Times Square und U-Bahn in New York: FBI-Agent durchkreuzte potenziell verheerende Anschläge

Anschläge auf den Times Square und die U-Bahn in New York wurden durch einen Undercover-Agenten mit verhindert. Er gab sich als IS-Mitglied aus und konnte sich in die Gespräche der potentiellen Angreifer einklinken.
Titelbild
Menschen in New York am Times Square.Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa
Epoch Times8. Oktober 2017

Ein verdeckter FBI-Ermittler hat nach US-Justizangaben dabei geholfen, Anschläge in New York nach dem Vorbild der islamistischen Attentate von Paris und Brüssel zu verhindern. Der Undercover-Agent der US-Bundespolizei habe sich als Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ausgegeben und mit den Verdächtigen kommuniziert, teilte die Staatsanwaltschaft von Manhattan am Freitag mit.

So habe er erfahren, dass unter anderem Anschläge auf den Times Square und die U-Bahn geplant waren.

Die Anschläge sollten während des islamischen Fastenmonats Ramadan im Sommer 2016 stattfinden und möglichst viele Opfer verursachen. Hauptbeschuldigte sind der 19-jährige Kanadier Abdulrahman El Bahnasawy, der Material zum Bombenbau beschafft haben soll und bei seiner Einreise in die USA im Mai 2016 festgenommen wurde, sowie der gleichaltrige, in Pakistan lebende US-Bürger Talha Haroon.

Der 37-jährige Russell Salic aus den Philippinen soll im Mai 2016 Geld für das Vorhaben gegeben haben – den US-Angaben zufolge überwies er den anderen Verdächtigen 423 Dollar (360 Euro).

Vergleiche mit dem Pariser Attentat beim Konzert

Der FBI-Agent erfuhr nach Angaben der Staatsanwaltschaft von den Plänen, als er sich als vermeintlicher IS-Anhänger in die Smartphone-Kommunikation zwischen den beiden 19-Jährigen einklinkte. So erfuhr er vom Kauf des Sprengstoffs TATP in Kanada durch El Bahnasawy.

Der Kanadier habe gesagt, er wolle „viele Menschen töten“ und auch Konzerte angreifen. „Wir gehen da mit unseren Waffen rein, so haben es die Typen in Paris auch gemacht“, sagte er mit Blick auf den Angriff auf die Pariser Konzerthalle Bataclan im November 2015.

U-Bahn sei das „perfekte Ziel“

Haroon habe in seiner Kommunikation mit dem FBI-Beamten gesagt, die U-Bahn sei das „perfekte Ziel“. Er wolle „so viele Passagiere wie möglich töten“. Er habe auch gesagt, er wolle den Times Square „umstellen“ und „tausende Menschen töten“.

Haroon sollte den Angaben zufolge erst kurz vor den geplanten Anschlägen in die USA einreisen. Er wurde im September 2016 in Pakistan festgenommen, die USA hoffen auf seine baldige Auslieferung. Haroon und El Bahnasawy droht eine lebenslange Haftstrafe.

Salic wurde im April auf den Philippinen festgenommen. Die USA haben seine Auslieferung beantragt. Am Sonntag sagte die philippinische Regierung diese grundsätzlich zu.

Aber zunächst müsse das übliche Verfahren eingeleitet werden, erklärte Justizminister Vitaliano Aguirre, ohne eine Angabe zur Dauer zu machen. Laut Aguirre wird gegen Salic auch in einem örtlichen Fall ermittelt. Der Militärchef der Philippinen, Eduardo Ano, sagte am Sonntag, Salic befinde sich bei der philippinischen Bundespolizei in Gewahrsam.

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und nach den verschiedenen islamistischen Anschlägen in Europa in den vergangenen Jahren herrscht in New York die Sorge vor einem erneuten Attentat. Orte mit großen Touristenansammlungen wie der Times Square werden daher besonders überwacht.

Im September 2016 war eine in einem Mülleimer platzierte Bombe im belebten Stadtteil Chelsea explodiert, es gab jedoch nur Leichtverletzte. Der zwei Tage später festgenommene Verdächtige wird beschuldigt, an anderen Orten zwei weitere Sprengsätze deponiert zu haben, die jedoch nicht explodierten. (afp)



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