Umweltgruppen setzen Ultimatum bis 19. Juni: RWE Kohlekraftwerke abschalten, sonst folgen Proteste

Epoch Times3. Mai 2019 Aktualisiert: 3. Mai 2019 14:08
Umweltgruppen fordern RWE auf, sofort die eigenen Kohlekraftwerke abzuschalten und Tagebaue stillzulegen. Gleichzeitig drohen sie mit "zivilem Ungehorsam" und Protesten von tausenden Aktivisten aus ganz Europa im Rheinland.

Vor Beginn der Hauptversammlung des Energiekonzerns RWE haben in Essen Umweltgruppen für ein schnelles Ende der Kohleverstromung demonstriert. Sie forderten zudem den Erhalt des Hambacher Forsts und ein Ende der Umsiedlungen im Rheinischen Braunkohlerevier. Schüler aus der Protestbewegung „Fridays for Future“ blockierten einen Ausgang der U-Bahn-Station an der Grugahalle. Die Polizei ließ sie zunächst gewähren, weil die Aktionäre über andere Ausgänge zu der Halle gelangen konnten, wie ein Sprecher sagte.

Umweltgruppen bekräftigen ihre Forderung nach einem sofortigen Kohleausstieg. Die Braunkohletagebaue des Konzerns seien „eine der größten CO2-Quellen Europas und somit einer der Orte, der die Klimakrise verursacht“, kritisierte die Bewegung „Ende Gelände“ am Freitag.

Die „Aktivisten“ setzten RWE ein Ultimatum bis zum 19. Juni, um die eigenen Kohlekraftwerke abzuschalten und Tagebaue stillzulegen.

„Verstreicht diese Frist aktionslos, werden sich aus ganz Europa tausende Klimaaktivisten auf den Weg ins Rheinland machen“, kündigte die Pressesprecherin von „Ende Gelände“, Kathrin Henneberger, an. „Aktivisten“ würden mit „zivilem Ungehorsam die Notbremse ziehen“ und mit Protestaktionen die Tagebaue stilllegen.

RWE will sich mit Eon arrangieren

Vorstandschef Rolf Martin Schmitz sagte vor den Aktionären, RWE verpflichte sich zu dem Ziel, „durch technischen Fortschritt möglichst viel und möglichst schnell“ CO2 einzusparen. Die Stromproduktion sei heute noch sehr CO2-intensiv, sagte Schmitz. „Das müssen wir ändern und werden wir ändern.“

Nach dem Willen der Kohlekommission sollen in Deutschland bis 2038 alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. In einem ersten Schritt sollen bis 2022 rund 3 Gigawatt Braunkohlekapazität zusätzlich vom Netz genommen werden. Das würde vor allem RWE treffen. Konzernchef Rolf Martin Schmitz hat dafür bereits Entschädigungen in Milliardenhöhe gefordert.

RWE produziert seinen Strom derzeit mit Kohle, Gas und Kernkraft. Das soll sich mit dem großangelegten Tauschgeschäft mit dem alten Rivalen Eon ändern. Der Braunkohleverstromer würde dadurch nach eigenen Angaben schlagartig zur Nummer drei bei den erneuerbaren Energien in Europa und weltweit die Nummer zwei bei der Windkraft auf See. (afp/dpa)

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