Selbstversorgung mit eigener Hühnerhaltung im Trend

Von 18. Juni 2012 Aktualisiert: 18. Juni 2012 15:20

 

Es liegt im Trend: Kaum ein Nutztier ist wohl so einfach zu halten und gleichzeitig so dankbar wie das Huhn. Futter, Wasser und im Idealfall etwas Auslauf im Grünen – und man wird durch diese Selbstversorgung unter Umständen täglich mit einem frischen Frühstücksei belohnt.

Hühnerhaltung ist gar nicht schwierig, nicht umsonst haben urbane Farmer die Hühner längst in den städtischen Garten geholt. Außerdem kann man durch die eigene Hühnerhaltung einen kleinen Beitrag entgegen der wenig tierfreundlichen Massentierhaltung leisten. Man bedenke, dass „Hähnchen“ des Zuchtschwerpunktes Mast bereits mit sechs Wochen geschlachtet werden, und die „Damen“ des Zuchtschwerpunktes Eierleistung werden bereits mit anderthalb Jahren ausrangiert. Der Schlachter zahlt nur wenige Cent für sie, denn als Braten taugen sie dann nichts mehr. Jährlich werden Millionen von gesunden und leistungsfähigen Legehennen vor ihrem natürlichen Lebensende in den Tod geschickt, weil es billiger ist, Junghennen einzustallen.

Wer sich also seine eigenen Hühner hält, erspart so manchem Huhn ein trauriges Schicksal und betreibt gleichzeitig schon ein Stück unabhängige Selbstversorgung. In reinen Wohngebieten muss solch ein Vorhaben allerdings vorab mit Nachbarn und eventuell mit Behörden abgeklärt werden, um Streit und andere Probleme zu vermeiden.

Die Vorteile der Hühnerhaltung liegen klar auf der Hand

Sie liefern Eier und Fleisch. Hühner sind Allesfresser und Resteverwerter, man kann sie ohne umfangreiches Spezialwissen auf jedem winzigen Flecken halten. Anschaffung und Unterhalt kosten wenig und nicht zuletzt macht es Spaß, sie zu beobachten und Kinder lieben es, nach Eiern zu schauen und die Hühner zu streicheln. Wer Petterson und Findus kennt, weiß welch extravagante, zum Schmunzeln verführende Spezies Hühner sein können. Hühner sind Laufvögel, die scharren, picken und schmecken wollen, und die es warm und behaglich mögen.

Ganz ohne Aufwand läuft die Hühnerhaltung allerdings auch nicht ab. Hühner können durchaus Gemüsebeete umgraben, deshalb sollt man sie von ihnen fern halten. Hühnerbehausungen müssen sauber gehalten werden und nachts müssen die Hühner in ihr Haus bzw. in den Stall. Besonders in ländlichen Gebieten lauern die Füchse des Nachts nach fetter Beute. In Städten beheimatete Füchse leider auch schon längst.

Worauf sollte man noch bei der Anschaffung von Hühnern achten?

Hühner sind Gesellschaftstiere und sollten nicht einzeln gehalten werden. Doch besteht oft die Meinung, zum Eierlegen benötige es einen Hahn. Das stimmt nicht. Hühner kommen ganz gut auch ohne Hahn zurecht. Möchte man nur Eier zum Verzehr, reichen Hennen durchaus. Will man allerdings eigene Nachkommen ausbrüten lassen und Küken aufziehen, braucht man einen Hahn, der die Befruchtung gewährleistet und, wenn man keinen Brutkasten verwenden will, ein Glucke. Glucken hat man oder man hat sie nicht. Bei mehreren Hennen ist es durchaus möglich, dass sich eine der Eier annimmt und sie ausbrütet.

Hühner brauchen einen Aufenthaltsbereich mit Fläche zum Scharren und Staubbaden und genügend Tageslicht. Wasser sollte in sauberen Behältern immer zur Verfügung stehen und sie sollten auch durchgängigen Zugang zum Futter haben. Stellen Sie sicher, dass immer jemand da ist, der die Hühner morgens raus lässt und abends wieder einsperrt.

Wie viele Hennen braucht man nun für den Eierbedarf der eigenen Familie?

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Wie viele Hennen braucht man nun für den Eierbedarf der eigenen Familie?

Der Durchschnittsdeutsche verbraucht rund 200 Eier im Jahr. Eine Henne legt je nach Rasse und Futter ungefähr 150 Eier im Jahr. Hennen legen ab einem Alter von einem halben Jahr und legen im ersten Jahr die meisten Eier. Im Frühjahr und Sommer legen sie besonders gut, im Winter kann es vorkommen, dass sie mitunter gar keine Eier legen. Unter Umständen kann man da mit etwas künstlichem Licht in der Behausung nachhelfen. Nach dem dritten Jahr lässt die Eierleistung dann deutlich nach. Eingerechnet der legeschwächeren Zeiten heißt es, drei Hennen reichen, um den Frisch-Ei-Bedarf von zwei Menschen über das Jahr zu decken.

Als Anfänger beginnt man am besten mit legereifen Hennen, also fünf- bis sechsmonatigen Legehennen. Das garantiert sofortigen Erfolg in der Eierproduktion und man erhält sich somit den Spaß an der Sache. Wer in der Nähe Hühner verkauft, das kann man im Internet herausfinden oder in ländlichen Gegenden erfragen.

(Quelle: Eigene Hühner im eigenen Garten, Verlag: Einfälle statt Abfälle)

 

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