Facebook-Chef Mark Zuckerberg.Foto: Kevin Dietsch/Getty Images

Facebook-Skandal: „Es geht um mehr. Die Sache ist zu groß, um sie zu ignorieren“

Epoch Times7. Oktober 2021 Aktualisiert: 7. Oktober 2021 15:02

Bisher schien es, als könne kein Skandal dem Internetriesen Facebook etwas anhaben. Doch laut Experten könnte nun eine rote Linie überschritten sein. Der Konzern wusste, dass seine Angebote Kinder gefährdeten – und tat nichts.

Die Schwierigkeiten einer strengeren Regulierung – stockende Gesetzgebung, Fragen der Meinungsfreiheit und der schnelle technologische Fortschritt – bestehen zwar weiter. Doch mit den Enthüllungen der ehemaligen Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen könnte nun ein Wendepunkt erreicht sein.

Die von Haugen veröffentlichten Dokumente beweisen, dass Facebook von den negativen Auswirkungen seiner Angebote auf junge Menschen wusste. Dazu gehören auch schwerwiegende Probleme wie die Zunahme von Essstörungen und suizidalen Gedanken.

„Die Tatsache, dass junge Menschen negativ von Instagram und anderen sozialen Medien beeinflusst werden können, ist etwas, worauf sich Demokraten und Republikaner einigen können“, sagte der stellvertretende Direktor des Stern Center für Wirtschaft und Menschenrechte an der New York University, Paul Barrett.

Der respektvolle Umgang in der Anhörung am vergangenen Dienstag zwischen den ansonsten tief gespaltenen politischen Parteien in den USA sei etwas, das er seit Jahren nicht mehr beobachtet habe. Dies zeige, wie bedeutsam die Niederlage des Unternehmens angesichts der Enthüllungen sei.

Facebook ist berüchtigt für seine Verschwiegenheit

Andere Skandale steckte Facebook bisher weg: Etwa jenen um die britische Beratungsfirma Cambridge Analytica, die die persönlichen Daten von Millionen von Facebook-Nutzern zum Ausspielen von gezielter politischer Werbung nutzte.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg kam nach Washington, entschuldigte sich und Facebook stimmte einem Vergleich über fünf Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) zu. Auf eine strengere Regulierung konnten sich US-Politiker nicht einigen.

Doch die aktuellen Enthüllungen könnten einen Nerv getroffen haben. „Es gibt bestimmte politische Fragen, die Menschen aufrütteln – und der Schutz von Kindern ist eine sehr wichtige“, sagte die Analystin für Technologie und Demokratie bei der US-Denkfabrik Freedom House, Allie Funk.

Politische Diskussionen um komplexe Fragen wie Meinungsfreiheit seien zwar weiterhin ein wichtiges Hindernis für bedeutende Reformen. Dies gelte aber auch für belastbare Informationen. So sei es nicht möglich, intelligente politische Lösungen zu entwickeln, solange unklar sei, was innerhalb des Facebook-Konzerns geschehe.

Facebook ist berüchtigt für seine Verschwiegenheit – die Whistleblowerin Haugen beschrieb die weit verbreitete Überzeugung im Unternehmen, dass einmal geteilte Informationen von der Öffentlichkeit sowieso nur „missverstanden“ würden.

Zuckerberg ist „stolz“ auf die Arbeit

Die Enthüllungen von Haugen werfen nun ein Licht auf die zuvor wohl gehüteten Geheimnisse des Unternehmens – doch jedwede daraus resultierende Gesetzgebung müsste stark fokussiert sein, argumentierte der Rechtsexperte Barrett.

Alle Vorschriften, die über den Schutz von Kindern oder der Privatsphäre hinausgingen, würden unweigerlich zu einem lähmenden Streit zwischen den US-Parteien führen.

Klar ist jedoch auch: Facebook wird sich nicht ohne Kampf geschlagen geben. In einem Post erklärte Zuckerberg, die Anschuldigungen von Haugen seien „einfach nicht wahr“. Er sei „besonders konzentriert“ auf die Vorwürfe, die den Umgang seines Unternehmens mit Kindern betreffen. Er sei „stolz“ auf die Arbeit, die Facebook geleistet habe, um jungen Menschen in psychischen Ausnahmesituationen „zu helfen“.

Für Nora Benavidez, Expertin im Bereich Rechenschaftspflicht und Facebook, handelte es sich bei der Anhörung von Haugen um einen „katalysierenden Moment“, der mehr betreffe als die Auswirkungen von sozialen Medien auf Kinder. „Ich glaube, es geht jetzt, wo der US-Kongress offensichtlich Zugang zu tausenden Seiten von Dokumenten hat, um mehr“, sagte sie. Die Sache sei „zu groß, um sie zu ignorieren“. (afp/dl)



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