China: Run auf Spareinlagen im Oktober

Von 1. November 2013 Aktualisiert: 1. November 2013 12:57

Satte 1.290 Milliarden Yuan (154,2 Mrd. Euro) haben Chinas Sparer seit Anfang Oktober allein von den vier größten Banken abgehoben. Die am heutigen Donnerstag von der Shanghaier Börsenzeitung veröffentlichten Zahlen alarmieren einige Experten. Einer der bekanntesten Immobilienanalysten, Niu Dao, sieht in dem Run auf die Spareinlagen bereits den Startschuss für das Platzen der chinesischen Immobilienblase.

„Die Kapitalflucht wird die Immobilienblase zum Platzen bringen“, ist Niu Dao überzeugt. Sie berge eine noch größere Gefahr in sich als der „Reformplan 383“, der bei der nächsten Sitzung des Zentralkomitees von 9. bis 12. November beschlossen werden soll und derzeit für Unsicherheit bei den chinesischen Anlegern sorgt.

Chinesen gehen raus aus Gold und Aktien

In den vergangenen vier Wochen sind mehrere hundert Milliarden Yuan von den chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzhen abgezogen worden. Zudem machen die Chinesen in großem Stil Gold zu Bargeld.

Das Onlineportal Sina berichtet, dass der Goldpreis in China zum ersten Mal in diesem Jahr am Dienstag, den 29. Oktober, unter den weltweiten Goldpreis gefallen ist – exakt um zwei Dollar je Feinunze. Im April und Mai, dem Höhepunkt der chinesischen Goldnachfrage 2013, lag der Preis im Reich der Mitte um bis zu 30 Dollar über dem internationalen Goldpreis.

Es gehe die Angst um, dass die Geschäftsbanken zu wenig Liquidität für ihre Kunden haben könnten, da die Zentralbank zu wenig Geld an sie vergebe – so verkaufen auch die großen Institute Gold, um ausreichend mit Bargeld versorgt zu sein. Analystin Joyce Liu von Philip Futures: „Die Zentralbank von China steuert das Finanzsystem und erzeugt eine Bargeld-Knappheit bei den Geschäftsbanken, die deshalb Gold auf den Markt bringen um Bargeld zu bekommen.“

An der Shanghaier Goldbörse herrschte in der Woche vom 14.-18. Oktober Abverkaufsstimmung. In dem Bärenmarkt gab es einen Verkaufsüberhang von knapp 18 Tonnen Gold allein bei den zehn größten Käufern und Verkäufern. So kauften die Top-10-Käufer 65,91 Tonnen Gold, während die Top-10-Verkäufer 83,86 Tonnen verkauften. Die Nummer Eins, die Bank of China, kaufte 13.84 Tonnen und stieß 18,92 Tonnen Gold ab.

Bargeld, quo vadis?

Die massiven Geldbestände nutzen die Chinesen in mehrerlei Hinsicht: Ein großer Teil wird für Immobilienkäufe in Hongkong genutzt oder in Ländern wie Portugal, wo Immobilienkäufe in Höhe von mindestens einer halben Million Euro mit der portugiesischen Staatsbürgerschaft „belohnt“ werden.

Gleichzeitig werden hohe Summen Bargeld über Verwandte in den großen chinesischen Gemeinden in Nordamerika ins Ausland gebracht, wo sie das Geld frei anlegen können.

Ein wesentlicher Anteil wird auch in Luxusgüter „umgewandelt“: Chinesen kaufen auf Auslandsreisen Edeluhren und Schmuck – hauptsächlich, um der hohen Inflation des Yuan zu entkommen, korrupte Beamte zu bestechen oder eine wertstabile Anlage im Fall eines Zusammenbruchs der Wirtschaft zu besitzen. Zudem können sie bei ausländischen Juwelieren sicher sein, keine Fälschung einzukaufen.

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