Verwirrspiel: Syrische Dschihadistenmiliz Fateh al-Scham geht mit Salafistengruppe zusammen

Epoch Times9. Oktober 2016 Aktualisiert: 9. Oktober 2016 21:53
Durch die nun bekanntgegebene Kooperation dürfte sich die ohnehin verworrene Lage im syrischen Bürgerkrieg, in dem zahlreiche Konfliktparteien untereinander sowie gegen die Regierungstruppen kämpfen, weiter verkomplizieren.

Die syrische Dschihadistenmiliz Fateh-al-Scham-Front hat sich nach eigenen Angaben mit der radikalen Salafistengruppe Dschund al-Aksa zusammengetan. „Um Blutvergießen unter Muslimen zu verhindern“ habe Dschund al-Aksa der Miliz die Treue geschworen, hieß es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung beider Gruppen.

Die Fateh-al-Scham-Front hieß bis vor kurzem Al-Nusra-Front. Die Umbenennung erfolgte, nachdem sich die Gruppe von Al-Kaida losgesagt hatte. Dschund al-Aksa wurde kürzlich von der US-Regierung als Terrororganisation eingestuft. Syrische Rebellen wie die einflussreiche Ahrar-al-Scham-Miliz werfen der Salafistengruppe vor, Verbindungen zur verfeindeten Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu haben.

Durch die nun bekanntgegebene Kooperation dürfte sich die ohnehin verworrene Lage im syrischen Bürgerkrieg, in dem zahlreiche Konfliktparteien untereinander sowie gegen die Regierungstruppen kämpfen, weiter verkomplizieren. Islamlistengruppen unter Führung von Ahrar-al-Scham hatten erst kürzlich eine Offensive gestartet, um Dschund al-Aksa aus den von Rebellen kontrollierten Gebieten zu vertreiben.

Die Fateh-al-Scham-Front habe sich als Teil der Rebellion präsentiert, kooperiere nun aber mit einer Gruppe, die im Lager der Regierungsgegner als IS-nah abgelehnt werde, sagt der Syrien-Experte Charles Lister vom Middle East Institute in Washington.

Moskau hatte den USA in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, die gemäßigten Rebellen in Syrien nicht von einer Allianz mit der Fateh-al-Scham-Front abzuhalten. Die angebliche Schonung der Gruppe durch Washington ist ein Hindernis bei den Friedensgesprächen zu Syrien, die derzeit auf Eis liegen.

(AFP)

 

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