Migrantensturm erwartet: Österreich schickt Soldaten zur Süd-Grenze

Epoch Times17. Oktober 2015 Aktualisiert: 17. Oktober 2015 20:52
Ungarns Grenzen sind dicht. Nun wird die süd-österreichische Grenze zum Nadelöhr für den Migrantenstrom nach Österreich und Deutschland.

Seit heute Morgen (17.10.2015) ist die 300 Kilometer lange grüne Grenze zwischen Ungarn und Kroatien geschlossen. Abgesehen von Schleuser-Aktivitäten, wie an der ungarisch-slovenischen Grenze, ist der einzige offene Grenzabschnitt nach Österreich und Deutschland die süd-österreichische Grenze zu Slovenien. 

Österreich erwartet einen entsprechenden einen Ansturm und hat bereits 160 weitere Soldaten an die steierische Grenze geschickt. Österreichweit sind 1450 Soldaten im Assistenzeinsatz. Erste Busse mit Hunderten Migranten seien aus Kroatien bereits unterwegs. 

Seit dem frühen Samstagnachmittag werden Gruppen von bis zu 150 Flüchtlingen im Zwei-Stunden-Rhythmus nach Österreich gelassen. Die ersten Flüchtlinge wurden bereits in der Registrierstelle auf steierischer Seite betreut. Dort können die Migranten angeben ob sie Asyl beantragen möchten, oder weiter Richtung Deutschland wollen. 

Weiterreisende sollen nach Spielfeld in eine der Transitunterkünfte gebracht werden. Es stehen dort Zelte für rund 1.500 Menschen zur Verfügung. Diese seien allerdings nicht für eine Unterbringung oder Übernachtung benutzbar, sondern seien lediglich ein Witterungsschutz. Aus Kärnten wurden bislang noch keine Ankünfte gemeldet. 

In Slowenien sind unterdessen erste Busse mit Hunderten Flüchtlingen aus Kroatien eingetroffen. Im Laufe des Samstagvormittags seien insgesamt zwölf Flüchtlingsbusse aus dem Nachbarland eingetroffen, teilte die slowenische Polizei mit. Nach Einschätzung der örtlichen Medien entspricht das rund 600 Menschen. Davon kam die Hälfte laut Polizei über den Grenzübergang Gruskovje, die andere Hälfte über Petisovci.

Größtes Zeltlager an slowenisch-österreichischer Grenze

Slowenien hat an den Grenzübergängen Zeltlager aufgestellt, wo die Flüchtlinge registriert werden. Dort warten laut dem Privatsender POP TV bereits slowenische Busse, um sie danach ins größte Zeltlager am slowenisch-österreichischen Grenzübergang Sentilj/Spielfeld zu bringen. In großen beheizten Zelten, die auf zwei Lkw-Parkplätzen aufgestellt wurden, gibt es Platz für maximal 2000 Menschen.

Außenminister Karl Erjavec bestätigte am Samstag vor einer Sitzung des Rates für Nationale Sicherheit, dass die Grenzübergänge für die Flüchtlinge vorerst offen seien. Die Regierung in Ljubljana deutete auch an, die Flüchtlinge nicht aufhalten zu wollen, solange sie nach Deutschland und Österreich weiterreisen könnten.

Ungarn führt Kontrollen an slowenischer Grenze ein

Neben der Sperre der Grünen Grenze zwischen Ungarn und Kroatien hat die Regierung in Budapest am Samstag auch vorübergehend Grenzkontrollen an der ungarisch-slowenischen Grenze wieder eingeführt. Laut der ungarischen Regierung sei mit dem Transport jener illegalen Einwanderer an die slowenisch-ungarische Grenze begonnen worden, die wegen der Schließung der ungarisch-kroatischen grünen Grenze um Mitternacht nicht mehr über die kroatische Grenze nach Ungarn gelangen konnten. (dk)

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