Jair Netanjahu: „Die EU ist ein Feind Israels und ein Feind der christlichen Nationen Europas“

Von 30. April 2020 Aktualisiert: 30. April 2020 23:38
Premier-Sohn Jair Netanjahu hat auf Twitter die EU scharf kritisiert. Diese hatte eine umstrittene Gegenveranstaltung von NGOs zum offiziellen Gedenken an Israels gefallene Soldaten unterstützt. Netanjahu nannte die EU eine „bösartige globalistische Organisation“.

Mit harschen Worten an die Adresse der EU hat Jair Netanjahu, der Sohn des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, einen Beitrag der Delegation der Staatengemeinschaft anlässlich des Gefallen-Gedenktages kommentiert, der am Abend des 27. April begonnen hatte.

Netanjahu bezeichnete die EU als „Feind Israels“ und kündigte dieser an, sie werde bald einem Europa Platz machen müssen, das „frei, demokratisch und christlich“ sei.

Der Yom HaZikaron ist einer der höchsten Gedenktage in Israel. Ursprünglich war er dem Angedenken der Soldaten gewidmet, die in den Kriegen zur Verteidigung der Existenz des 1948 wiedererstandenen jüdischen Nationalstaates im früheren Kernland der historischen Stämme Israels gefallen waren. Später wurde an dem Tag auch der zivilen Opfer von Terroranschlägen gedacht, die arabische Terroristen bis heute mit expliziter Billigung der führenden Palästinenserorganisationen verüben.

EU und NGOs zeigen großes Interesse an nationalem Feiertag in Israel

Anlass für Netanjahus Tweets war, dass die Vertretung der EU in Israel in einem Tweet ihre Beteiligung an einer Online-Zeremonie verkündet hatte, die NGOs wie „Kombattanten für den Frieden“ und des „Elternkreises Familienforum“ auf Zoom abgehalten hatten.

Anstelle des offiziellen Gedenktages richten diese jedoch eine „alternative“ Form desselben ab: Ihre „Israelisch-Palästinensische Gedenktags-Zeremonie“ legt den Fokus auf eine „gemeinsame Feier“, die „auf beiden Seiten die Saat der Hoffnung säen“ und „ein Ende der Kriege, die die Leben unserer geschätzten und geliebten Angehörigen genommen haben“, bewirken solle.

Der „NGO Monitor“ sieht die Veranstaltung skeptisch. Hinter beiden Organisationen stünden Sponsoren wie die deutsche Rosa-Luxemburg-Stiftung, „Brot für die Welt“, der „Rockefeller Brothers Fund“ oder kirchliche Vereinigungen aus Deutschland, Europa und Nordamerika. Im Jahr 2018 hätten auch Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung teilgenommen.

NGO Monitor: „Unmoralische Gleichstellung von Terroropfern und Terroristen“

Neben der Frage, warum ein reines Online-Event Spenden von umgerechnet mehr als 36.000 Euro benötige, und des hohen Maßes an internationalem Interesse für einen israelischen Feiertag nimmt der „NGO Monitor“ vor allem am Narrativ Anstoß, der in den Zeremonien zum Ausdruck komme. Die „Watchdog“-Seite schreibt:

„Entgegen der Selbstdarstellung der Organisatoren repräsentiert die Veranstaltung nur einen engen, einseitigen Teil der israelischen Zivilgesellschaft, und vertritt einen palästinensischen Narrativ, der eine unmoralische Gleichstellung von Terroropfern und Terroristen vornimmt. Viele trauernde Familien haben sich gegen die Sponsoring-NGOs und deren Fokus auf israelische ‚Schuld‘ gewandt – und gegen die dort explizit oder implizit verbreiteten politischen Botschaften, in denen die Legitimität israelischer Narrative zurückgewiesen wird. Während die Sponsoren von sich behaupteten, für den Frieden einzustehen, untermauern sie diese Behauptung nicht durch Beweise.“

Facebook hatte Jair Netanjahu 2018 gesperrt

Jair Netanjahu reagierte auf den Tweet der EU mit einem eigenen Statement, in dem er Brüssel vorwarf, eine „Schande“ am „heiligsten Tag des israelischen Kalenders“ zu finanzieren. Weiter hieß es:

„Wir haben einen Tag im Jahr, an dem wir unserer gefallenen Soldaten gedenken! Und ihr zerstört ihn mit einem ‚Gedenken‘ an palästinensische Terroristen! Die EU ist ein Feind Israels und ein Feind aller christlichen Länder Europas! Eure Schengen-Zone ist tot und bald wird es auch eure bösartige globalistische Organisation sein, und dann wird Europa wieder frei, demokratisch und christlich sein.“

Jair Netanjahu ist schon mehrfach in die Schlagzeilen geraten, weil er in sozialen Medien kein Blatt vor den Mund nimmt. Im Jahr 2018 wurde sein Facebook-Account gelöscht, nachdem er dort in Reaktion auf mehrere Terrorakte gegen jüdische Zivilisten durch arabische Terroristen zu Racheakten aufgefordert hatte.

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