Trump droht mit Strafzöllen auf französische Weine – EU will Agrarerzeugnisse nicht verhandeln

Epoch Times10. Juni 2019 Aktualisiert: 10. Juni 2019 19:34
"Es ist nicht fair", sagt US-Präsident Trump zu den Zöllen, die die EU auf Weine aus den USA erhebt. Diese sind erheblich höher als die Zölle, die die USA auf französische Weine erhebt. Demnächst beginnen die EU und die USA mit offizielle Verhandlungen über ein Handelsabkommen, dabei will die EU Agrarerzeugnisse jedoch nicht einbeziehen.

Wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Frankreich denkt US-Präsident Donald Trump erneut über Strafzölle auf französische Weine nach. In einem Interview des Senders CNBC sagte Trump am Montag, dass auf nach Frankreich exportierte Weine aus den USA höhere Zölle erhoben würden als umgekehrt. Dies sei „nicht fair, und wir werden etwas dagegen tun“. In den USA gebe es ebenfalls „großartigen Wein“, betonte Trump.

EU-Zölle auf US-Weine sind erheblich höher als umgekehrt

Die EU-Zölle auf Wein aus den Vereinigten Staaten sind tatsächlich deutlich höher als umgekehrt. Nach Angaben des Wine Institute – einer Lobbyorganisation kalifornischer Winzer – liegen sie zwischen 0,11 und 0,29 Dollar pro Flasche.

Umgekehrt erheben die USA auf Weine aus der Europäischen Union laut der US-Handelsbehörde USITC Zölle von nur 0,053 bis 0,127 Dollar pro Flasche.

Die Importe von europäischen Weinen in die USA hatten 2017 den Angaben zufolge einen Wert von insgesamt 4,5 Milliarden Dollar. Umkehrt erreichten die Exporte von US-Wein in die EU nur einen deutlich geringeren Wert von 553 Millionen Dollar. Allerdings ist die EU der größte ausländische Abnehmer von Weinen aus den USA.

Die EU-Kommission ist zuständig und will Agrarprodukte nicht verhandeln

Bereits im November sprach Trump an, dass Frankreich im Weinhandel unfair mit den USA umgehe. Allerdings erhebt nicht Frankreich die Zölle – die Importabgaben wie die Handelspolitik insgesamt liegen in der Zuständigkeit der EU-Kommission.

Die USA und die EU wollen demnächst in offizielle Verhandlungen über ein mögliches Handelsabkommen einsteigen. Allerdings will die EU-Kommission im Gegensatz zu Trump Agrarprodukte nicht in die Verhandlungen einbeziehen.

Trumps Lob auf die Qualität der US-Weine rührt nicht aus eigener Erfahrung – er trinkt keinen Alkohol. (afp)

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