US-Physiker zur Klimadebatte: „Fakten sind für Alarmisten uninteressant – der Grund liegt in der menschlichen Evolution“

Von 15. November 2018 Aktualisiert: 16. November 2018 6:20
Es gibt keinen zweifelsfreien Beweis dafür, dass CO2 tatsächlich einen schädlichen Effekt auf das Klima oder die Erdatmosphäre hat. Es gibt jedoch zahlreiche unwiderlegbare Beweise dafür, dass Fauna und Flora davon profitieren. Dennoch wird es von Ideologen in Politik und Wissenschaft verteufelt. Der Grund dafür ist unser evolutionäres Erbe.

Im Vorwort zu einem Bericht über den Nutzen von CO2, den der Technologiepolitik-Analyst für das Innenministerium der Vereinigten Staaten, Indur Goklany, jüngst vorgelegt hat, hat der bekannte britisch-US-amerikanische Physiker und Mathematiker Freeman Dyson vor einer ideologiegesteuerten Wissenschaft gewarnt.

Eine solche würden, so der emeritierte Professor für mathematische Physik und Astrophysik am Institut für fortgeschrittene Studien in Princeton, unter anderem Klima-Alarmisten verfechten. Das US-amerikanische Autorenblog „Powerline“ zitiert einige Auszüge aus seiner Darstellung.

Dyson erklärt, dass jede Person, die Goklanys Ausarbeitung unvoreingenommen lese, einige offenkundige Fakten außer Streit stellen werde: Dazu gehöre, dass abseits jeder Klimadebatte Kohlendioxid außerordentlich nützlich ist, um Fauna und Nutzpflanzen am Leben zu erhalten. Die möglichen schädlichen Effekte von CO2 auf das Klima seien bei weitem übertrieben worden, der Nutzen stelle diese klar in den Schatten.

Vom Aderlass zur „menschengemachten Erderwärmung“

Obwohl die gleichen Fakten allen in der wissenschaftlichen Community zugänglich seien, halte die Mehrheit dort immer noch an der Auffassung fest, Kohlendioxid sei böse und gefährlich. Damit zeigten sich jene, die als Experten gelten und es besser wissen müssten, als blind gegenüber offensichtlichsten Dingen. Die Mehrheit werde sich wohl auch durch Goklanys Beweise umstimmen lassen.

Es sei ein zentrales Mysterium der Klimawissenschaft, dass die Mehrheit auch durch Beweise nicht zu überzeugen wäre, wenn diese dem vorherrschenden Dogma entgegenliefen. Dyson versucht in seinem Vorwort, Gründe dafür zu finden, warum eine ganze Generation an wissenschaftlichen Experten auch gegen augenfällige Fakten immun sei.

Es gebe in der Geschichte eine Reihe von irrationalen Vorstellungen, die auch berühmte Denker mit sich getragen und die ihre loyalen Schüler übernommen hatten. Ein Beispiel der Aderlass, den manche als Heilbehandlungen gegen Krankheiten angesehen hätten. Manchmal – so etwa im Fall George Washingtons – habe dies sogar vielen Menschen großen Schaden zugefügt.

Andere Beispiele seien die Phlogistontheorie in der Chemie oder die aristotelische Kosmologie der zirkulären Himmelsbewegungen gewesen. Diese hätten zwar keinen Schaden verursacht, aber sie haben möglicherweise nützliche Entdeckungen verzögert. In all diesen Fällen hätten jedoch falsche Theorien eine ganze Gemeinschaft von Menschen um sich versammelt, die mit diesen zufrieden waren und jeden, der sie infrage stellte, als Störenfried betrachteten.

Nur die mutigen Einzelgänger stießen wissenschaftlichen Fortschritt an

Tatsächliche Fortschritte in der Wissenschaft hätte hingegen eine andere kulturelle Tradition gebracht, mit Einzelpersönlichkeiten, die neue Instrumente zur Erforschung der Natur erfanden und keine Furcht hatten, Autoritäten zu hinterfragen. In den vorangegangenen drei Jahrhunderten seien es die Rebellen und Häretiker gewesen, die am meisten zu den Fortschritten in den Wissenschaften beigetragen hätten. Die neue Kultur des Skeptizismus in der Wissenschaft sei jedoch erst jung und wenig wirkmächtig – anders als die alte Orthodoxie, die in Gruppendenken und Dogmatismus vereint sei und das Denken von Forschern ebenso leite wie die Meinungen von Normalbürgern.

Um menschliches Verhalten zu verstehen, so fährt Dyson fort, sei es erforderlich, die menschliche Evolution zu betrachten. Unsere Spezies habe vor etwa 100 000 Jahren eine neue Form der Evolution begründet. Zu der biologischen Weiterentwicklung durch genetische Veränderungen kam eine kulturelle Evolution durch soziale und intellektuelle Veränderungen. Die biologische Evolution ging zwar immer noch weiter, die kulturelle wurde aber wesentlich bedeutsamer, schneller und dominanter. Soziale Gebräuche und Überzeugungen verbreiten sich schneller als Gene.

Gesprochene Sprachen und Stammesloyalitäten waren es, die kulturelle Evolution ermöglichten. Die Kulturen, die überlebten, waren jene mit den stärksten tribalen Bindungskräften. Menschen waren stets soziale Wesen und Kultur machte sie noch sozialer. Sie entwickelten sich dazu, sich in gleichartigen Gruppen wohl zu fühlen. Das brachte auch mit sich, dass es für eine Gruppe von Menschen wichtiger war, vereint zu sein, als im Recht zu sein. Autoritäten infrage zu stellen, war deshalb stets gefährlich und unerwünscht. Waren die Autoritäten ernsthaft gefährdet, konnte der Häretiker auch schon mal auf dem Scheiterhaufen landen.

Menschliche Gehirne stärker für Mythen empfänglich als für Fakten

Auch das Denken von Politikern und Wissenschaftlern zu kontroversen Themen in der heutigen Zeit funktioniert nach diesem tribalen Erbe, meint Dyson. Wissenschaften und Politik funktionierten nun mal nicht essenziell anders als andere Aspekte der menschlichen Kultur, und auch sie seien Produkte der menschlichen Evolution. Entsprechend habe auch das Denken über wissenschaftliche Fragen in den Augen der Öffentlichkeit etwas von einem Wettbewerbssport mit Gewinnern und Verlierern. Die Spieler in diesem Sport, die einen öffentlichen Ruhm zu verteidigen hätten, täten entsprechend ebenfalls besser daran, zum siegreichen Team zu gehören als irgendwelche Beweise zu untersuchen.

Über hunderttausend Jahre hinweg vollzog sich die kulturelle Evolution über Geschichten, die Ältere den Kindern erzählten, als alle zusammen rund um das Höhlenfeuer saßen. Dies habe unsere Gehirne äußerst empfänglich für Geschichten und Fantasien gemacht, aber unempfänglich für Fakten und Zahlen. Um in einer Welt zu überleben, die nur Jäger und Beute kannte, war es hilfreich, die Gehirne auf eine starke emotionale Bindung an gemeinsame Lieder und Geschichten auszurichten. Es war nicht hilfreich, wenn Gehirne hinterfragten, ob diese die Wahrheit erzählten. Die modernen Politiker und Wissenschaftler seien zeitlich nicht weit von den Höhlenkindern entfernt. Ihre evolutionäre Prägung wirke immer noch in die Gegenwart nach.

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