Darts-WM: Van Gerwens Weg zum Titel-Triple

Epoch Times28. Dezember 2017 Aktualisiert: 28. Dezember 2017 10:17
Phil Taylor tritt ab, doch der Macht- und Generationenwechsel ist schon seit Jahren vollzogen. Den Darts-Sport dominiert inzwischen der Niederländer van Gerwen, dem wohl nichts lieber wäre, als Taylor den Traum vom letzten WM-Titel zu vermiesen.

Er gewinnt die meisten Turniere, verdient mit Abstand das meiste Geld und beherrscht die Darts-Szene seit Jahren nach Belieben. Doch all die Dominanz hilft Superstar Michael van Gerwen nicht, wenn er die entscheidende Trophäe zum Jahresanfang nicht in den Handen hält: den WM-Pokal.

„Das letzte Jahr war besonders, wenn ich da nicht bei der WM gewonnen hätte, hätte mich das zerstört“, sagt van Gerwen über seinen WM-Sieg im vergangenen Jahr. Seine 25 Saisontitel zuvor waren wohl zusammen nicht so viel wert waren wie die rund 20 Kilogramm schwere Sid Waddell Trophy, die er mit einem Finalsieg über den Schotten Gary Anderson vor knapp zwölf Monaten eroberte.

Auch in diesem Jahr ist der Weltranglistenerste wieder das Maß aller Dinge im Darts-Sport. Van Gerwen siegt ohne Pause. Wenn der 28-Jährige in seinem markanten grellgrünen Shirt zur Musik von den White Stripes auf die Bühne kommt, heißt das für die Konkurrenz nichts Gutes. „Wenn ich gewinne, ist das normal. Wenn ich verliere, heißt es, dass ich Müll spiele“, fasst der Niederländer, der einst eine Lehre zum Fliesenleger machte, seine derzeitige Überlegenheit zusammen.

Gegen Gerwyn Price spielte er am Mittwochabend Müll, er spielte „absolut wie ein Clown“, wie van Gerwen selbst zugab. Für ein souveränes 4:2 und die Qualifikation für das Viertelfinale reichte es trotzdem. Am Freitag trifft er nun auf Landsmann Raymond van Barneveld, der ihm vor zwei Jahren eine schwere Niederlage bei der WM in London bescherte. „Er kann es nicht gegen mich schaffen. Ich habe ihm letztes Jahr gezeigt, wie es geht und werde es in diesem Jahr wieder tun“, sagte van Gerwen. Im Vorjahr hatte er „Barney“ im Halbfinale mit 6:2 klar besiegt.

Die Frage, wer der Thronfolger des 16-maligen Weltmeisters Phil Taylor wird, ist längst beantwortet. Die beiden Superstars haben enormen Respekt voreinander, sind aber bis zum Karriereende Taylors nach dieser WM immer wieder damit beschäftigt, gegen den anderen zu sticheln.

„Er verdient jede Anerkennung, die man ihm geben kann. Zwischen uns herrscht Respekt, und Phil weiß, dass mein Top-Level höher ist als seins“, sagte van Gerwen vor dieser WM über „The Power“. Nichts wäre dem Niederländer lieber, als die 57 Jahre alte Pfeile-Legende auf der ganz großen Bühne in Rente zu schicken und ihm im Finale einen letzten großen Titel zu vermasseln.

„Er ist brillant, und er bekommt die Anerkennung, die er verdient, weil er ein Gewinner ist“, sagte Taylor über „MvG“. Der Niederländer ist seit diesem Sommer Vater, doch ein Siegbesessener wie er schafft es, auch diesen Aspekt noch mit dem Sport in Einklang zu bringen.

„Ich will es gut machen für mich und für meine Familie. Wenn ich das nicht schaffe, leidet meine Tochter wahrscheinlich, also muss ich einfach weiter gewinnen“, sagte der zweimalige Weltmeister van Gerwen. Am liebsten alle drei Duelle – inklusive des WM-Endspiels am Neujahrstag. (dpa)

Schlagworte, ,
Themen
Panorama
Newsticker