„Gota fría“: Erneute Evakuierungen im Südosten Spaniens – Neue Überschwemmungen befürchtet

Epoch Times15. September 2019 Aktualisiert: 15. September 2019 17:04
Das in der spanischen Mittelmeerregion sehr häufige Phänomen „Gota fría“ zog abgeschwächt ins Landesinnere weiter und droht dort mit weiteren Überschwemmungen. Erneut wurden weitere Orte evakuiert.

Im Südosten Spaniens sind wenige Tage nach den verheerenden Regenfällen und Überschwemmungen mit sechs Toten erneut mehrere Orte evakuiert worden. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, evakuierten die Einsatzkräfte zwei Campingplätze in der Provinz Alicante sowie eine Wohnsiedlung im Dorf Almoradi. Hunderte Menschen mussten die Gebiete demnach unter anderem wegen eines nahegelegenen überschwemmten Flusses aus Sicherheitsgründen verlassen.

Obwohl die Intensität der Regenfälle abgenommen habe, warnte die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles, das Risiko sei „noch nicht vorüber“. Wegen der hohen Wasserstände des Flusses Segura würden neue Überschwemmungen befürchtet.

Am Samstag war die Zahl der Todesopfer des schweren Unwetters laut Behörden auf sechs gestiegen. Die Regionen Valencia, Murcia und Andalusien im Südosten Spaniens waren ab Mittwoch von heftigen Regenfällen heimgesucht worden.

„Gota fría“ – Der „kalte Tropfen“

Am Wochenende schien an der spanischen Mittelmeerküste bei Temperaturen um die 25 Grad bereits fast überall wieder die Sonne. Das in der spanischen Mittelmeerregion in den Monaten September und Oktober sehr häufige Phänomen „Gota fría“ zog abgeschwächt ins Landesinnere der iberischen Halbinsel. Die staatliche Wetterbehörde hielt die Warnung vor starken Regenfällen für 14 Provinzen aufrecht.

Der „kalte Tropfen“ basiert auf den stark schwankenden Temperaturen von Meer und Luft und entsteht, wenn die ersten atlantischen Tiefausläufer mit feuchtkalter Luft sich über das warme Mittelmeer schieben.

Nach Angaben von Meteorologen erlebten einige Orte die schlimmsten Unwetter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1917. Flüsse traten über die Ufer, Straßen und Gleise wurden überflutet und Häuser überschwemmt. Rund 3500 Menschen mussten vorsorglich ihre Häuser und Campingbehausungen verlassen.

Am Samstag hatte Regierungschef Pedro Sánchez den Opfern der Überschwemmungen bei einem Besuch vor Ort finanzielle Hilfen zugesagt. Den Gesamtschaden kann die spanische Regierung seinen Angaben zufolge erst beziffern, wenn das Hochwasser zurückgegangen ist. Der Präsident der Region Valencia sagte, er befürchte „schwerwiegende wirtschaftliche Folgen“.

Im vergangenen Jahr waren im Oktober bei schweren Überschwemmungen auf der Ferieninsel Mallorca 13 Menschen gestorben. (afp)

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