Luxus-Hochzeitsfeier auf Versailles wird für Ex-Renault-Chef zum Verhängnis: Hausdurchsuchung

Epoch Times14. Juni 2019 Aktualisiert: 14. Juni 2019 12:00
Französische Polizisten haben das Haus des ehemaligen Renault- und Nissan-Chefs Carlos Ghosn in l'Étang-la-Ville nahe Paris durchsucht. Die Durchsuchung soll in Zusammenhang mit der pompösen Hochzeitsfeier Ghosns auf Schloss Versailles 2016 stehen.

Französische Polizisten haben das Haus des ehemaligen Renault-Chefs Carlos Ghosn nahe Paris durchsucht. Die Durchsuchung in der Gemeinde L’Étang-la-Ville steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Donnerstagabend in Zusammenhang mit der Hochzeitsfeier Ghosns auf Schloss Versailles im Oktober 2016. Im Raum steht der Verdacht der Vorteilsannahme.

Die französische Justiz ermittelt seit März wegen Ghosns Hochzeit. Die Feier in der Schlossanlage von „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. könnte eine illegale Zuwendung für einen Sponsorenvertrag gewesen sein, den Renault mit Schloss Versailles abgeschlossen hatte.

Der Sponsorenvertrag datiert auf Juni 2016. Vier Monate später feierte Ghosn im Lustschloss Grand Trianon im Park von Versailles mit großem Pomp die Hochzeit mit seiner zweiten Frau. Bei dem Fest traten Schauspieler in Kostümen der Epoche auf.

Erst nach Bekanntwerden der Ermittlungen erklärte sich der frühere Automanager über seinen Anwalt bereit, die Kosten für die Anmietung von Versailles in Höhe von 50.000 Euro selbst zu tragen.

Ghosns Anwalt Jean-Yves Le Borgne erklärte, er könne sich im Detail nicht zu der Durchsuchung äußern. Er verwies dabei auf den „geheimen“ Charakter der Ermittlungen.

Ghosn in Japan angeklagt

Ghosn wartet derzeit in Japan auf ein Verfahren gegen ihn. Er war am 19. November in Tokio festgenommen worden, ist aber seit Anfang März unter Zahlung einer Kaution in Höhe von 4,5 Millionen Dollar wieder auf freiem Fuß. Ghosn darf Japan jedoch nicht verlassen und wird mit Kameras überwacht.

Die Staatsanwaltschaft in Tokio wirft dem 65-Jährigen vor, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei dem Autohersteller Nissan deklariert, der mit Renault eine Allianz unterhält.

Als früherer Verwaltungsratschef bei Nissan soll Ghosn auch persönliche Verluste auf den Autokonzern übertragen haben. Ghosn bestreitet die Vorwürfe.

Auch Renault geht inzwischen juristisch gegen Ghosn vor. Im März hatte der Autobauer der französischen Justiz verdächtige Zahlungen in Höhe von elf Millionen Euro gemeldet, die in Ghosns Zeit als Konzernchef fallen. Der französische Staat hält einen Anteil von 15 Prozent an Renault. (afp)

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