Die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus – in China und global

Von 13. Februar 2020 Aktualisiert: 13. Februar 2020 12:24
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus sind noch nicht abzuschätzen. Die aktuellen Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass es sehr schnell sehr hässlich werden könnte, falls das Virus nicht eingedämmt wird. Hier treffen "Graue Nashörner" auf "Schwarzen Schwäne" - eine tödliche Kombination für die Wirtschaft.

Das Coronavirus hat sich bereits viel schneller und weiter verbreitet als SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom), die Auswirkungen des Coronavirus sind nicht abzusehen. Und da die chinesischen Städte abgeriegelt werden und Staaten Reisebeschränkungen ausgerufen haben, werden die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus wahrscheinlich weitreichend sein.

SARS damals Auswirkungen des Coronavirus heute

Ein nützlicher Referenzpunkt sind die Erfahrungen der Jahre 2002 bis 2003, als SARS die chinesische Wirtschaft traf. Schätzungen gehen davon aus, dass SARS das BIP-Wachstum Chinas um etwa 1 bis 2 Prozentpunkte verringerte. Dies war jedoch, bevor China zur zweitgrößten Volkswirtschaft emporstieg, bevor China in hohem Maße in die globale Lieferkette integriert wurde und bevor China zum größten Lieferanten des Welthandels aufstieg. Heute ist die Ausgangslage eindeutig anders. Dies bedeutet, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus in der Weltwirtschaft zu spüren sein werden.

Die Prognostiker haben ihre Schätzungen für das BIP-Wachstum im Jahr 2020 bereits um etwa 0,3 bis 1 Prozentpunkt nach unten korrigiert. Jedoch sind die Abwärtsrisiken groß die offensichtliche Gefahr besteht darin, dass die Auswirkungen lange anhalten, falls das Virus nicht eingedämmt wird und sich weiter ausbreitet. Die chinesische Wirtschaft ist viel anfälliger als 2002, da sich die jährliche Wachstumrate für 2019 auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahrzehnten fiel.

Es ist unklar, wann die Menschen wieder zur Arbeit gehen

Der vielleicht größte Unterschied zu SARS besteht darin, wie die Bevölkerung und das chinesische Regime diesmal auf die neue Epidemie reagieren. Bisher haben die Behörden Massenabschottungen und Quarantänen erlassen, sowohl obligatorische wie auch freiwillige. Dies hat die wirtschaftliche Aktivität stark eingeschränkt. Das chinesische Regime hat die Feiertage zum chinesischen Neujahr verlängert, um die Menschen zu Hause zu halten und von großen Menschenmengen fernzuhalten.

Es ist unklar, wann die Menschen wieder zur Arbeit gehen werden. Viele Privatunternehmen wie Apple, Google, Starbucks und Ikea haben bereits ihre Geschäfte in China geschlossen. Da sich das Coronavirus weiter ausbreitet, steigt die Wahrscheinlichkeit großer Einbrüche in der chinesischen und globalen Wirtschaft.

Keine Branche spürt die Auswirkungen mehr als die Luftfahrtindustrie. Da viele Staaten Reisebeschränkungen erlassen, um die Ausbreitungsmöglichkeiten auf ihr Land zu verhindern, ist der internationale Reiseverkehr zurückgegangen. Fluggesellschaften auf der ganzen Welt streichen Flüge von und nach China.

Der Schaden wird sich jedoch nicht allein auf die Fluggesellschaften beschränken. Globale Industrien, die auf China ausgerichtet sind, wie der Tourismus, Universitäten, Technologie, Lebensmittel und Landwirtschaft, werden alle Gegenwind bekommen, da die Nachfrage aus China dramatisch nachlässt.

Auswirkungen des Coronavirus an den Aktienmärkten bereits spürbar

Der Shanghai Composite Index SSE (wichtigster Aktienindex in China ohne Hongkong) fiel nach der Wiedereröffnung am 3. Februar um über 8 Prozentpunkte. Auch andere Aktienmärkte erlitten Verluste, als sich die Nachrichten über das Ausmaß des Virus in der vergangenen Woche ausbreiteten. Die asiatischen Aktienmärkte waren am stärksten betroffen. Seit dem 22. Januar sind die Aktienkurse in Hongkong (HSI), Japan (NIKKEI) und Korea (KS11) um 5,5, 3 beziehungsweise 4,5 Prozentpunkte gefallen.

Andere Märkte waren ebenfalls nicht immun gegen die Auswirkungen. Der US-amerikanische, der europäische und der australische Markt verzeichneten alle Verluste, da sich das Coronavirus weiter über die Länder ausbreitete.

Jedoch hängt die Gesamtauswirkung des Coronavirus auf die chinesische und die Weltwirtschaft von vielen Faktoren ab, die sich erst noch bemerkbar machen werden. Seien Sie jedoch nicht überrascht, wenn das, was sich am Ende herausstellt, viel schlimmer ist, als das, was viele Ökonomen voraussagen.

Maßnahmen aus Peking

Angesichts der sich verlangsamenden Wirtschaftstätigkeit haben die Aufsichtsbehörden in Peking am 1. Februar die Banken des Landes angewiesen, die Zinssätze zu senken und die Zahlungsfristen für Kredite zu verlängern. Damit will man kleinen und mittleren Betrieben helfen, mit den geringeren Einnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Virus fertig zu werden.

Zwei Personen, die mit dem Handling der chinesischen Banken- und Versicherungsaufsichtskommission (CBIRC) vertraut sind, bestätigten Reuters am 6. Februar, dass die Aufsichtsbehörden in Peking die Banken in einigen Städten aufgefordert haben, die Auswirkungen der Epidemie auf ihre Kreditnehmer zu bewerten und den Aufsichtsbehörden regelmäßig Bericht zu erstatten.

Besonders betroffen sind die kleinen und mittleren Betriebe. Eine von der Universität Peking und Tsinghua-Universität durchgeführte Umfrage bei fast 1.000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ergab, dass 34 Prozent mit einbehaltenen Ersparnissen nur einen Monat oder weniger überleben könnten.

Weitere 33 Prozent gaben an, dass sie zwei Monate überleben können, und 18 Prozent sagten, dass ihre Unternehmen drei Monate überleben könnten, so der Bericht des chinesischen Finanzmagazins Caixin.

„Graues Nashorn“ trifft auf „Schwarzen Schwan“

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Die finanziellen Entspannungsmaßnahmen des CBIRC sind in Notzeiten sinnvoll. Aber für China und die Kommunistische Partei Chinas werden sie über die Verschärfung bestehender systemischer Finanzrisiken und anderer langjähriger Probleme hinaus kaum Wirkung zeigen.

„Graues Nashorn“ (“Gray rhino” ) ist ein Begriff, der für große und offensichtliche Probleme in der chinesischen Wirtschaft steht, die normalerweise ignoriert, jedoch nicht völlig abgetan werden. Hierbei handelt es sich um Risiken, die bekannt und beherrschbar sind.

„Schwarze Schwäne“ („Black swans“) beschreiben ein Risiko oder ein Ereignis, das völlig überraschend kommt und schwerwiegende Konsequenzen nach sich zieht. Ökonomen fürchten solche „schwarzen Schwänen“ am meisten.

Die Höhe der uneinbringlichen Forderungen in den chinesischen Bankbilanzen ist eines der grauen Nashörner Chinas. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Banken mit einer wirtschaftlichen Verlangsamung und steigenden Forderungsausfällen zu kämpfen. Davon waren insbesondere kleine und mittlere Banken in den westlichen und ländlichen Gebieten Chinas betroffen.

Auswirkungen des Coronavirus: Kreditgeber extrem gefährdet

Im vergangenen Jahr stellte die CBIRC in einem Stresstest fest, dass 7,7 Prozent der Kreditgeber extrem gefährdet waren, einem leichten Risiko nicht standhalten zu können. Und 13,6 Prozent waren laut einem Bericht von Reuters hoch gefährdet.

Das graue Nashorn des angeschlagenen Bankensektors in Verbindung mit dem Ereignis des schwarzen Schwans beim Ausbruch des Coronavirus wird wahrscheinlich verheerend sein. Die Banken sind verpflichtet, weiterhin Kredite an KMUs zu vergeben auch ohne Bezahlung so die Leitlinie. Jedoch erfüllen viele dieser Unternehmen nicht das Finanz- oder Risikomanagementprofil, das eine weitere Kreditvergabe rechtfertigen würde.

Die Banken unterstützen die KMUs im Grunde auf eigene Gefahr. Natürlich wird von Chinas Zentralbank auch erwartet, dass sie die Kreditgeber mit niedrigen Leitzinsen und gegebenenfalls mit Retterungsschirmen unterstützt.

Letztlich wird diese Art Politik die bestehenden Schwierigkeiten nur noch verstärken.

(rm mit Material von The Epoch Times USA)

Artikel: Impact of Coronavirus to Ripple Through Global Economy & Gray Rhino Meets Black Swan as Virus Hits Chinese Banking Sector

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.

Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Wirtschaftskrisen können geschaffen und genutzt werden, um Aufstände und Revolutionen zu fördern. Sozialistische Bewegungen werden in Krisenzeiten leicht als „Retter“ angesehen. Wenn Politiker in demokratischen Ländern verzweifelt nach Lösungen suchen, schließen sie oft einen Pakt mit dem Teufel und lenken ihre Länder allmählich in Richtung „Big Government“ (ein übermäßig großer Verwaltungsapparat) und sozialistischer Hochsteuerpolitik.

Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre war der kritische Augenblick, in dem Europa und die Vereinigten Staaten den Weg zu „Big Government“ und dem weit verbreitetem Interventionismus einschlugen. Die Finanzkrise im Jahr 2008 wirkte sich ebenfalls günstig für die Ausweitung einer linksgerichteten Politik aus.

Hier weitere Informationen und Leseproben.

ISBN Band 1: 978-3-9810462-1-2, Band 2: 978-3-9810462-2-9, Band 3: 978-3-9810462-3-6, Drei Bände 1-3: 978-3-9810462-6-7. Einzeln kostet jeder Band 19,90 Euro (zzgl. 2,70 Euro Versandkosten), alle drei Bände gemeinsam sind im Moment noch zum Sonderpreis von 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands) zu erwerben. Das Buch hat insgesamt 1008 Seiten und über 1200 Stichworte im Indexverzeichnis.

Bestellmöglichkeiten: Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich in unserem neuen Online-Buch-Shop, bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Das Buch gibt es auch als E-Book und als Hörbuch

Das E-Book gibt es in den Formaten PDF, EPUB oder MOBI. Das Hörbuch bieten wir im MP3-Format zum Download an. Einzeln kostet jeder Band 17,90 Euro, alle drei Bände sind im Moment noch zum Sonderpreis von 43,00 Euro zu erwerben. E-Books und Hörbücher sind in unserem neuen Online-Buch-Shop oder direkt beim Verlag der Epoch Times bestellbar – Tel: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]