„El Chapos blutige Herrschaft ist beendet”: US-Regierung feiert Schuldspruch gegen Drogenboss als großen Erfolg

Epoch Times13. Februar 2019 Aktualisiert: 13. Februar 2019 12:58
Nach dem Schuldspruch gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán feiert die US-Regierung seine Verurteilung in allen zehn Anklagepunkten als großen Erfolg.

Die US-Regierung sieht in der Verurteilung des mexikanischen Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán einen wichtigen Sieg im Kampf gegen die organisierte Kriminalität. Der Fall habe „die außergewöhnliche Reichweite der US-Regierung demonstriert, unsere Beharrlichkeit und unser Engagement, Bosse wie Guzmán zu verfolgen“, erklärte der amtierende Justizminister Matthew Whitaker am Dienstag (Ortszeit).

Der frühere Leiter für internationale Einsätze der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA, Mike Vigil, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Schuldspruch gegen Guzmán sei „ein enormer Sieg für den Rechtsstaat, für Mexiko, die USA und andere Länder, die Opfer des Sinaloa-Kartells gewesen sind“.

„El Chapo“ – der weltgrößte Drogenboss aller Zeiten

„El Chapo“ sei „der weltgrößte Drogenboss aller Zeiten“ gewesen. Er habe alle anderen Drogenbarone „übertroffen, Pablo Escobar eingeschlossen“, fügte Vigil mit Blick auf den berüchtigten früheren Chef des kolumbianischen Medellín-Kartells hinzu. Dessen Auslieferung hatten die US-Behörden nicht erwirken können.

Nach dreimonatiger Verhandlung vor einem New Yorker Gericht hatte ein Geschworenengremium Guzmán am Dienstag wegen Drogenschmuggels, Waffenhandels und Geldwäsche in allen zehn Anklagepunkten schuldig gesprochen. Dies bedeutet lebenslange Haft für den 61-jährigen Mexikaner.

Seine Verteidiger kündigten allerdings Berufung gegen das Urteil an. Sie argumentieren, ihr Mandant solle als „Sündenbock“ herhalten. Der eigentliche Kopf des Sinaloa-Kartells sei Ismael „El Mayo“ Zambada, der immer noch nicht gefasst wurde.

Die „blutige Herrschaft“ ist beendet

Staatsanwalt Richard Donoghue zeigte sich erfreut über das Urteil. Er sagte Guzmáns „blutige Herrschaft an der Spitze des Sinaloa-Kartells ist beendet, und der Mythos, dass er nicht zur Rechenschaft gezogen werden könne, ist widerlegt“.

Laut Klageschrift soll das Sinaloa-Kartell unter „El Chapos“ Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt haben. Der von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitete Prozess gegen „El Chapo“ hatte Anfang November begonnen. Während des Verfahrens ließ die Staatsanwaltschaft mehr als 50 Zeugen vorladen. Außerdem bot sie hunderte Dokumente und Dutzende abgehörte Telefonate auf.

Guzmán war im Januar 2017 von Mexiko an die USA ausgeliefert worden, nachdem ihm zwei Mal auf spektakuläre Weise die Flucht aus mexikanischen Gefängnissen gelungen war. Das Strafmaß gegen ihn soll am 25. Juni offiziell verkündet werden.

Zum Verbüßen seiner Strafe wird er möglicherweise in ein Gefängnis im US-Bundesstaat Colorado verlegt, das wegen der nahegelegenen Rocky Mountains den Beinamen „Alcatraz der Rockies“ hat und als eine der sichersten Haftanstalten der Vereinigten Staaten gilt. (afp)

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