Mainz feiert Platz sechs – Heidel als «Herz und Seele»

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Der Mainzer Manager Christian Heidel verabschiedete von den Fans.Foto: Torsten Silz/dpa
Epoch Times15. Mai 2016
Meisterlich mit Bierduschen und Lobeshymnen zelebrierte der FSV Mainz 05 den ersten Einzug in die Gruppenphase der Europa League.

„Das ist ein großartiger Tag. Wir haben allen Grund, diese Mannschaft und ihren Trainer zu feiern“, rief Präsident Harald Strutz nach dem 0:0 zum Saisonabschluss der Fußball-Bundesliga gegen Hertha BSC den 30 000 Fans zu.

Dem größten Erfolg in der Clubhistorie folgt die Zäsur: Mainz 05 muss nach 24 Jahren ohne den zum FC Schalke 04 wechselnden Manager Christian Heidel die Zukunft gestalten. „Ich habe nicht genug Worte, um den Dank auszusprechen, der dir gehört für die großartige Entwicklung dieses Vereins. Du warst Herz und Seele dieses Clubs“, rief die 05-Ikone Jürgen Klopp per Videobotschaft aus Liverpool seinem Entdecker und Freund zu.

Die emotionale Verlängerung nach 94 Minuten Fußball mit dem für Mainz wackeligen 0:0 gegen spielbestimmende Herthaner überstrahlte alles. „Im Endeffekt interessiert es keinen mehr, wie das Spiel so war“, meinte der angeblich von Liverpool umworbene Torhüter Loris Karius („Dazu sage ich nichts“). Er hielt in den Schlussminuten das Unentschieden fest.

Heidel fiel das Reden schwer. „Ich muss in erster Linie sagen: Danke! Für 24 völlig verrückte und emotionale Jahre, die mein Leben total geprägt haben. Es gab keinen Tag, an dem ich das bereut habe. Es war die schönste Zeit in meinem Leben.“

Freudetrunken herzten die 05-Kicker Elkin Soto. Knapp 20 Sekunden in der Nachspielzeit reichten, um den Kolumbianer für ein Jahr Kernerarbeit nach seiner fürchterlichen Knieverletzung im Mai 2015 halbwegs zu entschädigen. „Wir haben am Ende kurz mit dem Schiedsrichter gesprochen, dass er noch warten soll und Elkin die Chance gibt. Als er gesagt hat, es geht noch 30 Sekunden, haben wir gesagt: Elkin muss jetzt rein. Alle wollten es. Ich bin froh, dass wir ihm als Mannschaft das ermöglicht haben“, sagte Julian Baumgartlinger, der dem in seine Heimat zurückkehrenden Soto als Anerkennung bei der Einwechslung die Kapitänsbinde überstreifte.

Trainer Martin Schmidt hatte mit sich gerungen. „Ich habe gedacht, wenn es Gerechtigkeit gibt, passiert nichts, auch wenn ich Elkin bringe. Also bin ich das Risiko gegangen“, sagte der Schweizer. „Um die Geschichte fertig zu schreiben, haben wir das mit dem letzten Kapitel Europapokal und der Dramaturgie um Elkin Soto noch hingekriegt. Viel besser könnte es fast nicht laufen.“ Von Heidel erhielt er ein Lob. „Martin ist ein absoluter Glücksfall für diesen Verein“, sagte der scheidende Manager.

Die Berliner müssen als Tabellensiebter den Umweg über die Qualifikation ins internationale Geschäft nehmen. Pal Dardai zeigte sich nicht enttäuscht. „Der siebte Platz ist ein wunderschöner Platz“, sagte Herthas Trainer. Er sei stolz auf sein Team, das vor der Saison als Abstiegskandidat gehandelt wurde.

Salomon Kalou, der mit 14 Treffern die Hertha lange in den Champions-League-Rängen gehalten hatte, war die tragische Figur mit gleich vier vergebenen Chancen. „Es war kein guter Tag“, bilanzierte der Ivorer traurig. Dardai wertet die Qualifikationsspiele als Entwicklungsschritt: „Das wird schwierig für die Spieler, wir müssen eine Woche früher anfangen. Aber jetzt haben wir K.o.-Spiele, daraus wird die Mannschaft lernen.“

(dpa)

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