Chinesische Spionage in Australien – WeChat im Verteidigungsministerium verboten

Epoch Times13. March 2018 Aktualisiert: 13. März 2018 20:06
Jüngste Untersuchungen der chinesischen App WeChat resultierten in einem Nutzungsverbot für Mitarbeiter des Australischen Verteidigungsministerium.

„Das Verteidigungsministerium stellt keine unauthorisierte Sorftware, darunter auch die Social Media Anwendung WeChat, auf Mobilgeräten des Verteidigungsministeriums zur Verfügung und unterstützt diese auch nicht,“ äußerte ein Sprecher laut The Australian Financial Review. WeChat sollte von den Diensttelefonen der Beamten zukünftig entfernt werden.

Australiens Top-Spionage-Agentur berichtete letztes Jahr über umfangreiche Spionageaktivitäten in Australien. Besonders aktiv seien laut Dennis Richardson, ehemaliger Leiter des Verteidigungsministeriums, chinesische Spione gewesen.

Diesen Erkenntnissen zufolge, wurde eine Sicherheitsbewertung unter anderem für WeChat durchgeführt, auf dessen Ergebnissen das Verbot von WeChat vom Verteidigungsministerium basiert.

Die Bedenken bezüglich der App WeChat richteten sich nicht nur auf die enge Zusammenarbeit von WeChat mit der chinesischen Regierung, sondern auch auf die allgemeine Gefahr, wie die Nutzerdaten gestohlen werden könnten, berichtete ein Netzsicherheitsexperte. Solche Anwendungen wie WeChat hätten ein erhöhtes Potential Daten zu sammeln und zu überwachen.

Gefahr international bekannt

Auch andere Länder erkennen die Gefahr, die von Apps chinesischer Firmen ausgeht. So verbot das Indische Verteidigungsministerium 42 Apps chinesischer Herkunft. Auf der Liste befindet sich, neben den in Indien populären Apps von Xiaomi, ShareIt und anderen, auch WeChat.

„Laut zuverlässigen Quellen, sind eine Reihe von Android/IOS-Anwendungen, die von chinesischen Entwicklern entwickelt wurden oder chinesische Verbindungen haben, offenbar entweder Spyware oder andere bösartige Software. Die Verwendung dieser Apps durch unser Personal kann sich nachteilig auf die Datensicherheit auswirken und Auswirkungen auf die Sicherheit der Streitkräfte und die nationale Sicherheit haben,“ lautet die Anweisung laut einem Bericht von The Indian Express.

Die zugrundeliegenden Informationen stammten von Geheimdiensten und verdeutlichten die Notwendigkeit für alle Armeebediensteten, diese Apps von ihrem Smartphone zu entfernen.

Amnesty International bewertete WeChat bereits 2016

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kam schon 2016 zu dem Ergebnis, dass WeChat ein hohes Sicherheitsrisiko darstellt und lieferte sogar im Vergleich zu anderen Social Media Apps ein verheerendes Ergebnis.

Null von 100 Punkten erzielte WeChat in dem Sicherheitstest über die Verwendung von Verschlüsselungstechniken der gängigsten Messanger Apps, während der Facebook Messanger und Whatsapp auf 73 von 100 Punkten kamen.

„Tencent besitzt die zwei beliebtesten Messaging Apps in China, WeChat und QQ befinden sich am Ende unserer Wertungsliste für die Privatsphäre von Nachrichten, mit 0 von 100 Punkten“ berichtet Amnesty International in seinem Testergebnis. „Nicht nur, dass es versagt hat, ein einziges Kriterium ausreichend zu erfüllen, sondern es war auch das einzige Unternehmen, dass nicht öffentlich bekannt gegeben hat, dass es Regierungsanfragen über den Zugriff auf verschlüsselte Nachrichten, durch den Einbau einer ‚Hintertür‘, nicht stattgeben wird,“ so AI.

Bedenken nicht nur wegen WeChat

Nicht nur gegenüber der App WeChat werden Bedenken geäußert, sondern auch gegenüber Telekommunikationsprodukten von großen chinesischen Herstellern, wie Huawei und ZTE.

„Ich würde sagen, Sie sollten lange und genau auf solche Unternehmen schauen“ sagte Mike Rogers, der Leiter der National Security Agency (NSA). Politiker und Beamte sollten Produkte von Huawei und ZTE mit besonderer Vorsicht betrachten.

Auch die hohen Investitionen der Firmen Huawei und ZTE in ausländische Telekommunikationsnetze werden als sehr kritisch betrachtet.

So verabschiedete die Australische Regierung die „Anti-Huawei Bill“, ein Gesetzentwurf, der es der Regierung erlaubt, gegen Huaweis Mitwirken beim Errichten des 5G Netzes in Australien, einzugreifen.

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Das 5G Netz wird über weit mehr Funktionen verfügen, als bisherige Technologien. Selbstfahrende Autos und deutlich höhere Datenvolumen sollen zukünftig über dieses Netz bewegt werden.

Huawei hatte zuvor in einer Abteilung der Arbeitsgruppe für Kommunikation bereits angekündigt, einen großen Teil des für den 5G Netzausbau erforderlichen Equipments zu liefern, berichtet The Australian Financial Review. (tp)

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