320 Millionen Kilometer entfernt: „Osiris-Rex“ sammelt erfolgreich Gesteinsproben auf Asteroiden Bennu (+Video)

Nach vierjähriger Reise durch das All ist die US-Raumsonde "Osiris-Rex" auf dem Asteroiden Bennu "gelandet". Der Roboter der US-Weltraumbehörde Nasa sammelte während des nur wenige Sekunden dauernden Aufenthalts Gesteins- und Staubproben ein.
Titelbild
Unmittelbar vor dem Touchdown: Die Bordkamera von Osiris-Rex zeigt den ausgefahrenen Arm zur Aufnahme der Gesteinsproben.Foto: NASA/Goddard/University of Arizona
Epoch Times23. Oktober 2020

Mit einer kurzen Landung auf dem viereinhalb Milliarden Jahre alten Asteroiden Bennu ist die US-Raumsonde „Osiris-Rex“ den Ursprüngen unseres Sonnensystems auf den Grund gegangen. Nach vierjähriger Reise durch das All dauerte der Aufenthalt des Roboterraumschiffs auf dem kleinen Himmelskörper in der Nacht zum Mittwoch nur sechs Sekunden, wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte. Mit ihrem Roboterarm sammelte „Osiris-Rex“ Gesteins- und Staubproben ein.

NASA: „Alles ist perfekt gelaufen“

Da Bennu rund 320 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist, sind die Signale von „Osiris-Rex“ entsprechend lang unterwegs. So dauerte es gut 18 Minuten, bis die NASA die erfolgreiche Landung der Sonde vermelden konnte. Ziel war es, mindestens 60 Gramm von dem Material für die Wissenschaftler auf der Erde zu sammeln. Ob dies gelang, wird sich voraussichtlich erst in den kommenden Tagen aufgrund der Auswertung der von der Sonde übermittelten Daten und Bilder herausstellen.

„Alles ist perfekt gelaufen“, erklärte der Leiter der Mission, Dante Lauretta. Das Manöver begann um 00.12 Uhr und dauerte nur 16 Sekunden. Mit lediglich zehn Zentimetern pro Sekunde näherte sich „Osiris-Rex“ dem Asteroiden. Die etwa sechs Meter lange Sonde landete schließlich eigenständig ohne Steuerung von der Erde aus und sammelte Proben ein. Anschließend erhob sie sich mit 40 Zentimetern pro Sekunde wieder.

Die Videosequenz besteht aus 82 Einzelbildern über einen Zeitraum von insgesamt etwa fünf Minuten. Sie beginnt in etwa 25 Meter über der Oberfläche. Das letzte Bild der Sequenz entstand auf dem „Rückweg“ in etwa 13 Meter Höhe – etwa 35 Sekunden nach dem Touchdown.

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„Osiris-Rex“ werde möglicherweise „ein Baby-Foto davon heimbringen, wie das Sonnensystem und seine Chemie vor Milliarden Jahren waren“, sagte NASA-Wissenschaftlerin Michelle Thaller. „Wir suchen dort draußen nach unseren eigenen Ursprüngen“, begründete sie die Mission, in die die US-Weltraumbehörde bereits zwölf Jahre Arbeit gesteckt hat. NASA-Chefwissenschaftler Thomas Zurbuchen ergänzte, Bennu könne die Menschen etwas über „die Geschichte der Erde und des Sonnensystems“ lehren.

Osiris-Rex‘ „steiniger“ Weg durchs All

Die Mission soll zum Verständnis der Entstehung unseres Sonnensystems beitragen. Bennu wurde aus 500.000 bekannten Asteroiden ausgewählt – wegen seiner reichen Kohlenstoffvorkommen, seiner mit rund 490 Meter Durchmesser idealen Maße und seines hohen Alters von rund 4,5 Milliarden Jahren. Außerdem schien Bennu durch Teleskope betrachtet von einer Sandschicht überzogen, welche die Probenentnahme erleichtert hätte.

Ende 2018 zeigten Bilder des Asteroiden allerdings, dass er in Wirklichkeit von Felsen überzogen ist. Die NASA-Forscher suchten daher lange nach einem geeigneten Landepunkt für „Osiris-Rex“. Schließlich fanden sie einen Krater, der eine relativ geröllarme Fläche von acht Metern Durchmesser aufweist. Osiris-Rex verfehlte die anvisierte Landestelle mit dem Namen „Nachtigall“ um etwa einen Meter, blieb damit aber sicher im geröllarmen Bereich.

Sollte „Osiris-Rex“ auf dem Asteroiden nicht genügend Material gesammelt haben, ist ein zweites Landemanöver am 12. Januar möglich. Im März 2021 soll die Raumsonde dann ihre lange Rückreise zur Erde beginnen und dort im September 2023 die gesammelten Proben über einer Wüste im Bundesstaat Utah mit einem Fallschirm abwerfen.

Einen Teil der Bennu-Proben wollen die Forscher unangetastet lassen, damit kommende Generationen mit womöglich besseren Technologien und mehr Wissen weitere Erkenntnisse daraus ziehen können. Vor der Analyse der Proben des Asteroiden Bennu könnte schon Material vom Asteroiden Ryugu neue Erkenntnisse bringen, auf dem vergangenes Jahr die japanische Raumsonde „Hayabusa2“ gelandet war. Nach der ersten derartigen Mission überhaupt ist sie derzeit auf dem Rückweg zur Erde, ihre Ankunft ist für Dezember geplant. (afp/ts)



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