Ukrainisch-russische Gespräche über weiteren Gefangenenaustausch – Neues Treffen in Aussicht

Epoch Times14. Februar 2020 Aktualisiert: 14. Februar 2020 20:17
Die Gespräche über einen Gefangenenaustausch zwischen der Ukraine und Russland halten an. Auch ein neues Treffen zwischen Putin und Selenskiy war bei einem Telefongespräch der beiden Staatschefs auf der Themenliste.

Die Staatschefs der Ukraine und Russlands, Wolodymyr Selenskiy und Wladimir Putin, haben nach übereinstimmenden Angaben über einen weiteren Gefangenenaustausch gesprochen. In einem Telefonat sei es um „die Freilassung ukrainischer Bürger“ gegangen, die in von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebieten in der Ostukraine gefangengehalten würden, teilte das ukrainische Präsidialamt am Freitag mit. Putin forderte Selenskiy nach Angaben des Kremls zur „vollständigen und bedingungslosen Umsetzung“ der Minsker Abkommen auf.

In dem Telefonat sei „Bereitschaft ausgedrückt worden, Anstrengungen fortzusetzen, die Freilassungen und Austausch“ von Gefangenen zum Ziel hätten, erklärte der Kreml. Auch über einen weiteren Truppenrückzug in der Ostukraine und die Beseitigung von Minen sei gesprochen worden.

Minsker Abkommen

„Wladimir Putin hat eine direkte Frage gestellt: Hat Kiew die Absicht, die Minsker Abkommen tatsächlich umzusetzen“, hieß es in der Mitteilung aus Moskau schroff. Die 2015 geschlossenen Vereinbarungen sollten den Konflikt in der Ostukraine befrieden, doch wird immer wieder gegen deren Auflagen verstoßen – wofür sich die Konfliktparteien gegenseitig verantwortlich machen.

Kiew erklärte, in dem Telefonat sei es auch um die Vorbereitung eines neuen Treffens im Normandie-Format gegangen, wie es im Dezember in Paris stattgefunden hatte. An dem Gipfel am 9. Dezember hatten außer Putin und Selenskiy auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilgenommen.

Dem ersten persönlichen Treffen von Putin und Selenskyj war Ende Dezember der Austausch von rund 200 Gefangenen zwischen der Ukraine und den prorussischen Rebellen gefolgt. Bereits im September hatten die Ukraine und Russland 70 Gefangene ausgetauscht.(afp/al)

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