Die Ökostrom-Umlage sinkt – der Strompreis insgesamt nicht

Der Strompreis ist seit dem Jahr 2000 - bis auf eine Ausnahme 2015 - fast durchgängig gestiegen. Daran wird sich auch im kommenden Jahr nichts ändern.
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StromzählerFoto: über dts Nachrichtenagentur
Epoch Times15. Oktober 2018

Der Strompreis ist seit dem Jahr 2000 – bis auf eine Ausnahme 2015 – fast durchgängig gestiegen. Er liegt derzeit im bundesweiten Schnitt für Privathaushalte bei knapp 28 Cent pro Kilowattstunde, fast doppelt so hoch wie die 14 Cent im Jahr 2000, als die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eingeführt wurde. Sie wird im kommenden Jahr leicht sinken – der Strompreis insgesamt aber wohl nicht. Das hat verschiedene Gründe:

DIE EEG-UMLAGE SINKT NUR LEICHT

Die Ökostrom-Umlage, die alle Stromkunden zahlen, macht fast ein Viertel des Strompreises aus. Sie sinkt von derzeit knapp 6,8 Cent um 5,7 Prozent auf rund 6,4 Cent pro Kilowattstunde. Eine Familie mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden Strom zahlt dann – inklusive Mehrwertsteuer – 18 Euro weniger im Jahr, wie das Vergleichsportal Verivox ausrechnete. Die 4000 Kilowattstunden Stromverbrauch im Jahr kosten demnach aktuell rund 1100 Euro.

DIE NEUE OFFSHORE-NETZUMLAGE ZAHLEN VOR ALLEM PRIVATHAUSHALTE

Zu Buche schlagen wird vor allem die neue Offshore-Netzumlage, die die bisherige Offshore-Haftungsumlage ersetzt. Sie enthält die Kosten für den Ausbau des Offshore-Netzes in der Nord- und Ostsee und wird rund 0,4 Cent pro Kilowattstunde betragen. Zuvor war es etwa ein Zehntel: rund 0,04 Cent. Diese Umlage wird wie die EEG-Umlage vor allem von den Verbrauchern getragen – die Industrie ist fast vollständig befreit. Laut Verivox ergibt sich eine Zusatzbelastung von rund 18 Euro – die Entlastung bei der EEG-Umlage ist also vollständig kompensiert.

DIE NETZENTGELTE STEIGEN WOHL AUCH

Die Netzentgelte machen wie die EEG-Umlage rund ein Viertel der Stromkosten für Endverbraucher aus. Bei den Verteilnetzentgelten – für Endverbraucher relevant – rechnet das Verbraucherportal Check24 mit einer Steigerung 2019, Verivox mit einer Stagnation oder leichten Steigerung. Auch hier könnten aufs Jahr gerechnet also ein paar Euro mehr anfallen.

DIE GROSSHANDELSPREISE STEIGEN

Strom ist für die Versorger teurer geworden, was vor allem an den gestiegenen Kosten für CO2-Verschmutzungsrechte liegt – sie haben sich laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdreifacht. Der Preis für eine Megawattstunde Strom stieg demnach von 30 Euro 2017 auf mehr als 50 Euro in diesem Jahr.

DER STAATSANTEIL BLEIBT HOCH

Verivox rechnet damit, dass die Strompreise im kommenden Jahr für Verbraucher um zwei bis fünf Prozent klettern. Mehr als die Hälfte des Strompreises (rund 54 Prozent laut BDEW) machen Steuern, Abgaben und Umlagen aus. „Ohne spürbare Entlastung bei staatlichen Bestandteilen oder bei den Netzentgelten gibt es für Privathaushalte im kommenden Jahr wenig Hoffnung auf niedrigere Strompreise“, resümiert Oliver Bohr vom Verbraucherportal Check24. Der BDEW fordert vom Staat, die Stromsteuer zu senken und die Ausnahmen für die Industrie bei der EEG-Umlage über Steuern zu finanzieren. (afp)



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