Mehr als 250 Festnahmen nach mutmaßlichem Umsturzversuch in Äthiopien

Epoch Times28. Juni 2019 Aktualisiert: 28. Juni 2019 15:51
Nach dem mutmaßlichen Umsturzversuch in Äthiopien hat ein von der Regierung beauftragtes Sondereinsatzkommando die Festnahme von mehr als 250 Verdächtigen bekanntgegeben. Außerdem wurden 29 automatische Waffen beschlagnahmt.

Nach dem mutmaßlichen Umsturzversuch in Äthiopien hat ein von der Regierung beauftragtes Sondereinsatzkommando die Festnahme von mehr als 250 Verdächtigen bekanntgegeben. 212 Festnahmen seien in der nördlichen Region Amhara erfolgt, 43 in der Hauptstadt Addis Abeba, teilte das Kommando am Donnerstagabend mit. Außerdem seien 29 automatische Waffen beschlagnahmt worden. Auch am Freitag stand noch nicht fest, welche Zusammenhänge zwischen mehreren tödlichen Angriffen auf hohe Regierungsvertreter in Amhara und in Addis Abeba bestanden.

Mehrere hochrangige Militärs und Repräsentanten des Staates getötet

Bei den Anschlägen vom vergangenen Samstag wurden der äthiopische Generalstabschef, der Regionalpräsident von Amhara und drei weitere hochrangige Repräsentanten des Staates getötet. Das Sondereinsatzkommando erklärte nun, die Drahtzieher der Gewalttaten hätten „zahlreiche Regierungsvertreter“ umbringen wollen. „Zerstörerische Kräfte“ seien am Werk, fügte das Kommando ohne nähere Angaben hinzu. Es müsse noch näher untersucht werden, ob die „Mordtaten“ in Addis Abeba und der Regionalhauptstadt von Amhara, Bahir Dar, zusammenhingen.

Am Donnerstag teilte ein Vertreter der Nationalen Amhara-Bewegung mit, dass 56 Parteimitglieder und Sympathisanten festgenommen worden seien. Aus der Veröffentlichung des Sondereinsatzkommandos ging nicht hervor, ob diese Festnahmen in der Gesamtbilanz von mehr als 250 Festnahmen enthalten waren. Die Amhara sind die zweitgrößte Volksgruppe in Äthiopien.

Die Nationale Amhara-Bewegung macht der Demokratischen Partei von Amhara, die in der Regierungskoalition in Addis Abeba die Region vertritt, immer stärker Konkurrenz. Die Vorgänge der vergangenen Tage sind ein Rückschlag für den äthiopischen Regierungschef Abyi Ahmed, der sich um Reformen in dem ostafrikanischen Vielvölkerstaat bemüht. (afp)

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