„Zukunftsreport Familie 2030“: Aktive Familienpolitik steigert Müttererwerbstätigkeit

Epoch Times15. September 2016 Aktualisiert: 15. September 2016 7:08
Lobende Worte findet die Studie auch für die von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) geplante Familienarbeitszeit. "Die Mehrarbeit der Mütter wird die Reduktion bei der Arbeitszeit der Väter überkompensieren", sagte Prognos-Direktor Andreas Heimer. Er bezeichnete den Trendreport als "Plädoyer für eine mutige Familienpolitik"

Eine aktive Familienpolitik kann die Müttererwerbstätigkeit und das gesamtwirtschaftliche Wachstum steigern und das Armutsrisiko von Familien senken. Zu diesem Ergebnis kommt der „Zukunftsreport Familie 2030“ der Freiburger Prognos AG, berichtet die „Welt“.

Der vom Familienministerium in Auftrag gegebene Report, der am Donnerstag vorgestellt werden soll, entwirft unter Fortschreibung vorhandener Trends ein Szenario für das Jahr 2030.

Mit einer aktiven Familienpolitik, so Prognos, lasse sich die Erwerbstätigenquote von Müttern bis 2030 um 11,6 Prozentpunkte auf 78,2 Prozent steigern und die Wochenarbeitszeit um 5,2 Stunden auf 31,1 Stunden. Die Väter könnten ihre Arbeitszeit von 41,5 auf 38,9 Stunden reduzieren. Die Zahl der Zweiverdienerhaushalte stiege damit um 11,7 Prozentpunkte auf 75,6 Prozent, das durchschnittliche Haushaltseinkommen um 1400 Euro auf 46.400 Euro im Jahr.

Prognos-Direktor Andreas Heimer bezeichnete den Trendreport als „Plädoyer für eine mutige Familienpolitik“: „Denn die rentiert sich – für Familien und gesamtgesellschaftlich.“ Gerade die nachwachsende Elterngeneration lege Wert auf eine Berufstätigkeit beider Partner und eine faire Teilung der Familienaufgaben, heißt es in dem Report.

„Es ist daher wichtig, die ehe- und familienbezogenen Leistungen so auszugestalten, dass beide Partner in existenzsicherndem Ausmaß erwerbstätig sind.“ Explizit nennt das Gutachten den weiteren Ausbau der Betreuungsinfrastruktur und den Abbau von „Erwerbshemmnissen im Steuersystem“.

Familienarbeitszeit

Lobende Worte findet die Studie auch für die von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) geplante Familienarbeitszeit. „Die Mehrarbeit der Mütter wird die Reduktion bei der Arbeitszeit der Väter überkompensieren“, sagte Heimer der „Welt“ (Donnerstag). „Das Ergebnis ist eine Steigerung des Wirtschaftswachstums, ein geringeres Armutsrisiko und insgesamt ein gesamtwirtschaftlicher Nettonutzen.“

Insgesamt könne das Arbeitsvolumen um 3,3 Prozentpunkte und das Bruttoinlandsprodukt um 69 Milliarden Euro gesteigert werden. Als „besonders ermutigend“ bezeichnete Heimer es, dass eine bessere Vereinbarkeitspolitik auch positive Effekte in Bezug auf das Armutsrisiko von Familien habe.

Können sich derzeit erst 42,2 Prozent aller Mütter mit minderjährigen Kindern von ihrem Gehalt selbst ernähren, ließe sich dieser Anteil bis 2030 im günstigsten Fall um 13 Prozentpunkte steigern. Der Anteil der Hartz-IV-Familien kann demnach um 2,4 Prozentpunkte sinken.

Für Schwesig ist der von ihr in Auftrag gegebene Zukunftsreport ein Beleg dafür, dass sich Familienpolitik „an der Lebenswirklichkeit von Familien und ihren Kindern“ orientieren müsse. „Wir brauchen Zeit für Familien, eine partnerschaftliche Vereinbarkeit sowie passgenaue Familienleistungen, die gerade Familien mit kleinen Einkommen und Alleinerziehende erreichen“, sagte Schwesig der Zeitung.

„Die Familienarbeitszeit mit dem Familiengeld fördert die partnerschaftliche Aufteilung von beruflichen und familiären Pflichten. Das ist es, was junge Familien wollen – und dabei muss die Politik sie unterstützen.“

Auch im Steuerrecht müssten Familien mit Kindern besser berücksichtigt werden. Zur Unterstützung von Trennungskindern, die keinen Unterhalt bekommen, plant Schwesig die Ausweitung des Unterhaltsvorschusses. Die betroffenen Kinder hätten ein „besonders hohes Armutsrisiko“ und müssten gestärkt werden. „Wir müssen die finanziellen Spielräume jetzt dafür nutzen.“

(dts Nachrichtenagentur)

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