Chinesischer „Prinzling“ brachte JP Morgan nichts als Ärger: SEC ermittelt wieder

Epoch Times11. Februar 2015 Aktualisiert: 11. Februar 2015 19:54

Er war der Alptraum jedes Chefs: JP Morgan, die größte Bank der Welt, leistete sich jahrelang einen katastrophalen Mitarbeiter, nur weil er Sohn des chinesischen Handelsministers war. Wie das Wall Street Journal diese Woche berichtete, ermitteln US-Behörden bei JP Morgan und weiteren US-Banken wieder wegen dubioser Rekrutierungspraktiken: Es geht um Klüngel mit Chinas kommunistischem Polit-Adel und dessen einflussreiche Spößlinge, die "Prinzlinge".

Er war "unreif" und "verantwortungslos"

Der Fall von Gao Jue, einem jungen Mann, den Senior Banker „unreif, verantwortungslos und unzuverlässig” nannten, ist der prominenteste. Die Zeitung enthüllte ihn anhand interner Emails. Gao Jue bekam 2007 von JP Morgan eine Zweijahresvertrag als Analyst und wurde trotz reihenweise vorhandener Gründe nicht gefeuert, weil sein Vater Chinas Handelsminister Gao Hucheng war. Dieser hatte versprochen, sich für die Bank „extra ins Zeug zu legen“, damit sein Sohn den Job behielt. Die Beziehung zwischen ihm und JP Morgan kam durch Fang Fang zustande, den damaligen Chef der China-Abteilung von JPM. „Es gibt ein paar Fälle, in denen wir die Verbindungen des Vaters brauchen können“, empfahl Fang den Anwärter einst in einer Email. (Fang wurde mittlerweile selbst von Hongkonger Korruptionsjägern verhaftet.)

Schon Gao Jues Bewerbungsgespräch war abgründig verlaufen: „Einige Managing Directors meinten, er sei der schlechteste BA-Kandidat [Business Analyst], den sie je gesehen hätten – und offenbar mussten wir ihm ein Angebot machen“, zitierte das Wallstreet Journal die JPM-Mitarbeiterin Danielle Domingue.

Heute arbeitet er bei Goldman Sachs …

Der 32-jährige war so inkompetent, dass er mehrfach zwischen Teams versetzt wurde. Auch verbummelte er die Verlängerung seines Arbeitsvisums und verschickte anzügliche Emails (was ihm eine Verwarnung einbrachte). Trotzdem überlebte er, dank Intervention seines Vaters, eine Entlassungswelle. Erst im März 2009 wurde er gekündigt. Heute arbeitet er bei Goldman Sachs.

Boshu Zhang, Gastprofessor der Columbia University, wundert dies nicht: „Völlig normal in China“, sagte er gegenüber Voice of America. „Wenn große ausländische Firmen in China erfolgreich sein wollen, müssen sie unausgesprochenen Regeln folgen … der speziell chinesischen Business-Regel.“

Die Idee, Gao Jue einzustellen, kam von William Daley, damals ein Senior Executive von JPM. Daley arbeitete von 2004 bis 2010 für das Unternehmen, war außerdem US-Handelssekretär und diente 2011 bis 12 im Weißen Haus als Chief of Staff. Seine Machenschaften könnten, wie die ganze Geschichte, unter den Foreign Corrupt Practices Act fallen (sprich: Gesetz gegen Korruption im Ausland).

Trotzdem werde es keine Ermittlungen gegen Daley, Fang Fang, Gao Hucheng und seinen Sohn geben, berichtete das WSJ. Dass es schwierig werden wird, in dem Fall jemandem einen konkreten Gesetzesbruch nachzuweisen, sagte auch Lianchao Han vom Washingtoner Hudson Institute gegenüber Voice of America.

Vermutlich wird es zu einer Einigung zwischen JPM, der US-Börsenaufsicht SEC und der US-Justiz kommen, schlimmstenfalls mit Bußgeld und Revision der Geschäftspraktiken.

Mehrfach ähnliche Ermittlungen bei JP Morgan

Schon 2013 hatte die SEC die Personalentscheidungen der Bank unter die Lupe genommen: Damals stand die Hongkonger Filiale von JPM unter Verdacht, Kinder chinesischer Staatskonzern-Chefs angeheuert zu haben, um Versicherungs-Verträge und andere Deals an Land zu ziehen. Auch Hongkonger Behörden ermittelten wegen der Personalpolitik von JPM und verhafteten im Mai 2014 oben erwähnten Fang Fang, der sich als Jobvermittler des kommunistischen Partei-Adels betätigt hatte. (rf)

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