Rotterdam: Polizei schießt Syrer mit Axt und Messer nieder – Laut Bürgermeister psychisch Kranker, kein Terror

Von 1. Juni 2018 Aktualisiert: 1. Juni 2018 18:46
Die Polizei in Schidam bei Rotterdam erschoss einen mit Axt und Messer bewaffneten Syrer. Bei der Aktion wurde ein Polizeihund getötet.

Mittwoch, 30. Mai, in Schiedam (77.000 Einwohner) bei Rotterdam/Niederlande: Die Polizei wird zu einem Einsatz an der Van den Tempelstraat gerufen.

Ein Mann stand auf einem Balkon, eine Axt schwingend. Er soll ‚Allahu Akbar‘ gerufen haben.“

(Willemeke de Vos, Polizeisprecher)

Die Polizei wurde alarmiert und ein Einsatzteam betrat die Wohnung des 26-jährigen Syrers.

Sofort wurden die Polizisten von dem Mann angegriffen. Es kam zu einem Kampf, wobei ein Polizeihund schwer verletzt wurde. Dann fielen Schüsse, der Syrer brach getroffen zusammen, wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, berichtete „RTV Rijnmond“. Der Polizeihund verstarb später an seinen Verletzungen.

Der Syrer wurde am Mittwoch operiert. „Sobald er aus dem Krankenhaus entlassen wird, wird er in Gewahrsam genommen“, erklärt Schiedams Bürgermeister Cor Lamers.

Bürgermeister: Psychisch Kranker, kein religiöses Motiv

Der christdemokratische Bürgermeister erklärte, dass der Syrer seit etwa einem Jahr in der Stadt lebt, zusammen mit seinem Vater, so „RTV“. Er sei den Hilfsorganisationen etwas bekannt, erhielt aber nicht viel Aufmerksamkeit, da er kein großer Problemfall gewesen sei.

Es ist klar, dass dies ein verwirrter Mann mit psychologischen Problemen ist.“

(Bürgermeister Cor Lamers, Schiedam)

Er sei mehreren Hilfsorganisationen bekannt. Lamers sagte noch: „Das war eine Eskalation, die wir nicht erwartet haben.“

„Hinweise auf religiöse Motive oder Terrorismus“, gebe es laut dem Bürgermeister jedoch nicht.

„Allahu Akbar“-Morde am Dienstag

Erst einen Tag zuvor erschütterte der Terror-Mord an zwei Polizistinnen in Lüttich das Nachbarland Belgien. Der Täter hatte die Frauen von hinten mit einem Messer angegriffen, ihnen die Dienstwaffen entrissen und sie damit erschossen. Genau diese Vorgehensweise werde in Propagandavideos der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) empfohlen, erklärte die Ermittlungsbehörde.

Zudem hatte der Täter mehrfach „Allahu Akbar“ gerufen. Nach Justizangaben war der Täter 2012 im Gefängnis zum Islam übergetreten. Seine Haftstrafe hätte noch bis 2020 angedauert, jedoch hatte er Montag und Dienstag Ausgang, den er sogleich für ein Attentat nutzte. Am Tag danach verkündete das IS-Propaganda-Sprachrohr Amaq, dass er ein „Soldat des Islamischen Staats“ gewesen sei.

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