Wochenrückblick: 3.500 entkommene Zuchtlachse sorgen für Ärger in Island (Teil 2)

Stark steigende Staatsschulden, 37 Jahre Arbeit für eine Rente von 1.200 Euro – und Katzennotstand im Landkreis Kelheim. Ein unvollständiger Rückblick auf einige Ereignisse der Woche in Kurzmeldungen.
Titelbild
Ein Fischer am 21. Dezember 2023 an einem nebligen Morgen, in den Gewässern des Maguri-Motapung-Beel-Sees im Distrikt Tinsukia im indischen Bundesstaat Assam.Foto: BIJU BORO/AFP über Getty Images
Von 23. Dezember 2023

Hier der erste Teil des Wochenrückblicks: „Die Mauer steht hier richtig“ – vor Rathäusern im Landkreis Cloppenburg (Teil 1)

Autohäuser schlagen Alarm

Wer überlegte, ein Elektroauto zu kaufen, greift mit dem plötzlichen Stopp der Förderung möglicherweise zum Telefon, um von seinem Kauf zurückzutreten. Das Ende der Prämie trifft vor allem diejenigen hart, die ein batteriebetriebenes Auto bestellt, aber noch keine Zulassung haben. Autohändler hoffen auf die Kulanz der Hersteller. Der Autokonzern Stellantis (FIAT, Jeep, Opel, Peugeot, Abarth, Citroën, DS Automobiles) hat bereits zugesagt, die Kosten der Kaufprämie zu übernehmen, wenn das Fahrzeug bis zum Jahreswechsel zugelassen wird. Erfolgt die Zulassung bis März, dann wird der Umweltbonus teilweise gewährt. Eine Blitzumfrage des Researchers puls unter 353 Autointeressenten zeigt, dass knapp jeder dritte Autointeressent (30 Prozent) in Deutschland das Interesse wegen der abrupten Streichung der E-Auto-Prämie verliert.

Zuchtlachse vs. Island

Ende November büxten in Island 3.500 Lachse aus einer Zuchtfarm aus. Seither schaukelten sich die Folgen zu einem neuen Gesetz hoch. Es kam zur größten Demonstration in Island seit dem Bankenkollaps 2008 – mit 3.000 Menschen und Dutzenden toten Lachsen vor dem Regierungsgebäude. 63,5 Prozent der Isländer sind laut einer neuen Umfrage gegen die Zuchtlachsindustrie. Das Problem ist weniger die Anzahl der geflohenen Lachse, sondern dass sie ausgewachsen und geschlechtsreif sind. Paaren sie sich mit dem in Island typischen Atlantischen Lachs, gerät dieser in Gefahr. Die genetischen Linien sind unterschiedlich; es entstehen schwächere Hybriden. Die verantwortliche Firma Arctic Fish ließ professionelle norwegische Harpunenfischer einfliegen, die in den Westfjorden Jagd auf die Zuchtfische machen. Die ersten Zuchtlachse züchteten Norweger in den 1970er-Jahren. Derzeit stammen rund 70 Prozent des verkauften Lachses aus Farmen. Weil in Norwegen aus Platzmangel keine Konzessionen mehr vergeben werden, suchten sich die norwegischen Unternehmen andere Gewässer und kauften auch isländische Zuchten auf.

Containerschiff mit Kernreaktor

Die in Shanghai ansässige Jiangnan-Werft hat auf der Messe Marintec China einen Entwurf für ein neues Containerschiff unter dem Namen KUN-24AP vorgestellt. Das Design hat die DNV Classification Society, eine der führenden internationalen Schifffahrtsorganisationen, bereits international zertifiziert. Neu darin ist die rekordverdächtige Größe des Hochseecontainerschiffes mit einer Ladekapazität ab 24.000 Container. Neu ist der Antrieb mit einem Kernreaktor auf Thoriumbasis – einem Salzschmelzenreaktor der vierten Generation. Schiffbauer aus Japan, den Vereinigten Staaten, Südkorea und Europa haben ähnliche Entwürfe vorgelegt, doch ihre Entwürfe sind kleiner. Ein Beweis für das Reaktorkonzept existiert bereits. Ein derartiger Reaktor ging in der Wüste Gobi im Nordwesten Chinas Anfang 2023 in Betrieb.

Tierpark Hagenbeck

Hmmm, lecker! Eisbärenmädchen Anouk feiert ihren ersten Geburtstag im Tierpark Hagenbeck und verspeist zur Feier des Tages eine Torte.

Hmmm, lecker! Eisbärenmädchen Anouk feiert ihren ersten Geburtstag im Tierpark Hagenbeck und verspeist zur Feier des Tages eine Torte. Foto: Marcus Brandt/dpa

Massive Steigerung der Staatsschulden

Seit der Wiedervereinigung stiegen die Staatsschulden im Durchschnitt bis 2021 jährlich um jeweils 56 Milliarden Euro. Das ist wenig gegenüber jenen 145 Milliarden, die sich allein 2023 durch die Ampelregierung anhäuften. Die Schuldenuhr steht aktuell bei rund 2,513 Billionen Euro. Am 31. Dezember 2022 waren es noch 2.368.122.000.000 Euro. Sachsen hatte (Stand 31. Dezember 2022) mit 2.000 Euro pro Kopf die geringste Verschuldung, gefolgt von Bayern mit 2.600. An der Spitze stehen Bremen (über 33.000 Euro), Hamburg (17.700) und Berlin (16.600). Der Bundestag setzt die Schuldenbremse am 15. Dezember zum vierten Mal in Folge aus.

Deutschland in „technischer Rezession“

„Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland dürfte im vierten Quartal 2023 erneut leicht zurückgehen“, schreibt die Bundesbank am 18. Dezember. So schrumpft die Wirtschaftsleistung das zweite Quartal in Folge. Damit wäre Deutschland in einer „technischen Rezession“. Laut Bundesbank seien die Flauten in Industrie und Bau ausschlaggebend, auch die Energiepreise sind noch ein Thema. Die Volkswirte der Bundesbank rechnen damit, dass sich im Januar die Lage etwas verbessert: Die Löhne steigen, die Inflationsrate sinkt tendenziell. Damit könnte sich der private Verbrauch langsam wieder erholen und die Wirtschaft wachsen.

Haie und Krokodile in Wohngebieten

Im Nordosten Australiens ächzt ein insgesamt 400 Kilometer langer Küstenabschnitt unter Überschwemmungen. Die Behörden evakuierten Hunderte Menschen aus der Ortschaft Wujal Wujal per Hubschrauber. Die Ortschaft sei nur noch ein „Meer aus schmutzigem Wasser und Schlamm“, sagte Ortsvorsteherin Kiley Hanslow. Auch Queenslands Polizeichefin Katarina Carroll warnt: Das Hochwasser werde wahrscheinlich „Krokodile und alle möglichen anderen Dinge“ in Wohngebiete spülen. Bei früheren Flutkatastrophen habe es auch Probleme mit Haien gegeben. In der Stadt Ingham fingen Experten mit einem Lasso ein Krokodil ein, das neben Häusern herumgeschwommen war. In Queensland sorgen seit dem Durchzug des Tropensturms „Jasper“ Ende vergangener Woche Sturm und Starkregen für Chaos.

Überschwemmungen in Tully in Queensland nach heftigen Regenfällen und Überschwemmungen durch den Sturm «Jasper».

Überschwemmungen in Tully in Queensland nach heftigen Regenfällen und Überschwemmungen durch den Sturm „Jasper“. Foto: Supplied/ERGON ENERGY/AAP/dpa

Fast eine halbe Million

Rund 482.300 Menschen in Deutschland haben am Jahresende 2022 Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg die Zahl gegenüber dem Jahresende 2021 um 21 Prozent oder rund 84.000 Personen. Darunter waren etwa 40.000 Menschen aus der Ukraine. 63 Prozent der Regelleistungsempfänger waren am Jahresende 2022 männlich und 37 Prozent weiblich. 31 Prozent waren minderjährig, 67 Prozent zwischen 18 und 64 Jahren alt und zwei Prozent 65 Jahre und älter. Die meisten Leistungsberechtigten stammten aus Asien (52 Prozent), 29 Prozent aus Europa und 16 Prozent aus Afrika. Die häufigsten Herkunftsländer waren Syrien (13 Prozent), Afghanistan (zwölf Prozent) und der Irak (elf Prozent). Acht Prozent aller Leistungsberechtigten zum Jahresende 2022 stammten aus der Ukraine.

Katzennotstand in Bayern

Der Landkreis Kelheim in Bayern hat den „Katzennotstand“ ausgerufen. „Verwilderte und herrenlose Katzen vermehren sich im Landkreis Kelheim zunehmend unkontrolliert“, so das Landratsamt. Katzenbesitzer sind aufgerufen, ihre Katzen sterilisieren oder kastrieren zu lassen, wenn es sich um „Freigänger-Katzen“ handele. Die verwilderten und herrenlosen Tiere leiden seinen Angaben zufolge häufig an Krankheiten wie etwa Katzenschnupfen oder -seuche. Ehrenamtliche der Tierhilfe versuchen seit Jahren, die Lage in den Griff zu bekommen. Nun fordert der Landkreis „eine bayernweit – oder gar bundesweit – einheitliche Katzenschutzverordnung“.

37 Jahre für eine Rente von 1.200 Euro

In einer neuen Modellrechnung des Bundessozialministeriums heißt es, dass Durchschnittsverdiener rein rechnerisch mehr als 27 Jahre lang in die Rentenkasse einzahlen müssen, um eine Altersversorgung zu bekommen, die höher liegt als das Sozialhilfeniveau – mindestens 83.600 Euro. Wer 1.200 Euro Rente pro Monat bekommen will, muss als Durchschnittsverdiener 37 Jahre und sechs Monate lang gearbeitet und knapp 105.000 Euro an Rentenbeiträgen eingezahlt haben. Für 1.500 Euro Rente sind knapp 47 Jahre Arbeit und 118.000 Euro nötig. Tatsächlich schaffen das nur die wenigsten.

Warten auf die Einreise

Zuwanderer warten in einem Transitzentrum der US-Grenzpolizei auf ihre Abfertigung, nachdem sie am 20. Dezember 2023 in Eagle Pass, Texas, die Grenze zu Mexiko überquert haben. Der republikanische Gouverneur von Texas unterzeichnete am 18. Dezember 2023 einen Gesetzentwurf, welcher der Staatspolizei Festnahmen ermöglicht und die Abschiebung von Migranten, die illegal aus Mexiko in die Vereinigten Staaten einreisen. Foto: FRANCOIS PICARD/AFP über Getty Images

Teilreform der Schuldenbremse

Finanzminister Christian Lindner plant eine Teilreform der Schuldenbremse, um diese flexibler zu gestalten. Die Berechnung der sogenannten Konjunkturkomponente könnte überarbeitet werden, um bei einem Abschwung mehr Spielraum zu lassen. Dabei soll sich die Höhe einer möglichen Verschuldung stärker an Konjunkturschwankungen orientieren. Im Grundgesetz ist festgelegt, dass sich der deutsche Staat nur in Höhe von maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts neu verschulden darf. Ausnahmen seien Notlagen, „die sich der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigen“ (Art. 115). Eine grundlegende Reform, wie von Grünen und SPD gefordert, lehnt Lindner ab.

Stahlindustrie

Die Stahlindustrie in Deutschland rechnet für 2023 mit einem Rückgang der Rohstahlproduktion um vier Prozent gegenüber 2022. Mit 35,5 Millionen Tonnen könnte 2023 eines der produktionsschwächsten Jahre werden, berichtete die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Nur im Finanzkrisenjahr 2009 war die Rohstahlproduktion niedriger. Als Hauptgründe nannte der Branchenverband hohe Strompreise und die schwache Konjunktur. Besonders betroffen sei die Stahlproduktion aus Schrott, bei der viel Strom benötigt wird. Die Produktionsmenge werde 2023 um elf Prozent auf 10,1 Millionen Tonnen fallen. „Dieses niedrige Produktionsniveau wurde zuletzt vor dreißig Jahren unterschritten“, so der Verband. Für das Saarland hat die EU-Kommission Milliardenhilfen für den Aufbau einer grünen Stahlproduktion freigegeben. 2,6 Milliarden Euro soll die Stahl-Holding-Saar erhalten, um mittels grünen Wasserstoffs die CO₂-Emissionen in der Stahlproduktion zu senken.

Hier der erste Teil des Wochenrückblicks: „Die Mauer steht hier richtig“ – vor Rathäusern im Landkreis Cloppenburg (Teil 1)



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