Joshua Wong: Taiwan soll wegen Coronavirus wieder in WHO aufgenommen werden – China sperrt sich

Epoch Times23. Februar 2020 Aktualisiert: 25. Mai 2020 15:50
Auf Drängen Chinas wurde Taiwan 2016 aus der Weltgesundheitsorganisation ausgeschlossen. Mit dem Coronavirus-Ausbruch bringt der Ausschluss Probleme mit sich: Die Informationen zum Virus erreichen den Inselstaat nicht rechtzeitig.

Angesichts des COVID-19-Ausbruchs ruft der Hongkonger Aktivist Joshua Wong Deutschland und die gesamte internationale Gemeinschaft dazu auf, sich für einen Aufnahme Taiwans in die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einzusetzen.

„Sie sollten einen Beitritt Taiwans zur WHO unterstützen“, sagte Wong der „Welt am Sonntag“. Der Kampf gegen die „globale Gesundheitskrise“, die von China ausgehe, „sollte wichtiger sein als die politische Ideologie, wegen der Taiwan aus der WHO ausgeschlossen ist“, so der Aktivist weiter.

Wong gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Hongkonger Demokratiebewegung, die seit Juni 2019 immer wieder gegen den Einfluss Pekings in der Sonderverwaltungszone auf die Straßen geht. Taiwan ist kein WHO-Mitglied und daher auch nicht direkt in das weltweite Gesundheitssystem eingegliedert.

Taiwan beklag: Wegen Ausschluss von WHO keine aktuellen Informationen zum Virus

In dem Inselstaat gebe es bisher 24 mit der Lungenkrankheit COVID-19 Infizierte und einen Todesfall, berichtet die Zeitung unter Berufung auf das „European Center of Disease Prevention and Control“.

Die Regierung in Taipeh hat in den vergangenen Wochen mehrmals beklagt, durch den Ausschluss von der WHO Informationen zu COVID-19 nicht rechtzeitig zu bekommen.

In der vergangenen Woche seien dann auch Experten aus Taiwan online bei einem WHO-Forum zum Wissensaustausch über den Virus dabei gewesen, berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf WHO-Angaben. Sie hätten als Privatpersonen und ohne Nennung ihrer Nationalität teilgenommen.

Taiwan auf Drängen Chinas 2016 als WHO-Beobachter ausgeschlossen

Von 1927 bis 1949 wütete in China ein Bürgerkrieg, in dem sich vor allem die regierende Kuomintang unter Chiang Kai-sek und die Kommunistische Partei Chinas unter Mao Zedong gegenüber standen. Die Kommunisten gingen siegreich aus dem Konflikt hervor und gründeten die Volksrepublik China, während sich die Kuomintang auf Taiwan zurückzog und die Republik China weiterführte.

Bis 1971 wurde die Regierung in Taiwan von der Mehrheit der Staaten als der einzige legitime Vertreter Chinas angesehen – bis der Einfluss der Volksrepublik größer wurde. Heute bezeichnet Peking Taiwan als zur Volksrepublik gehörige Provinz und setzt Staaten unter Druck, die den Inselstaat als eigenständiges Land anerkennen.

Bis 2016 hatte Taiwan noch einen Beobachterstatus bei der WHO inne. Doch seit Tsai Ing-wen Präsidentin Taiwans ist, deren Fortschrittspartei auf größere Distanz zur Volksrepublik setzt, hatte Peking den Druck auf die WHO erhöht, den Inselstaat auszuschließen.

2017 wurde Taiwan nicht mehr zur Weltgesundheitsversammlung eingeladen. Deutschland und viele andere Länder verfolgen die Ein-China-Politik und erkennen damit Taiwan nicht offiziell als eigenständigen Staat an. (dts/as)

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