Spanien schickt Ministerin Calviño in Rennen um Eurogruppen-Vorsitz

Epoch Times25. Juni 2020 Aktualisiert: 25. Juni 2020 11:25

Die spanische Regierung hat ihre Wirtschaftsministerin Nadia Calviño ins Rennen um den Vorsitz der Eurogruppe geschickt. Spanien werde die Bewerbung am Donnerstag einreichen, teilte die Regierung in Madrid mit.

Der bisherige Eurogruppen-Chef Mário Centeno aus Portugal hatte Anfang Juni mitgeteilt, dass er sich nicht für eine zweite Amtszeit bewerben wird. Calviño ist bisher die einzige bekannte Kandidatin für seine Nachfolge. Die Bewerbungsfrist endet am Abend (18.00 Uhr).

„Es wäre eine Ehre für die spanische Regierung, (…) wenn Nadia Calviño den Vorsitz der Eurogruppe übernimmt“, schrieb der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sanchez im Onlinedienst Twitter

Diese sei „ein Schlüsselorgan für die Zusammenarbeit und den Wiederaufbau eines Europas, das stärker und geeinter ist.“ Bei einem Erfolg würden erstmals Spanien und eine Frau an der Spitze des Gremiums stehen.

Die 51-jährige Calviño ist seit Juni 2018 Wirtschaftsministerin ihres Landes. Die Volkswirtin und Juristin hatte ab 2006 zunächst in der EU-Kommission Karriere gemacht. Zuletzt leitete sie dort ab Mai 2014 als Generaldirektorin die Haushaltsabteilung. Ihre Berufung auf den Ministerposten der Regierung in Madrid wurde als Schritt gesehen, die Finanzmärkte nach den Turbulenzen der Schuldenkrise in ihrer Heimat zu beruhigen.

Centeno hat den Posten seit Dezember 2017 inne. Der 53-Jährige hatte Anfang Juni auch seinen Rückzug als portugiesischer Finanzminister erklärt. Medienberichten zufolge war Centeno schon länger amtsmüde. In Brüssel wurden in den vergangenen Jahren auch immer wieder fehlendes Charisma und mangelnde Durchsetzungsstärke des Portugiesen kritisiert.

Der Eurogruppen-Chef wird von den 19 Finanzministern der Währungsunion mit einfacher Mehrheit gewählt. Dies soll am 9. Juli erfolgen. Der neue Eurogruppen-Vorsitzende würde dann am 12. Juli das Amt antreten.

Als mögliche Nachfolgekandidaten Centenos waren neben Calviño auch der Luxemburger Finanzminister Pierre Gramegna und der Ire Paschal Donohoe im Gespräch. Keiner von beiden hat aber bisher offiziell seine Kandidatur erklärt. (afp)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN