(Hapag-LLoyd)

Bleibt Hapaq-Lloyd in deutscher Hand?

Von 10. Juli 2008
Bundesregierung unterstützt Hamburger Lösung – Aber keine Beteiligung vorgesehen

Die Bundesregierung ist gegen den Verkauf der Reederei Hapag-Lloyd ins Ausland. Der Mutterkonzern TUI hat Hapag-Lloyd auf Druck einiger Großaktionäre, wie dem norwegischen Großreeder John Fredriksen, zum Verkauf gestellt. Die Aktionäre wollen größere Gewinne aus ihren Aktienanteilen erwirtschaften. Überwiegend asiatische Schifffahrtsunternehmen, so auch die Staatsreederei Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur, haben Interesse an dem Hamburger Unternehmen bekundet.

Arbeitsplätze erhalten

Die Parlamentarische Staatssekretärin und Koordinatorin für maritime Wirtschaft, Dagmar Wöhrl, erklärte am vergangenen Freitag, dass der Bund großes Interesse habe, die Arbeitsplätze zu erhalten und den Schifffahrtsstandort Deutschland zu sichern. Bei einem Verkauf an ausländische Investoren seien Entlassungen am Standort Hamburg zu befürchten. Zudem will man das Steueraufkommen erhalten. Eine Beteiligung des Bundes an der privatwirtschaftlich geführten Reederei sei jedoch nicht geplant. Stattdessen begrüße die Bundesregierung eine Hamburger Lösung.

Hinter der Hamburger Lösung stehen der Chef des Logistikkonzerns Kühne + Nagel, Klaus-Michael Kühne, und der persönlich haftende Gesellschafter der Hamburger Privatbank M. M. Warburg, Christian Olearius. Sie planen, das Traditionsunternehmen Hapag-Lloyd zu kaufen, um dieses als nationales Schifffahrtsunternehmen zu erhalten.

Der Meistbietende bekommt den Zuschlag

Der Großauktionär Fredriksen forderte, dass TUI den maximalen Betrag für die Reederei herausholt. Wenn sich nicht noch weitere finanzkräftige Unternehmen der Hamburger Lösung anschließen, sind die Chancen, das Höchstgebot unterbreiten zu können, gering. Wirtschaftssenator Axel Gedaschko, Wirtschaftsstaatsrat Gunther Bonz und die Hapag-Lloyd-Betriebsräte Uwe Klein und Dieter Lübkemann unterzeichneten am 4. Juli eine Erklärung, in der sie die strategische Bedeutung Hapag Lloyds für Hamburg und für die deutsche Wirtschaft unterstreichen. Damit wollen sie potenziellen Käufern ein Zeichen setzen. Am Dienstag kündigte Finanzsenator Michael Freytag (CDU) an, dass der Senat dem Konsortium Hamburger Kaufleute beitreten und einen dreistelligen Millionenbetrag bereit stellen will. „Die Politik kann nicht tatenlos zusehen, wenn ein Traditionsunternehmen wie Hapag-Lloyd abzuwandern droht“, sagte er.

Unternehmen mit Tradition

Die Hapag-Lloyd AG entstand am 1. September 1970 durch die Fusion der Hamburger Reederei Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag, gegründet 1847) und der Bremer Reederei Norddeutscher Lloyd (NDL, gegründet 1847). 1997 erwarb die TUI AG (ehemals Preussag) die Aktienmehrheit an der Hapag-Lloyd AG. Hapag-Lloyd stieg im Jahr 2005 in die Top 5 der weltweit tätigen Linien auf und erzielte im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Der Hauptsitz der 9.000 Mitarbeiter zählenden Reederei ist mit 2.000 Mitarbeitern in Hamburg.

Text erschienen in Epoch Times Deutschland Nr. 28/08



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