Wildes für Sammler statt Jäger: Essbares am Wegesrand

Von 14. April 2013 Aktualisiert: 14. April 2013 13:45

 

Erstaunlich viele Wildpflanzen sind essbar und geeignet für die Naturküche.

Künftig läuft uns vielleicht beim nächsten Spaziergang am Strand oder durch Feld und Wald ständig das Wasser im Mund zusammen. Nicht weil wir Obelix heißen und wir unterwegs Wildschweine sehen, sondern weil viele der Wildpflanzen, Pilze und Muscheln, an denen wir vorbeikommen, essbar sind. Rund 230 essbare Wildpflanzen, Pilze, Flechten und Farne, Algen und Tang sowie Schalentiere stellt das Buch „essbar – Wildpflanzen, Pilze, Muscheln für die Naturküche“ von Richard Mabey vor.

Vom Unkrautjäten auf den Tisch

Erstaunlich viele Wildpflanzen sind essbar. Bei wilden Himbeeren, Haselnüssen und manchen Pilzen kam man ja bisher noch mit. Aber laut Mabey machen sich sogar Wildpflanzen wie Gewöhnlicher Giersch („Wer es dem Eindringling heimzahlen will, der isst ihn am besten auf.“), Vogelmiere und Schlangen-Wiesenknöterich gut auf dem Tisch. Moment, dieses bis zu ein Meter hoch wachsende Kraut mit den rosafarbenen, ährenförmigen Blüten soll man essen können? Ja, genau das. Man muss es ja nicht an der Hundemeile sammeln. Spinat aus Schlangen-Wiesenknöterich soll man sogar auf Speisekarten gehobener Restaurants finden.

Sich an der Heide weiden

Selbst bei Heidekraut hört es mit der Genießbarkeit von Wildpflanzen im Buch nicht auf: Aus Heidekrautblüten kocht man sich entweder einen Tee oder man braut sich daraus Bier. Heidebier. Das Rezept ist auf Seite 157. Ebenfalls auf Heideflächen findet man den Schwedischen Hartriegel. Die Beeren sind zwar essbar, aber da diese Wildpflanze in einigen Regionen streng geschützt ist, sollte man auf das Pflücken verzichten.

Wildes Sammeln, aber nicht wie wild

Das Buch soll nicht zum „Abräumen“ der Natur einladen. Stattdessen rät der Autor die Natur zu achten. So nehme man von jeder Pflanze nur kleine Mengen, so dass die Gesundheit und das Erscheinungsbild der Pflanze nicht gestört werden. Auch lasse man von einjährigen Wildpflanzen die Blüten und Samen, die den Fortbestand ihrer Art sichern. Zudem bedenke man beim Sammeln von Nüssen zum Beispiel, dass diese für viele Wildtiere überlebenswichtig sind. Regionale Gesetze seien ebenfalls zu achten, die etwa besagen, dass man beim Sammeln von Wildpflanzen den Naturhaushalt nicht stören darf. Die Menge sollte einen Handstrauß nicht überschreiten und in Naturschutzgebieten sammle man gar nicht.

Nachträglich zu Ostern: Dock Pudding

[ Anm. der Red. Aus gegebenem klimatischen Anlass haben wir den Artikel nicht in der Eiszeit vor Ostern veröffentlicht]

Hier ist ein Downloadlink für ein Rezept aus dem Buch. Es ist ein traditionelles Oster-Gericht, das einige essbare Wildpflanzen wie den Schlangen-Wiesenknöterich enthält: Britischer Osterauflauf (Dock Pudding).

 

 

Info:

Buchcover. Bild: Haupt-VerlagBuchcover. Bild: Haupt-Verlag

Richard Mabey

essbar

Wildpflanzen, Pilze, Muscheln für die Naturküche

464 Seiten, 350 Farbfotos, 250 Farbzeichnungen, gebunden

Haupt Verlag

1. Auflage (20. Februar 2013)

ISBN-13: 978-3258077604

Preis: 39,80 € (D) / 41,10 € (A) / 49,90 CHF

 

 

 

 

 

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