An der Schlosspark-Klinik, wo Fritz von Weizsaecker, ein Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsaecker, am 20. November 2019 in Berlin erstochen wurde.Foto: Michele Tantussi/Getty Images

Fritz von Weizsäcker mutmaßlich aus Hass auf Familie getötet

Epoch Times17. Mai 2020 Aktualisiert: 17. Mai 2020 12:21
Am Dienstag beginnt vor dem Berliner Landgericht der Mordprozess gegen den 57-Jährigen, der Fritz von Weizsäcker erstochen hat.

Der Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker hielt gerade einen Vortrag in der Schlossparkklinik, als der brutale Angriff geschah: Völlig unvermittelt soll Gregor S. aus dem Publikum aufgestanden sein und dem Mediziner mit einem Klappmesser in den Hals gestochen haben – aus Hass auf die Familie und besonders den Vater des Opfers, den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

Damit startet die Hauptverhandlung genau sechs Monate nach dem Angriff am 19. November. Da die Staatsanwaltschaft Hass auf die Familie als Motiv annimmt, sind ihrer Auffassung nach sowohl das Mordmerkmal der Heimtücke als auch das der niedrigen Beweggründe erfüllt.

Bei der Tat war ein Polizeibeamter eingeschritten, der privat unter den Zuhörern der Veranstaltung in der Berliner Klinik war. Auf ihn soll der 57-Jährige ebenfalls mehrfach eingestochen haben, um die vermeintlich noch nicht vollendete Tötung des Arztes von Weizsäcker zu Ende zu bringen. Der Polizist konnte S. jedoch trotz schwerer eigener Schnittverletzungen an den Händen überwältigen.

Schuldfähigkeit des Angeklagten muss in Verhandlung geklärt werden

S. werden wegen dieses zweiten Angriffs nicht nur Mord, sondern auch versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Von Weizsäcker starb noch am Tatort an den Folgen des Stichs in den Hals. S. wurde am Tattag festgenommen.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft vom November sagte S. bei seiner Vernehmung, dass er im Rahmen seiner Tatplanung im Internet recherchiert habe und dabei auf den Vortrag von Weizsäckers in der Schlosspark-Klinik gestoßen sei. Der 57-Jährige soll die Tat seit längerer Zeit geplant und eigens aus Rheinland-Pfalz angereist sein.

Inwieweit die Schuldfähigkeit des Angeklagten eingeschränkt oder gar aufgehoben ist, soll in der Hauptverhandlung geklärt werden. S. ist aktuell im Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht.

Fritz von Weizsäcker war Chefarzt der Klinik für innere Medizin. Als Arzt mit großer Karriere stand er fest in der Tradition der Familie von Weizsäcker, die seit vielen Jahrzehnten für bedeutende Politiker und Wissenschaftler steht. Die Tat löste bundesweit Bestürzung aus. Auch die Bundesregierung sprach von einem „entsetzlichen Schlag für die Familie“. (afp)



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