Die Kühl-Türme des Grafenkernkraftwerks in der Nacht des 11. Juni 2015 nahe Grafenrheinfeld, Deutschland.Foto: Sean Gallup / Getty Images

Belgische Behörden: Atomkraftwerke im Visier von Terroristen

Epoch Times23. März 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 19:18
Es gibt konkrete Hinweis darauf, dass die Attentäter von Paris einen atomaren Zwischenfall auslösen wollten. Wie belgische Medien berichten, gingen die Behörden davon aus, Attentäter könnten versuchen in Atomkraftwerken an radioaktives Material für den Bau einer "schmutzigen Bombe" zu gelangen.

Nach den Anschlägen in Paris fanden Ermittler im Dezember in der Wohnung von einem der Verdächtigen ein Überwachungsvideo. Zunächst schien daran nichts Verdächtiges daran, denn es zeigt lediglich den Hauseingang und einen Mann der immer wieder hinaus und hineingeht, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Anfangs herrschte Ratlosigkeit bei den Behörden, wozu diese Aufnahmen angefertigt wurden. Als aber klar wurde, um wen es sich bei dieser Person handelt, hatten die Ermittler den entscheidenden Anhaltspunkt. Es handelte sich um den Leiter des Forschungs- und Entwicklungsprogramms für Kernenergie in Belgien.

Zwei belgische Kernkraftwerke geräumt

Belgischen Medien nach sollen mutmaßliche Terroristen Atomkraftwerke als Anschlagsziele im Visier haben. Vor diesem Hintergrund ist die gestrige Räumung der Kernkraftwerke in Tihange und Doel besser zu verstehen. Diese seien aus "Sicherheitsgründen" zu verlassen, wie der Betreiber der AKWs am Dienstag erklärte. 

"Nur wer wirklich da sein muss, bleibt", so ein Sprecher der belgischen Atomaufsicht AFCN. Wahrscheinlich sollten die angeordneten Sicherheitsvorkehrungen das Risiko minimieren, dass Terroristen auf das Gelände gelangen. 

Diese Anordnungen gelten bis auf Weiteres. Die Kraftwerke seien aber weiterhin am Netz und wie an den Wochenenden mit minimaler Belegschaft besetzt.

Atomarer Zwischenfall oder Material-Besorgung für "schmutzige Bomben"

"Wir sind besorgt, ob die erforderliche Reaktorsicherheit dieser Anlagen in vollem Umfang gewährleistet ist," so der Sprecher. Es sei zu vermuten, dass die Debatte über die mögliche Abschaltung belgischer Reaktoren angesichts der Terrorgefahr wieder aufkommen wird, so die SZ.

Der belgischen Zeitung DH nach, sollen Ermittler "über konkrete Beweise verfügen", dass die Attentäter von Paris Zugang zu einem der AKWs bekommen wollten – um so einen atomaren Zwischenfall auszulösen. Andere Quellen gehen davon aus, dass mutmaßliche Attentäter versuchen an radioaktives Material (Iridium-192) zu gelangen. Damit könnten sogenannte "schmutzige Bomben" (Bomben die radioaktives Material verteilen) hergestellt werden. (dk)

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