Extreme Linke veranstaltet Demo gegen „Islamophobie“ in Paris

Epoch Times10. November 2019 Aktualisiert: 10. November 2019 18:39
Nicht einmal die Sozialisten der französischen PS wollten, mit der am Sonntag in Paris veranstalteten, Demonstration gegen "Islamophobie" in Paris in Verbindung gebracht werden. Das Thema "Islam" ist in Frankreich nach einigen islamisch motivierten Anschlägen sehr heikel.

In Paris sind am Sonntag tausende Menschen gegen Islamfeindlichkeit auf die Straße gegangen. „Ja zur Religionskritik“, „Nein zum Hass gegen die Gläubigen“ und „Stoppt die Islamophobie“ war auf Plakaten der Demonstranten inmitten zahlreicher französischer Flaggen zu lesen. Die Protestaktion war im Vorfeld umstritten – Kritik kam sowohl von der französischen Regierung als auch von der extremen Rechten.

Medienberichten zufolge nahmen an der Demonstration in Paris 13.500 Menschen teil. In Marseille gingen einige hundert Menschen auf die Straße, darunter muslimische Familien, Gewerkschafter und linke Aktivisten.

Der Aufruf zu der Demonstration war am 1. November in der linksgerichteten Tageszeitung „Libération“ erfolgt, vier Tage nach dem Anschlag auf eine Moschee im südwestfranzösischen Bayonne und inmitten einer neuen Debatte über das muslimische Kopftuch und die Trennung von Kirche und Staat. Seit einer Reihe islamistischer Anschläge in Frankreich, darunter die Anschlagsserie vom November 2015 mit 130 Toten und mehr als 350 Verletzten, ist das Klima in Frankreich beim Thema Islam aufgeladen.

Zu den Organisatoren des Protestmarsches zählten Organisationen wie das Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich. An der Demonstration nahmen auch mehrere Abgeordnete von La France Insoumise, der Partei vom äußersten linken Flügel, teil, darunter Parteichef Jean-Luc Mélenchon. Auch Vertreter der Kommunistischen Partei nahmen teil.

„Wir sind offen für Kritik, aber man darf bestimmte Aggressionslinien nicht überschreiten“, sagte der 35-jährige Demonstrant Larbi der Nachrichtenagentur AFP. Die verschleierte Demonstrantin Asmae Eumosid sagte, sie sei für eine „gemischte Gesellschaft und das Zusammenleben“. Die Muslime würden stigmatisiert und wollten nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Die politische Klasse war seit dem Aufruf zu dem Protestmarsch in Paris zerstritten. Dies wurde zum einen mit den Organisatoren begründet, zum anderen mit den Begriff „Islamophobie“. Die sozialistische PS erklärte, sich nicht mit der Protestbewegung zu identifizieren und eine eigene Demonstration gegen Rassismus organisieren zu wollen. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen sagte, die Demonstration gehe „Hand in Hand mit dem Islamismus“. Jugendstaatssekretär Gabriel Attal sagte, die Demonstration sei „nicht zu unterstützen“.(afp)

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