Türkischer Außenminister reist überraschend nach Tripolis

Epoch Times17. Juni 2020 Aktualisiert: 17. Juni 2020 21:52

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu ist am Mittwoch überraschend zu einem Treffen mit der von der UNO anerkannten libyschen Einheitsregierung nach Tripolis gereist. Begleitet vom türkischen Finanzminister Berat Albayrak und dem Chef des Nachrichtendienstes, Hakan Fidan, sprach Cavusoglu mit Ministerpräsident Fajes al-Sarradsch über die „jüngsten Entwicklungen in der Krise“ in Libyen, wie die Einheitsregierung mitteilte. Es sei auch um die „internationalen Bemühungen um eine Lösung“ für das kriegsgebeutelte Land gegangen.

Der Besuch erfolgte kurz nachdem die libysche Einheitsregierung Anfang Juni die Truppen von General Chalifa Haftar mit türkischer Militärunterstützung aus dem Westen des Landes verdrängt hatte. Derzeit versucht eine ägyptische Friedensinitiative, beide Seiten zu einem Waffenstillstand zu bewegen. Einen solchen Vorschlag lehnte die Regierung in Tripolis zuletzt ab. Seit Beginn von Haftars Offensive auf Tripolis vor mehr als einem Jahr wurden hunderte Menschen getötet und rund 200.000 Menschen in die Flucht getrieben.

In Libyen herrscht seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Einheitsregierung von al-Sarradsch, die ihren Sitz in Tripolis hat, ist schwach. Ein Großteil des Ostens und Südens des Landes wird von Haftars Truppen kontrolliert. Zudem sind weitere Länder in den Konflikt involviert: Die Türkei und Katar stehen auf der Seite der Einheitsregierung, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Russland unterstützen Haftar und seine Truppen. (afp)

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