„Wie Querdenker-aussehende Menschen“ abgeführt – 100 Festnahmen und 50 Platzverweise

Von 20. Juni 2021 Aktualisiert: 20. Juni 2021 18:55
Ein "Spaziergang" von Corona-Kritikern in Berlin führte zu einem groß angelegten Polizeieinsatz mit 260 Einsatzkräften. Dabei hielt die Polizei im Berliner "Tiergarten" Ausschau nach Menschen, die wie "Querdenker" aussehen. Es entstanden fragwürdige Situationen.

Der von Corona-Kritikern am Samstag (19.6.) initiierte „Spaziergang“ durch Berlin endete mit Festnahmen und bizarren Szenen. Die Kleinstgruppen starteten vom Charlottenburger Schloss in Richtung Stadtzentrum. Doch die Polizei stoppte die 150 „Spaziergänger“ am Erholungspark „Tiergarten“ in der Nähe des Brandenburger Tores (Epoch Times berichtete).

Vom Rathaus Schöneberg zogen weitere 130 „Spaziergänger“ in Richtung russisches Ehrendenkmal am Tiergarten. Dort trafen die Teilnehmer beider loser Gruppen aufeinander, meldete die Polizei. Laut Polizeisprecher wollte der Initiator des „Spaziergangs“ am Charlottenburger Schloss kein Versammlungsleiter sein, also keine Versammlung anmelden.

Die Polizei sah in den zwei losen Gruppen eine „aufzugähnliche Bewegung“ und zwang daraufhin alle mutmaßlichen Teilnehmer des Spazierganges, in den Tiergarten hineinzugehen. Ob sie damit eine Ansammlung am russischen Ehrendenkmal, am Brandenburger Tor oder einen „Spaziergang“ ins Regierungsviertel verhindern wollte, ist unklar.

„Parkverbot für Kritiker“ – 260 Polizisten im Einsatz

Im Tiergarten war die Berliner Polizei anschließend mit einem massiven Aufgebot von 260 Polizisten im Einsatz. Dort wurden Menschen, die wie „Querdenker“ aussehen würden (so gab eine Passantin einen Polizisten wieder) von den Einsatzkräften angesprochen und aufgefordert, den Platz zu verlassen.

Auch hätte man sie angewiesen, sich nicht an einer Stelle aufzuhalten. Die Szenen sind in einem Video des Journalisten Boris Reitschuster und einem Video von NTD zu sehen. Man wolle Ansammlungen verhindern, hieß die Begründung eines Polizisten dazu.

Laut Polizeisprecher hätten sich in der Spitze 200 Personen des Corona-kritischen „Spaziergangs“ im Park aufgehalten.

Der Park solle komplett geleert werden, zitiert eine Passantin einen Polizisten. Der 120 Hektar große öffentliche Tiergarten, einer der größten Erholungsparks innerhalb Europas, wird aufgrund des Schattens der zahlreichen Bäume und der vielen Wasserflächen gerade im Sommer von jedermann genutzt.

Reitschuster attestiert der politischen Führung Berlins aufgrund der umstrittenen Vorgehensweise seiner Polizeibeamten „offenbar blank liegende Nerven“. Denn Menschen, die verstreut zu zweit samt Fahrrad irgendwo stünden oder zu viert auf einer Bank säßen, würden dazu gezwungen ihren Platz zu verlassen und sich – getrennt nach Haushalten – im Park zu bewegen.

Auf die Frage der Betroffenen, auf welche Verordnung sich diese polizeilichen Maßnahmen stützte, hätten sie von den Beamten keine Antwort bekommen.

50 Platzverweise, 100 vorläufige Festnahmen

In der aktuellen Corona-Verordnung von Berlin heißt es, dass sich im öffentlichen Raum bis zu „zehn zeitgleich anwesende Personen aus höchstens fünf Haushalten, wobei deren Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres nicht mitgezählt werden“ aufhalten dürfen.

Für Veranstaltungen im Freien gilt laut Corona-Verordnung eine Höchstgrenze von „1.000 zeitgleich Anwesenden“. Ab einer Anzahl von 250 zeitgleich anwesenden Personen dürfen nur Personen teilnehmen, die negativ getestet sind.

Bei Versammlungen gibt es keine pauschale Teilnehmerbegrenzung. Es müsse nur ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmenden, „die nicht zum engsten Angehörigenkreis gehören“ und das Tragen einer Gesichtsmaske (für die, die keine Maskenbefreiung haben) sichergestellt sein.

Die Polizei erteilte nach eigenen Angaben den „Spaziergängern“ insgesamt 50 Platzverweise. Zudem kam es zu 100 vorläufigen Freiheitsbeschränkungen, vor allem wegen Verstößen gegen die Berliner Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung (zumeist Verstöße gegen die Kontaktbeschränkung) nach erfolgloser Ansprache oder Beleidigungen.

Durch die Polizei wurden auch zwei tätliche Angriffe auf Polizeibeamte registriert. Nach den polizeilichen Maßnahmen hätten sich die Personen dann im den südlichen Teil des Tiergartens verteilt. Verletzte Einsatzkräfte gab es nicht.



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