Flucht aus Litauen: 80 Prozent der Migranten wandern in reichere EU-Länder ab

Von 29. Mai 2017 Aktualisiert: 29. Mai 2017 17:36
Bis Januar soll Litauen 1.105 Migranten aufnehmen, 309 wurden in dem Land schon anerkannt. Doch sie bleiben nicht – 203 von ihnen sind in reichere EU-Länder abgewandert.

Litauen hat ein Problem: 80 Prozent der anerkannten Asylbewerber „fliehen“ in reichere EU-Länder.

Eimutis Misiunas, der Innenminister Litauens, gab am Freitag bekannt, dass im Zuge des EU-Programms zur Umverteilung von Flüchtlingen bislang 309 der zugesagten 1.105 Migranten aufgenommen wurden. 203 von ihnen sind in andere EU-Länder abgewandert, berichtete die Zeitung „Lietuvos Zinios“.

Bis Januar 2018 soll Litauen 796 Migranten aus Italien, Griechenland und der Türkei aufnehmen. Sollte das baltische Land dieser Forderung nicht nachkommen, drohen ihm Sanktionen aus Brüssel.

Freizügigkeit im Schengen-Raum

Doch was tun, wenn die Migranten nicht im Land bleiben wollen? Das Nachbarland Lettland kämpft mit demselben Problem: Bereits im November letzten Jahres berichtete „Sputnik Deutschland“ über eine „Flucht“ von 35 Migranten aus Lettland. Die 16 Erwachsenen und 19 Kinder mieteten einen Bus und brachen auf eigene Faust nach Deutschland auf.

„Sie wurden an der Grenze angehalten. Da ihre Dokumente aber in Ordnung sind, wurden sie freigelassen. Sie haben ja das Recht, sich im Schengen-Raum zu bewegen. Und wir werden sie sicherlich nicht suchen und auch nicht festnehmen“, erklärte Lettlands Vize-Innenminister Justas Pankauskas.

Gehalt und staatliche Zuschüsse zu niedrig

Litauen ist gegen die Migranten-„Flucht“ machtlos. Drohungen gegen geflüchtete Migranten, sie gegen ihren Willen wieder zurückzubringen, scheiterten.

Litauens Innenminister Misiunas will nun der Frage nachgehen, wie die Integration von Migranten verbessert werden kann, damit sie im Land bleiben. Doch das ist kein einfaches Unterfangen, denn „Litauisch ist schwer zu lernen, die staatlichen Zuschüsse oder das Gehalt motiviert die Asylbewerber nicht genug, damit sie hier bleiben“, so der Innenminister zu „Lietuvos Zinios“.

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