„Lass mich durch!“ „Nein, lass du mich durch!“ „Nein du ....“ (Steffen Andritzke/DNE)

Das Jugendfootball-Camp

Epoch Times26. Juli 2007 Aktualisiert: 26. Juli 2007 21:07

Kein Zweifel, American Football ist auch in unserem Lande auf dem Vormarsch und die Vereine melden Zuwachsraten im Mitgliederbereich von 15 bis 20 Prozent. Vor allem in den Ländern der National Football Leage Europa (NFLE), in denen Football schon länger gespielt wird, geht es im Jugendbereich stetig aufwärts. Insbesondere aus diesem Grund wird auf die solide Ausbildung des Football-Nachwuchses sehr viel Wert gelegt.

In diesem Sommer veranstaltete deshalb die NFLE in mehreren Städten Deutschlands sogenannte „Junior Players Development“-Camps. Dies geschah in Kooperation mit den (ehemaligen) NFLE-Teams in der jeweiligen Region. So fand zum Beispiel ein JPD-Camp der Sea Devils in Hamburg statt und vom 23. bis 27. Juli wird in Wiesbaden im Camp der Frankfurt Galaxy trainiert. In diesen Ausbildungscamps werden Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren an den Tackle Football herangeführt und ausgebildet (Tackle = das Festhalten und zu Boden bringen des Ballträgers).

Das Trainingsprogramm in diesen Camps ist so aufgebaut, dass alle Teilnehmer jede Position im Tackle Football kennen lernen und auch einmal spielen können. Die Teilnahme war für alle Jugendlichen kostenlos und auch die Ausrüstung wie Helm, Schulterschutz, Hose und Trikot wurde von der NFLE zum Nulltarif für die Dauer des Camps zur Verfügung gestellt. Das Camp der Centurions Köln fand vom 16. bis 20. Juli in Troisdorf (bei Bonn) statt und wurde zusätzlich vom Team der Troisdorf Jets unterstützt.

Interview

Die Neue Epoche besuchte das Camp der Centurions & Jets und sprach mit dem Leiter des JPD-Camps, Lars Trömel:

DNE: Warum fand dieses Camp gerade in Troisdorf statt?

Lars Trömel: Wir haben das Camp mit der NFLE und den Jets zusammen organisiert weil wir möchten, dass auch die lokalen Vereine von einem Ausbildungscamp auf so hohem Niveau profitieren können. Diese Vereine hatten die Möglichkeit, ihre eigenen Jugendspieler hierher zu schicken und konnten natürlich großen Nutzen für ihre eigene Jugendarbeit daraus ziehen, weil ihre Spieler hier von uns in den Basistechniken solide ausgebildet werden.

Auch die Jugendlichen haben es hier sehr gut was ihre Ausbildung betrifft, denn zwei Mal am Tag Training ist schon eine sehr professionelle Umgebung. Außerdem gibt es feste Coaches, die sehr gut vorbereitet und qualifiziert sind; das Equipment ist da und es wird nichts dem Zufall überlassen.

Wer finanziert die Camps?

Trömel: Das Finanzielle trägt die NFL zu 100 Prozent; die Vereine bringen sich ein was die Organisation, die Sportplätze und die Helfer betrifft.

Welche Jugendlichen trainieren hier; nur die, die zu einem bestimmten Verein gehören?

Trömel: Nein, hier machen dreierlei Spielertypen mit: zum einen diejenigen die schon Tackle Football im Verein spielen – für sie ist das hier ein sehr guter Lehrgang. Der Großteil sind allerdings diejenigen Spieler, die schon einmal Flag Football gespielt haben und jetzt in den Tackle Football einsteigen wollen (Flag Football ist die Variante ohne Körperkontakt für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren). Das bedeutet für sie, dass sie mit dieser Grundausbildung hier gleich einen raketenmäßigen Start in den Tackle Football haben, weil sie bei uns einfach sämtliche Techniken beigebracht bekommen. Der dritte Teil sind diejenigen, die noch nie etwas mit Football zu tun hatten und bei uns den Einstieg finden wollen.

Wie viele Spieler und wie viele Trainer sind in diesem Camp?

Trömel: Es sind 56 Spieler und 12 Trainer. Das ist ein sehr gutes Verhältnis; man zielt immer darauf ab, dass man ein Verhältnis von 1:5 bis 1:8 vom Trainer zu den Spielern hat. Das gewährleistet eine sehr hohe Qualität im Coaching. Die Trainer setzen sich zusammen aus Verbandstrainern, Trainer der lokalen Vereine und Trainern, die von der Sporthochschule Köln kommen.

Wie kommt es, dass im Camp Studenten der Sporthochschule Köln als Coaches mitarbeiten?

Trömel: Das kommt daher, dass ich an der Sporthochschule Köln einen Lehrauftrag für American Football habe. Das läuft jetzt schon seit über zweieinhalb Jahren und es haben sich footballbegeisterte, fachkundige Studenten herauskristallisiert, die ihre Sache wirklich sehr gut machen und ihr Wissen auch gerne weitergeben.

Hier im Camp fällt positiv auf, dass bei der großen Anzahl von Jugendlichen eine sehr gute Disziplin herrscht …

Trömel: Das schaffen allein schon unsere Rahmenbedingungen: einmal der organisatorische Rahmen, der streng abgesteckte Zeitplan und natürlich die Trainer, die den Jugendlichen genau dieses hohe Maß an Disziplin abverlangen. Sie fordern von den Spielern Pünktlichkeit, Ordnung und Eigenverantwortlichkeit. An erster Stelle steht: wir sind ein Team und machen alles gemeinsam! Das ist wichtig für die Spieler – aber das verlange ich auch von meinen Trainern!

Wir legen großen Wert darauf, die jungen Spieler nicht nur im Football auszubilden, sondern auch in allem was dazugehört. Es wird mit ihnen auch darüber gesprochen was es ausmacht ein Profi zu sein; nämlich nicht nur zu trainieren, sondern dass jeder Opfer auf sich nehmen und vor allem den Spagat zwischen Schule und Training hinbekommen muss.

Es ist wichtig, dass wir den Jugendlichen zeigen, dass Football etwas sehr Geordnetes ist und sie daraus auch etwas fürs Leben mitnehmen können. Sie sehen, dass jeder einzelne Schritt gut geplant ist und diese Schritte können sie auch mitverfolgen. Wir sagen ihnen aber auch, dass sie selbst der Schmied ihres Erfolges sind – ich kann hierher kommen zu noch so tollen Trainern und noch so tollem Ambiente; wenn ich aber selbst nicht wirklich etwas lernen will, dann kann ich eigentlich auch zuhause bleiben. Das ist etwas, woran wir sie immer wieder erinnern: o.k. – du möchtest besser werden, ich kann es dir zeigen und erklären, aber du musst es selbst umsetzen.

Wie geht es nun nach der Schließung der NFL Europa mit solchen Camps weiter?

Trömel: Es wird auch weiterhin solche Camps geben, wobei der Umfang im Moment noch nicht ganz geklärt ist.

Vielen Dank, Herr Trömel.

Fragen an Mark aus Köln

DNE: Wie oft spielst du Football?

Mark: Ich spiele jeden Tag Football, entweder im Verein oder mit meinen Freunden.

Viele in deinem Alter spielen lieber Fußball, warum spielst du viel lieber Football ?

Mark: Ich mag nicht so gern Fußball spielen, weil man da einfach nur dem Ball hinterher läuft (grinst). American Football ist ein härterer Sport, ein schnellerer Sport und hier kann ich mich so richtig fordern und auspowern. Beim Tackle Football geht es richtig zur Sache. Das macht mir einfach mehr Spaß als Fußball und außerdem wird hier viel mehr mit Taktik, Tricks und Spielzügen gearbeitet. Es ist irgendwie mehr drin in diesem Sport.

Danke, Mark.

Die Fragen stellte Steffen Andritzke



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