Sicherheitslage im Niger durch westliche Truppen nicht besser – Hunderte Einwohner protestieren gegen die fremden Truppen

Epoch Times16. März 2019 Aktualisiert: 16. März 2019 20:40
Trotz der Anwesenheit ausländischer Truppen werden die Einwohner von Niger weiter von Terroristen attackiert.

Im afrikanischen Sahel-Staat Niger haben am Samstag hunderte Menschen gegen die Anwesenheit ausländischer Truppen aus Deutschland und anderen westlichen Staaten demonstriert. Rund tausend Menschen folgten in der Hauptstadt Niamey dem Protestaufruf eines Bündnisses zivilgesellschaftlicher Gruppen. „Nieder mit den ausländischen Truppen“, skandierten sie. Die Initiatoren erklärten, die ausländische Truppenpräsenz untergrabe die Souveränität ihres Landes und trage nichts zur Verbesserung der Sicherheitslage bei.

Die Republik Niger grenzt an den Krisenstaat Mali und liegt in einer Region, deren Stabilität durch extremistische Gruppen akut gefährdet ist. Zudem ist sie ein wichtiges Transitland für afrikanische Migranten auf dem Weg nach Europa.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eröffnete im November einen Lufttransportstützpunkt der Bundeswehr in Niamey. Die deutschen Soldaten unterstützen von dort aus die UN-Mission in Mali, Minusma, und die EU-Mission EUTM, vor allem im Bereich Transport.

Auch Frankreich hat Soldaten in seiner ehemaligen Kolonie Niger stationiert. Die USA errichten derzeit im Norden des Landes einen großen Drohnenstützpunkt.

Die Demonstranten zeigten sich am Samstag verärgert über die ausländische Präsenz. „Man öffnet die Tore für alle möglichen ausländischen Kräfte: Franzosen, Amerikaner, Italiener, Deutsche“, sagte einer der Protestorganisatoren, Moussa Tchangari. „Angeblich kämpfen sie gegen den Terrorismus und die illegale Migration. Allerdings verschlechtert sich die Sicherheitslage in unserem Land.“

Der Aktivist Maikoul Zodi von der Nichtregierungsorganisation „Tournons la Page“ klagte: „Wir werden von den Terroristen angegriffen – trotz dieser französischen oder amerikanischen Stützpunkte.“ Weiteres Thema der Kundgebung war die Steuerpolitik der nigrischen Regierung, die von den Demonstranten als ungerecht kritisiert wurde.(afp)

 

 

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