Vorschlag aus Sachsen: FDP will Anwerbeprogramm für über die Sommerferien entlassene Lehrer starten

Epoch Times19. Juli 2018 Aktualisiert: 19. Juli 2018 21:37
Die FDP Sachsen schlägt vor, ein Anwerbeprogramm für Lehrer aus anderen Bundesländern zu starten: Mit Beginn der Sommerferien wurden tausende Lehrer arbeitslos, nach den Ferien werden sie oft wieder eingestellt.

Bundesweit werden Lehrer gern während der Sommerferien entlassen, um sie zu Beginn des nächsten Schuljahres wieder einzustellen. Letztes Jahr sparte sich allein das Land Baden-Württemberg dadurch 12,5 Millionen Euro. Gleichzeitig suchen viele Bundesländer händeringend nach Lehrern, auch Sachsen.

Die sächsische FDP fordert darum, ein Anwerbeprogramm für die zeitweise arbeitslosen Lehrer in anderen Bundesländern zu starten. Dazu erklärt der Landesvorsitzende der Freien Demokraten in Sachsen, Holger Zastrow:

Die Staatsregierung soll sich offensiv darum bemühen, zeitweise arbeitslose Lehrer in anderen Bundesländern für den Schuldienst in Sachsen anzuwerben.“

Sachsen kann unbefristete Verträge bieten, ebenfalls „ein mittlerweile ansprechendes Vergütungsniveau mit Verbeamtungsoption und ein vergleichsweise gutes Klima an sächsischen Schulen“.

Der FDP-Politiker erklärt: „Während Lehrkräfte anderswo vorübergehend in die Arbeitslosigkeit rutschen, können wir in Sachsen langfristige Sicherheit bieten.“

Im letzten Sommer meldete die Agentur für Arbeit rund 4.900 Arbeitslosmeldungen von Lehrern – pünktlich zu Beginn der Sommerferien. Nach den Sommerferien werden sie normalerweise alle erneut eingestellt. Die meisten davon gab es 2017 mit 1.680 in Baden-Württemberg, 860 in Bayern und 470 in Niedersachsen. In den anderen Bundesländern war das Problem nicht so schlimm. Jedoch dürften sich nicht alle Lehrer auch tatsächlich beim Arbeitsamt melden, mit denen derart umgesprungen wird.

Nach Angaben der Gewerkschaft GEW kommen noch 5.000 bis 6.000 Referendare hinzu, die ebenfalls am ersten Sommerferientag entlassen werden. „Insgesamt kommt so eine Größenordnung von 9000 Lehrkräften in Baden-Württemberg, die mit Beginn der Sommerferien arbeitslos werden, zusammen“, sagte ein Sprecher.

Holger Zastrow: „Das Anwerben von Lehrkräften aus anderen Bundesländern ist zwar nur ein kleiner Baustein zur Verbesserung der Situation an den Schulen, aber das Umwerben von Fachkräften ist deutlich sinnvoller, als weitgehend nur auf Seiteneinsteiger und die Kürzung der Stundentafel zu setzen. Grundsätzlich muss Sachsen die eigene Lehrerausbildung endlich so gestalten, dass in Zukunft tatsächlich wieder eine Auswahl der Besten für unsere Klassenzimmer möglich wird.”

(ks)

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