Schutz vor Nato: Russland baut Überhorizont-Radar an Ostsee und Schwarzem Meer

Epoch Times6. Juli 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 11:18
Dieses Radarsystem ermöglicht den russischen Streitkräften 300 Überwasser- und 100 Luftziele automatisch und gleichzeitig aufzuspüren sowie zu identifizieren. Mit Tarnkappen-Technologie (Stealth) geschützte Objekte werden ebenfalls von diesem Radartyp erfasst.

Bereits 2017 soll auf der Krim ein modifiziertes Überhorizontradar vom Typ "Podsolnuch" in Dienst gestellt werden, erzählt eine anonyme Quelle "Sputniknews". Das Radar soll alle Schiffe sehen können, die durch den Bosporus fahren.

Demnach will Russland nicht nur am Schwarzen Meer, sondern auch an der Ostsee solche Radarsysteme errichten. Damit sei es möglich, über die Erdkrümmung hinaus Ziele zu erfassen. Dies sei, so "Sputnik", die Reaktion Russlands auf die Nato-Aufrüstung in Osteuropa. 

Die Reichweite dieses speziellen Radartyps betrage 450 Kilometer. Zwar hat das Vorgängersystem Wolna bis zu 3.000 Kilometer Reichweite, doch dafür ist Podsolnuch empfindlich genug um Stealth-Technologien wirkungslos zu machen. Tarnkappenflugzeuge und Schiffe könnten damit problemlos lokalisiert werden.

Aktuell werden drei Radare dieses Typus von den russischen Streitkräften betrieben. Der eine ist am Ochotskischen Meer stationiert, die beiden anderen am Japanischen bzw. am Kaspischen Meer.

Podsolnuch ermöglicht den russischen Streitkräften 300 Überwasser- und 100 Luftziele automatisch gleichzeitig aufzuspüren und zu identifizieren.

Überhorizontradar funktioniert nicht mit Mikrowellen, sondern im Kurzfrequenzbereich, der auch von Radios benutzt wird. Die Strahlen leuchten nicht das Objekt direkt an, sondern erst nach Reflexion an der sogenannten Ionosphäre, einer Schicht der Erdatmosphäre mit geladenen Partikeln (Ionen). Normale bodengestützte Radare sind durch die Erdkrümmung in ihrer Reichweite beschränkt – können sozusagen Objekte unterhalb der Horizontlinie nicht "sehen". Die Nato verfügt ebenfalls über derartige Radar-Systeme.

Russlands Präsident Wladimir Putin beschuldigt die Nato, über dem Ostseeraum doppelt so viele Flüge mit abgeschaltetem Transponder zu unternehmen, wie die russischen Streitkräfte. Mit ihrer Aufrüstung in Europa untergrabe die Nato das Kräftegleichgewicht in der Region. Dennoch werde sich Russland "diesem Kriegsrausch nicht hingeben", so Putin laut "Sputnik". (dk)

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