Henkel-Chef besorgt über möglichen „Brexit“

"Sorgen würden uns aber die indirekten Folgen eines Austritts der Briten bereiten: Die Politik in Europa polarisiert sich, extreme Positionen gewinnen in vielen Ländern an Bedeutung. Das ist kein gutes Umfeld für die Stabilität in der Gesellschaft und Wirtschaftswachstum," so der Henkel-Chef.
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Big BenFoto: über dts Nachrichtenagentur
Epoch Times11. Juni 2016

Der neue Henkel-Chef Hans van Bylen macht sich größere Sorgen wegen eines möglichen Austritts von Großbritannien aus der EU. Die direkten Folgen eines "Brexit" wären für für den DAX-Konzern zwar "sicherlich begrenzt", weil Henkel in Großbritannien "nur rund 400 Millionen Euro des Jahresumsatzes von über 18 Milliarden Euro (2015)" mache, sagte er in einem Interview mit der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe).

"Sorgen würden uns aber die indirekten Folgen eines Austritts der Briten bereiten: Die Politik in Europa polarisiert sich, extreme Positionen gewinnen in vielen Ländern an Bedeutung. Das ist kein gutes Umfeld für die Stabilität in der Gesellschaft und Wirtschaftswachstum."

Van Bylen erwartet grundsätzlich weitere Turbulenzen in der Weltwirtschaft: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir als globaler Konzern mit einem Auslandsanteil von mehr als 80 Prozent auch weiter hohe Volatilität in unseren Märkten bewältigen müssen." Trotz der unruhigen Lage plant der Henkel-Chef weiterhin große Zukäufe: Das Thema stehe "auf der Agenda", so van Bylen. "Unsere Sorge vor neuen Turbulenzen wird uns nicht von strategisch wichtigen Akquisitionen abhalten. Wir sind finanziell sehr solide aufgestellt und werden uns nicht überheben."

Auch eine feindliche Übernahme schloss er nicht aus: "Ich würde nichts ausschließen. Aber sehr wahrscheinlich ist es nicht." Zur Markenstrategie sagte van Bylen: "Unsere drei Top-Marken Persil, Schwarzkopf und Loctite machen bereits rund sechs Milliarden Euro Umsatz – und wir wollen ihn weiter steigern. Persil ist in über 50 Ländern vertreten, wurde soeben zum Nummer-eins-Waschmittel in Russland und legt stark in den USA zu – das zeigt, wohin die Reise unserer Hauptmarken geht. 61 Prozent unseres Umsatzes machen unsere wichtigsten zehn Marken – auch dieser Anteil wird wohl zulegen." Ein neues Sparprogramm stehe bei Henkel nicht an, erklärte van Bylen. Aber das Unternehmen werde die internen Prozesse und auch den Vertrieb sehr viel mehr digitalisieren: "Es ist klar, dass wir weiter schnell und profitabel wachsen wollen. Dazu werden wir in den nächsten Jahren noch mehr auf das Thema Digitalisierung setzen."

Dabei schloss er nicht aus, dass Henkel künftig einen eigenen Vorstand nur für Digitales bekommt. Van Bylen will Markenstrategie und Onlineauftritt verbinden: "Unsere Herkunft als starker Markenartikler wollen wir auch im Internet nutzen. Wir setzen für die digitale Zukunft darum noch mehr auf die Strahlkraft unserer Top-Marken sowie Innovationen."

(dts Nachrichtenagentur)



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