Wetterchaos in Stockholm: Gendergerechte Schneebeseitigung gescheitert

Von 16. November 2016 Aktualisiert: 16. November 2016 22:01
Sozialdemokraten und Grüne ordneten letztes Jahr in der schwedischen Hauptstadt eine geschlechtergerechte Schneeräumung an. Da Frauen eher zu Fuß unterwegs seien, sollten künftig erst Gehwege geschippt werden, bevor man die Straßen räumt. Nun kam es zum absoluten Verkehrschaos.

Die Stadt Stockholm hat im letzten Jahr die gendergerechte Schneebeseitigung eingeführt. Nun kam es zu Chaos im Stadtverkehr, weil keiner die Straßen räumte, berichtet die Junge Freiheit.

Weiter heißt es: „Weil aus Gründen der angeblichen Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit Gehwege zuerst geräumt wurden, waren die nach einem unerwartet hohen Schneeaufkommen zugeschneiten Straßen weder für Einsatzkräfte noch für Berufstätige nutzbar.

In der Folge blieben Firmen, Schulen, Kindergärten und Geschäfte geschlossen, Zugstrecken und Autobahnen konnten nicht mehr befahren werden. Auf den glattgeschaufelten Gehsteigen häuften sich indes die Unfälle.“

Waren das Wetter oder die Umstände in der Stadt schuld?

Der Vizebürgermeister und Verkehrsminister von Stockholm, Daniel Helldén, wies die Kritik am gendergerechten Schneeschippen zurück: „Die gendergerechte Schneebeseitigung ist nicht schuld“, sagte er der Tageszeitung Expressen. „Ja, es ist offensichtlich, dass es nicht funktioniert hat. Die Frage ist nur warum? War es das Wetter oder waren es die Umstände in der Stadt?“

Nach Ansicht von Helldén gäbe es derzeit einen Mangel an gendergerechter Schneebeseitigung. Es sei immer noch schwierig, auf den Gehsteigen zu gehen und es sei wichtig, dass die Schneeräumung Bahnwege, öffentliche Verkehrsmittel und Radwege priorisierte.

Da eine Untersuchung ergeben hatte, dass Männer auf dem Weg zur Arbeit eher das Auto nutzen als Frauen, sollten beim Schneeräumen in Zukunft die Gehwege priorisiert werden. Das hatte die rot-grüne Stadtkoalition im Vorjahr beschlossen, nachdem sie einen „Mangel an geschlechtergerechter Schneeräumung“ festgestellt hatte. Frauen nutzten häufiger Gehsteige, entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Mit dem neuen Beschluss sollten künftig beim Schneeräumen feministische Aspekte berücksichtigt werden.

„Die gendergerechte Schneeräumung bewirkte, dass Frauen nicht arbeiten konnten, Kinder zu Hause bleiben mussten und ältere Menschen sich gar nicht mehr außer Haus wagten“, kritisierte indes die stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Cecilia Brinck, von der liberal-konservativen Moderaten Sammlungspartei (M) die Folgen der Maßnahme.

Schnee für alle Gender nicht gerecht

„Der Schnee als solcher müsste eben einfach verboten werden, da er per se nicht gendergerecht ist,“ kommentiert Quer-Denken.TV. „Wie immer zieht beim Aufeinandertreffen von Wirklichkeit und Ideologie letztere den Kürzeren. Wie weltfremd muss man sein, dass man nicht einmal kurz nachrechnet, wie viele Fahrzeuge auf einer durchschnittlichen Straße pro Stunde entlangfahren, schon um die Lebensfunktionen der Stadt aufrecht zu halten, und wie viele Fahrräder im Schneetreiben wohl pro Stunde unterwegs sind. Werden dann nicht die meisten von Fahrrad und Fußweg lieber auf den geheizten Bus umsteigen? Aber wie sollen Busse fahren, wenn die Straßen nicht geräumt sind?

In Stockholm kamen natürlich aufgrund der verstopften Straßen auch die Busse nicht vom Fleck, so dass auch die alten Leute, Frauen, Kinder und Männer samt der 26 anderen Gender, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, keinen Millimeter vorwärts kamen.

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