Einwohner Pekings in Sorge vor hoher Ansteckungsgefahr des Coronavirus

Von 27. Februar 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 14:37
Die Coronavirus-Epidemie hat Peking erreicht. Lebensmittelknappheit, leere Straßen und Angst prägen teilweise das Alltagsleben in der Hauptstadt. Die Behörden reagieren mit Quarantäne für Infizierte und Kontaktpersonen.

Während das Coronavirus weiterhin große Teile Chinas befällt, befürchten die Bewohner Pekings mit dem Sitz der Macht des chinesischen Regimes dass das Schlimmste noch bevorsteht.

Bis heute haben die Behörden landesweit offiziell Zehntausende von Infektionen gemeldet. Jedoch meinen Experten, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten viel höher liegt. Derzeit sind offiziell mehr als 2.400 Fälle in 38 weiteren Ländern bekannt. In Italien, Iran, Südkorea, Japan und Singapur kam es bereits zu lokalen Übertragungsfällen.

„Dieses Virus ist einfach erschreckend“, so ein Einwohner Pekings mit dem Familiennamen Chen. Er nannte das Virus einen „unsichtbaren Feind“.

Man kann es nicht sehen, und es kann lange Zeit im Verborgenen bleiben“, sagte er. „Weil wir nicht wissen, wo der Feind ist, können wir ihn auch nicht eliminieren“.

Da sich der Ausbruch verschlimmert, hat das chinesische Regime die beiden größten politischen Konferenzen der Kommunistischen Partei, die ursprünglich für Anfang März angesetzt waren, verschoben. Die Spitzenvertreter der Partei treffen sich gewöhnlich in Peking, um die Politik und die Prioritäten für das kommende Jahr zu erörtern.

Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat die Bemühungen zur Eindämmung des Ausbruchs als einen „totalen Krieg“ bezeichnet.

Wir haben so lange gekämpft, aber wir wissen nicht einmal, wo der Feind ist“, meint Chen.

Peking wird zur Geisterstadt

Peking hat sich angesichts der Angst vor dem Virus in eine Geisterstadt verwandelt. Nur wenige Pendler nehmen in der Hauptverkehrszeit die Busse oder die U-Bahn. Viele Geschäfte und Restaurants blieben geschlossen.

Unterdessen hat das eiförmige Theater, das China National Center for the Performing Arts, am Sonntag alle Veranstaltungen im März abgesagt. Touristenattraktionen, wie das Palastmuseum, sind seit Ende Januar geschlossen. Mindestens 29 Hutongs, enge historische Gassen, die traditionell mit Pekings Stadtvierteln in Verbindung gebracht werden, sind mit Zäunen abgesperrt.

Gemeinden in der ganzen Stadt haben Kontrollpunkte eingerichtet, um die Körpertemperatur der Menschen zu überprüfen. Fahrzeuge dürfen nur mit Sondergenehmigung durch Gemeindegebiete fahren. Ein Einheimischer mit dem Familiennamen Liu sagte der Epoch Times, dass nur zwei von neun Straßen in seinem Bezirk zugänglich seien.

Maßnahmen aufgrund der Ansteckungsgefahr

Viele Menschen haben sich wie Chen bereits darauf eingestellt, Aktivitäten im Freien weitestgehend zu vermeiden.

Seit Ende Januar ist es in mindestens vier Pekinger Krankenhäusern zur Weiterverbreitung des Coronavirus gekommen. Laut Berichten lokaler Medien zufolge hat dies zur obligatorischen Quarantäne von Hunderten von Patienten und medizinischem Personal geführt.

Das Krankenhaus Fuxing beispielsweise schloss Anfang Februar zwei seiner Gebäude. Die Einrichtung suchte 668 Personen, die engen Kontakt zu den infizierten Patienten und dem medizinischen Personal hatten.

Am 19. Februar bestätigten Gesundheitsbeamte, dass eine Mitarbeiterin des in Peking ansässigen E-Commerce-Giganten Dangdang mit dem Virus infiziert war. Sie hatte mehr als eine Woche gearbeitet, bevor sie am 19. Februar mit dem Virus diagnostiziert wurde, was zur Isolation von 66 Mitarbeitern in einer Quarantänestation führte. Mehr als 200 weitere Mitarbeiter haben sich ebenfalls zu Hause selbst unter Quarantäne gestellt.

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Coronavirus führt zu Lebensmittelknappheit und erhöhten Preisen

In den seltenen Fällen, wenn Chen aus der Tür tritt, behält er ständig eine Maske auf und besprüht sich nach der Rückkehr zu Hause mit Desinfektionsmittel. Wie viele Anwohner kauft auch er Lebensmittel in großen Mengen ein, um seine Ausgänge zu minimieren.

Herr Wu aus Peking berichtete der Epoch Times von erhöhten Lebensmittelpreisen in der Stadt: „Die Lebensmittelpreise sind schnell gestiegen, etwa über 40 Prozent mehr als vor der Coronavirus-Zeit, vor allem Fleisch und Gemüse. Ein halbes Kilo Rindfleisch kostete damals circa 40 Yuan (etwa 5 Euro), nun schon über 70 Yuan, äußerst teuer!“

Die Instant-Nudeln seien längst ausverkauft. „Zur Zeit reichen die Waren für das Alltagsleben noch knapp, später wird es schwierig, schwer zu sagen“, meint Herr Zhang, ein weiterer Bewohner Pekings.

Chen meinte, dass viele Einwohner die Epidemie „einfach nur mit knirschenden Zähnen aussitzen“.

Forderungen nach Transparenz

Zhao, ein Bewohner des Stadtteils Chaoyang in Peking, sagte, er habe von vier bis fünf Infektionen in seinem Gemeindegebiet gehört. Die örtlichen Behörden haben die Nachbarschaft und die umliegenden Gebiete seit dem Auftreten des zweiten Falls abgeriegelt.

Obwohl die Stadtregierung täglich eine Pressekonferenz über das Virus abhält, haben die Einwohner jedoch den Eindruck, dass die Regierung das wahre Ausmaß der Epidemie nicht offenlegt.

Am 3. Februar teilte das chinesische Außenministerium auf einer Pressekonferenz mit, dass es seit dem 3. Januar 30 Mal „die USA über die Epidemie“ und ihre Bekämpfungsmaßnahmen „informiert“ habe. Jedoch erfuhr die chinesische Öffentlichkeit erst Wochen später von den Details des Virus. Für Chen war dieser Vorfall ausschlaggebend für sein Misstrauen und das des chinesischen Volkes gegenüber den Behörden.

Wie kommt es, dass das chinesische Volk nichts davon gehört hat?“, sagte er. „Sind Sie Chinesen oder den Amerikanern Rechenschaft schuldig?“

Coronavirus versus SARS

Chen studierte in den 1960er Jahren, als das chinesische Regime die Kampagne „Großer Sprung nach vorn“ startete. Es folgte eine fünfjährige Zwangsindustrialisierung, die zu einer der größten Hungersnöte in der Geschichte der Menschheit führte. Trotz der großen Anzahl von Toten förderte Chens Schule die Propaganda, dass alles normal sei. Er erinnert auch daran, dass die Behörden den Ausbruch von SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) in den Jahren 2002 bis 2003 heruntergespielt hatten.

Seiner Meinung nach wird der aktuelle Ausbruch ähnlich gehandhabt, obwohl die Bürger das Fehlen von Informationen durch Beiträge in den sozialen Medien wettgemacht hätten. „Sonst würden wir alle im Dunkeln tappen“, sagte er.

Wir wissen nichts, außer uns zu Hause zu verstecken.“

Zhao ist ebenfalls kritisch in dieser Hinsicht. „Es gibt keine Transparenz … nicht die geringste Ahnung, was vor sich geht“, sagte Zhao und fügte hinzu, dass er angesichts der aktuellen Informationen über die Ausbreitung der Krankheit pessimistisch in die Zukunft blicke.

Tröpfchenübertragung – Virus ansteckender als SARS

Die chinesischen Behörden haben eingeräumt, dass sich das Virus durch Aerosole oder mikroskopische Tröpfchen in der Luft in einer relativ geschlossenen Umgebung verbreiten kann. Eine Studie des chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle und -prävention vom 7. Februar ergab, dass das Virus ansteckender ist als andere verwandte Coronaviren, die SARS und MERS (Middle East Respiratory Syndrome) verursachen.

Chen beklagte zudem den Tod des Arztes Li Wenliang, der am 3. Januar zurechtgewiesen wurde, nachdem er online „Gerüchte“ über einen SARS-ähnlichen Ausbruch verbreitet hatte. Er starb später an dem Virus, nachdem er sich bei einem Patienten angesteckt hatte.

Die Online-Zensur stelle sicher, dass nur das, was das chinesische Regime hören will, im Internet bleibt, ohne dass Fragen gestellt werden, so Chen. „Es erweckt den Eindruck, dass die Menschen die kommunistische Partei Chinas alle loben … Sie stopfen einem Mund und Ohren und verhindern, dass man irgendetwas weiß“, sagte er. „Aber wenn der Ausbruch außer Kontrolle gerät, kann niemand entkommen.“

Der Originalartikel erschien in The Epoch Times USA (deutsche Übersetzung von rm)
Originalfassung: Beijing Residents Fear Spread of Deadly Contagion

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