US-Botschafter prophezeit „Erwachen der schweigenden Mehrheit“ – Es formiert sich Widerstand gegen Grenell

Von 5. June 2018 Aktualisiert: 7. Juni 2018 21:11
Heiß geht es her um den neuen US-Botschafter in Berlin. Richard Grenell stößt nach seiner Aussage, die konservativen Kräfte in Europa stärken zu wollen, auf heftige Kritik.

In Deutschland gibt es heftigen Widerstand gegen den neuen US-Botschafter Richard Grenell.

Dieser hatte in einem Interview mit dem Nachrichtenportal „Breitbart“ in London angekündigt, die konservativen Kräfte in Europa stärken zu wollen, die er angesichts der „gescheiterten Politik“ der Linken im Aufwind sehe.

Demnach sei es eine erfolgversprechende Strategie, konservative Themen in den Mittelpunkt zu rücken, die das Leben der einfachen arbeitenden Menschen verbesserten.

„Tagesschau“ verkündet Widerstand

Unter der Überschrift: „Widerstand gegen Grenell wächst“ verkündet die „Tagesschau“ eine Szenerie des Unmuts gegen Grenell. Zitiert wird u. a. Ex-SPD-Chef Martin Schulz, der den neuen US-Botschafter für untragbar hält und auf dessen baldige Ablösung hofft:

Was dieser Mann macht, ist einmalig in der internationalen Diplomatie.“

(Martin Schulz, Bundestagsabgeordneter, SPD)

Statt dem Gastland gegenüber neutral zu sein, agiere dieser wie der Vertreter einer politischen Bewegung. Der Ex-Kanzlerkandidat und Ex-EU-Parlamentspräsident empfand dies als einen „ungeheuerlichen Vorgang“.

Von noch weiter links hieß es dann kämpferisch:

Wer wie US-Botschafter Richard Grenell meint, nach Gutsherrenart bestimmen zu können, wer in Europa regiert, der kann nicht länger als Diplomat in Deutschland bleiben.“

(Sarah Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende Linke)

Laut „Welt“ sagte Wagenknecht noch, dass die Bundesregierung Grenell „umgehend ausweisen“ sollte, wenn sie die „demokratische Souveränität unseres Landes“ ernst nähme.

„Erwachen der schweigenden Mehrheit“

Die „Tagesschau“ verwies zudem auf die US-Nachrichtenseite „Politico“, nach der sich ein Sprecher des Außenministeriums der USA folgend geäußert habe:

Botschafter Grenell hat seine Kommentare via Twitter klargestellt und hervorgehoben, dass es nicht die Politik der USA ist, Kandidaten oder Parteien zu unterstützen.“

(Sprecher des US-Außenministeriums)

Der Botschafter habe, so die offizielle Aussage, in dem Interview lediglich allgemeine Bemerkungen gemacht.

Richard Grenell selbst wies die Vorwürfe auf Twitter als „lächerlich“ zurück, dass er Kandidaten oder Parteien direkt unterstützen wolle. Man solle ihm keine Worte in den Mund legen. Allerdings stehe er zu seinen Kommentaren, dass wir, „geführt von Trump“, ein „Erwachen der schweigenden Mehrheit“ erleben würden, welche „die Eliten und ihre Seifenblase“ ablehnen, so der US-Botschafter.

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