Soziologin fordert Datenerfassung im Wohnungsmarkt

Epoch Times28. November 2019 Aktualisiert: 28. November 2019 15:51
Um mehr Mobilität zu erreichen, brauche man vor allem Daten: Wer lebe eigentlich wo und wie? Dann könne ein Matching-Verfahren greifen, so Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), Jutta Allmendinger,

Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), Jutta Allmendinger, fordert Matching-Verfahren, um die Mobilität am Wohnungsmarkt zu erhöhen. „Viele Senioren würden gern in kleineren Wohnungen leben, aber die anzumieten ist oft teurer, als in der großen zu bleiben“, sagte Allmendinger „Zeit-Online“. Man müsse über „Mobilität über Wohnungsgrößen hinweg sprechen“, so die Soziologin weiter.

Um mehr Mobilität zu erreichen, brauche man vor allem Daten: Wer lebe eigentlich wo und wie? „Wenn man einen Überblick hat, kann man Matching-Verfahren anwenden“, sagte Allmendinger. Alleinstehenden, älteren Personen könne man dann konkrete Wohnungsangebote machen.

„Dafür brauchen wir so etwas wie Wohnungsmakler, die kommen und sagen: `Wir hätten eine Wohnung für Sie nicht weit entfernt. Wir renovieren sie für Sie. Könnten Sie sich vorstellen umzuziehen`“, so die WZB-Präsidentin.

Heutzutage überlasse man diese Suche den Menschen selbst, und die seien oft überfordert. Insgesamt hält die Soziologin die Entwicklungen am deutschen Wohnungsmarkt für besorgniserregend. „Wenn 40 Prozent der Haushalte in deutschen Großstädten mittlerweile mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufbringen, dann kommen wir langsam in eine schwierige Lage“, sagte Allmendinger.

Bei einem Einkommen von 2.000 Euro seien „schon mal 600 Euro weg“. Früher habe der Anteil für die Miete bei „nicht mehr als 20 bis 25 Prozent“ gelegen, so die WZB-Präsidentin weiter. Weil die Mieten immer weiter steigen, rechneten mehr und mehr Menschen damit, dass sie ihre Wohnung unter Umständen nicht mehr halten könnten.

„Zu der Unsicherheit, die heutzutage viele bezüglich der Verlässlichkeit ihrer Einkommen haben, kommt also die Sorge: Kann ich mir meine Wohnung morgen noch leisten? Muss ich vielleicht wegziehen?“, so die Soziologin. Diese Akkumulation von Verunsicherungen könne man „als dramatisch bezeichnen“, sagte Allmendinger „Zeit-Online“. (dts)

 

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