappe Mehrheit der Deutschen spricht sich für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht aus. 52 Prozent der Bürger befürworten einen verpflichtenden Dienst bei der Bundeswehr, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Instituts Forsa für den „Stern“ und den Sender RTL ergab. 43 Prozent sind dagegen, fünf Prozent äußern keine Meinung.

Jüngere sind gegen einen Pflichtdienst

Bei der aktuellen Umfrage zeigt sich ein großes Gefälle nach Altersgruppen. Die stärksten Befürworter einer Wehrpflicht finden sich mit 59 Prozent in der älteren Generation (60 Jahre und darüber). Bei den 18- bis 29-Jährigen, die persönlich betroffen wären, sind hingegen 59 Prozent gegen einen militärischen Pflichtdienst.
Bei den Jüngeren gibt es allerdings Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 52 Prozent der jüngeren Männer sind gegen die Wehrpflicht, bei den jüngeren Frauen sind es sogar 68 Prozent.

Union, AfD und BSW dafür

Auch bei den Anhängern der Parteien sind die Unterschiede groß. Viel Unterstützung für die Wehrpflicht gibt es bei den Wählern der Union (67 Prozent), der AfD (67 Prozent) und des Bündnisses Sahra Wagenknecht (68 Prozent).
Uneinigkeit zeigt sich bei den Anhängern der Ampel-Koalition: Die SPD-Wähler sind zu 51 Prozent für eine Wiedereinführung, die Wähler von Grünen (57 Prozent) und FDP (62 Prozent) mehrheitlich dagegen.

20.000 Soldaten fehlen

Wie viele Bereiche der Wirtschaft leidet die Bundeswehr unter einem akuten Bewerbermangel. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lässt derzeit prüfen, ob das vor seiner Amtszeit festgelegte Ziel einer Sollstärke von 203.000 Soldaten weiter Bestand haben wird. Derzeit sind es gut 182.000. Vor dem Hintergrund der erhöhten Bedrohungslage in der Ukraine wird in diesem Zusammenhang auch eine Rückkehr zur Wehrpflicht diskutiert.
Die Haltung der Deutschen zu der Frage hatte in den zwei Jahren seit Beginn des Ukraine-Kriegs geschwankt. Bei der letzten Forsa-Befragung dazu im Februar 2023 hatten sich noch 45 Prozent für die Wiedereinführung der Wehrpflicht und 52 Prozent dagegen ausgesprochen. Rein rechtlich wurde die Wehrpflicht 2011 nicht abgeschafft, sondern ausgesetzt.
Forsa befragte für die Erhebung am 7. und 8. März 1004 Bürger. Die mögliche Fehlerquote liegt den Angaben zufolge bei plus/minus drei Prozent. (afp)

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