Bernd Schröder hört als Trainer des 1. FFC Turbine Potsdam auf.Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Sechs Gründe, warum Schröder im Frauen-Fußball einmalig ist

Epoch Times14. Mai 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 20:03
Am Pfingstmontag ist es endgültig vorbei. Was niemand so recht glauben wollte, tritt dann ein: Im Bundesligaspiel bei Werder Bremen beendet Bernd Schröder wie angekündigt nach 45 Jahren bei Turbine Potsdam seinen Job als Trainer der prominentesten Frauen-Mannschaft Ostdeutschlands.

Die Deutsche Presse-Agentur nennt Gründe, warum der 73-Jährige ein Unikum im Frauen-Fußball ist und bleibt.

ERFAHRUNGSSCHATZ: Unglaubliche 45 Jahre ununterbrochen bei Turbine Potsdam, davon über 40 auf der Trainerbank, werden wohl im deutschen Fußball auf ewig unerreicht bleiben. Nur zwischen 1992 und 1997 ließ er mal einen anderen Trainer bei Turbine ran, um ihn aber als Manager auch wieder zu feuern und selber erneut auf der Bank Platz zu nehmen.

DER EWIGE GRANTLER: Klare Ansprachen seien schwierig in der heutigen Gesellschaft, behauptet Schröder. Heuchelei und Scheinheiligkeit würden oft die Szenerie dominieren. Er selbst nahm nie ein Blatt vor den Mund, kritisierte und provozierte selbst Bundestrainerin Silvia Neid unaufhörlich, aber meist sachlich.

DER HARTE HUND: Gegenüber seinen Spielerinnen kannte er kein Pardon. „Die Sprache des Erfolgs ist rau“ – das war sein Motto. Viele Stars, die er bis in die Nationalmannschaft geführt hatte, konnten das auf Dauer nicht ertragen und wechselten zur Konkurrenz nach Frankfurt oder Wolfsburg.

KURIOSE ANFÄNGE: 1971 war er als Abteilungsleiter im VEB Energieversorgung Potsdam bei der Vereins-Gründung der BSG Turbine anwesend. Nur kurz danach wurde er gefragt, ob er die Mannschaft ehrenamtlich als Trainer übernehmen könne. In den 60er Jahren hatte er kurzzeitig mal als Reserve-Torwart beim 1. FC Lok Leipzig gespielt – das war bis dato seine einzige Verbindung zum Fußball. Das hielt ihn aber nicht davon ab, mit seinem Team sechsmal den DDR-Meistertitel zu gewinnen und zum Rekordmeister aufzusteigen.

NACHWENDE-HELD: Nach einigen Anfangsproblemen nach der Wende führte Schröder Turbine Potsdam in den 2000er Jahren in die europäische Spitze. Als Champions-League-Sieger 2010 feierte er auf dem Potsdamer Rathaus-Balkon, fünf Jahre zuvor hatten die „Torbienen“ auch den Champions-League-Vorgänger UEFA-Cup gewonnen.

TITEL EN GROS: Neben den beiden Triumphen in der Königsklasse gewann Schröder mit Turbine weitere 22 nationale Titel in zwei Gesellschafts-Systemen: Den sechs DDR-Titeln folgten zwischen 2004 und 2012 ebenso viele im vereinten Deutschland. Dreimal gewann Turbine den DFB-Pokal (2004, 2005, 2006), sieben Mal den DFB-Hallen-Cup.

(dpa)

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